Full text: Lübeckische Blätter. 1974 (134)

schämt mich, tadelt mich nicht, ich tue es selber. Die letzten Jahre des Lebens dieses bedeutenden nehmet es als ein Leben an.“ Musikers waren durch sein schweres Leiden geprägt. : : ; . Sein Wunsch nach der Brahms-Motette, die Worte Sein Lebenswerk ist nicht nur, wie er seinen ges Hiob vertont und die Worte von Pastor Groß Lehrer Karl Straube zitierte. „der Versuch, mit hei der Trauerfeier verweisen darauf, wie gefaßt dem Finger in fließendes Wasser zu schreiben“, Erwin Zillinger seinem Tod entgegensah. Die sondern ein bedeutender Beitrag zur kirchenmusi- Trauerfeier an der früheren Wirkungsstätte mit kalischen Entwicklung in Norddeutschland. Die dieser Motette und einem eigenen Werk: „Ich liege Auseinandersetzung mit ihm wurde gerade durch und schlafe ganz in Frieden“ bildeten einen ange- eine Veröffentlichung im Frühjahr dieses Jahres messenen Abschluß seines Wirkens in dieser Stadt. in den Lübecker Nachrichten deutlich. hjw Walter Schwaegermann zum Gedenken Der Redaktionsausschuß der „Lübeckischen Blät- hatte er sich vor allem unter seinen Kollegen aus ter“ gedenkt in Trauer seines früheren Mitgliedes dem Journalismus viele Freunde erworben, aber Walter Schwaegermann, der im Juni in Bonn plötzr- auch das Bild Lübecks außerhalb der Stadtgrenzen lich verstarb. wirkungsvoll ins Licht gesetzt. Dr. Walter Schwaegermann war, bevor er als Die Verbindung Schwaegermanns mit Lübeck und Verkehrsdirektor 1970 nach Bonn ging, fünf Jahre den Lübeckern riß nie ab. Noch im Mai war eine lang Leiter des Presse- und Informationsamtes der Gruppe Lübecker Presseleute von Schwaegermann in Hansestadt Lübeck gewesen. In dieser Eigenschaft Bonn sehr herzlich aufgenommen worden. eg. Ernst Curtius, Archäologe und Geschichtsschreiber Am 2. September jährte sich zum 160. Male der sicher das Seinige dazu getan haben, diese vorhan- Geburtstag des Archäologen und Geschichtsforschers denen Neigungen entsprechend zu entwickeln und Ernst Curtius aus Lübeck. Die Tradition der auszubauen. Hansestadt sowie das Familienleben im Elternhaus Im Jahre 1850 kehrte Curtius wieder nach Berlin ~– der Vater war Dr. der Jurisprudenz, er hatte zurück, war dann seit 1856 in Göttingen tätig und mehr als 50 Jahre als Syndicus in Lübeck gewirkt anschließend wieder in Berlin. 1853 wurde er Mit- und zeigte eine große Neigung für die Wissen- glied der Akademie der Wissenschaften und Sekre- schaft, der Großvater Mediziner gewesen — haben tär der philologisch-historischen Klasse. Die Früchte dem am 2. September 1814 geborenen Knaben sicher von seinen wiederholten Reisen nach Griechenland den Sinn für Geschichte und Altertumsforschung und Kleinasien sind in einer Reihe von Abhandlun- geweckt. Der ältere Bruder Theodor, geboren 1811, gen der „Göttinger Gesellschaft der Wissenschaf- studierte wie sein Vater Rechtswissenschaft, der ten“ erschienen. Mit dem ebenfalls aus Lübeck stam- jüngere Georg, geboren 1820, wurde Philologe. menden Pfarrerssohn und Dichter Emanuel Geibel Ernst gab sich nach dem Schulbesuch dem Studium gab er Übersetzungen von Werken altgriechischer der Archäologie und Geschichtswissenschaft hin. Er Dichter heraus. Man sagte von ihm, daß er „einer habilitierte sich 1843 in Berlin, wurde ein Jahr der geschlossensten und schwungvollsten Hellenen“ später außerordentlicher Professor und gleichzeitig gewesen sei. Curtius starb 1896. Erzieher des Kronprinzen Friedrich von Hohen- Ernst Curtius war verheiratet mit Auguste Reich- zollern. Als solcher begleitete er den Prinzen auf helm. Dieser Ehe entstammte der Sohn Friedrich seiner Reise nach Bonn, der dort sein Studium ab- Curtius, geboren am 7. Februar 1851, der als leistete und später 1888 für 99 Tage a]s Friedrich II. Dr. juris Präsident des Direktoriums und Ober- deutscher Kaiser wurde. Seine liberalen Neigungen konsistoriums war. Ein Enkel von Ernst Curtius sind bekannt und sein Interesse für Kunst und ist Mediziner geworden und lebt in Kirchzarten. Wissenschaft groß. und Professor Curtius wird Dr. W. Hahn Ein Sohn der Stadt kam zu Besuch Einen großen Sohn der Stadt Lübeck empfing in Brecht, der in der Weimarer Republik eine be- der vorletzten Augustwoche Bürgermeister Kock im deutsame Rolle gespielt hat. Audienzsaal des Rathauses. Es war der 90 jährige Brecht war nach kurzer Tätigkeit als Richter in ehemalige Staatssekretär Professor Dr. Arnold seiner Heimatstadt 1910 in das Reichsjustizamt ge- I00
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