Full text: Lübeckische Blätter. 1974 (134)

chester und Beethovens 2. Sinfonie als „klassische“ Aufgabe für das Orchester. Lübecks führendes Fachgeschäft Mahler plante 1911 seine 10. Sinfonie fünfsätzis, für FOTO UND PARFÜMERIE konnte aber bis zu seinem Tode nur das Adagio fertigstellen. Seine heute noch umstrittenen Ex- perimente mit Tonmaterial, Setzweise und Klang- krause SINAI PZH farben lassen Elemente der Neuen Musik voraus- ahnen, stellen aber an eine überzeugend wirkende Breite Straße 81 Ruf. Z; 42 St Interpretation hohe Ansprüche. Hier zeigte sich, daß Pintgen, der sonst mit sympathisch knapp ge- zielter Gestik auskam, schärfer in den Ablauf hätte Jr. : . eingreifen müssen, um die klangliche Organisation Vorbildlicher Einsatz des zweiten Pultes der abzugrenzen und für Akkuratesse in Technik und 1. Geigen und des 1. Kontrabasses sei besonders Ausdruck zu sorgen. Eine rechte Hand, die nicht erwähnt. , G viel mehr als das Metrum schläst, kann dynamisch Mit dieser geschliffenen Wiedergabe wird der nur wenig ausrichten, wenn ihr nicht die linke zu junge Dirigent in guter Erinnerung bleiben. Mlillies Hilfe kommt, weil hier alles von Farbe und Sensi- bilität lebt. Vielleicht lies die Anspannung im bert Schultze: Peter d c Opernspielplan nur ungenügend Probezeit. Dennoch Norber ultze: Peter der Dritte hätten verästelte Stimmführung durchsichtiger und Soll man es Singspiel nennen, Musikalisches aparte Melodik delikater hingeschmelzt werden cheater, Musical oder gar Oper, jenes unterhalt- können. Auch sind knifflige Rezitative und Passagen same Jugendstück mit Tiefgang, das jetzt als „Peter der Violinen in höchster Lage und ungewohnten der Dritte“ an den Städtischen Bühnen seine Ur- Tonarten nicht aus dem Ärmel zu schütteln. Das auffünrung erlebte? Norbert Schultze, ein Prak- Orchester hatte so sehr mit der Tücke der Technik tiker zwischen V- und E-Musik, und Karl Vibach, zu ringen, daß der Dirigent seine gewünschte In- Librettist und findiger Regisseur, haben es nach terpretation nicht immer auf den Klangkörper einer Zeitungsnotiz 1951 zusammengebosselt und übertragen konnte. unter dem anspruchsvollen Etikett „Oper kür große Anders sah es bei Mendelssohns Klavierkonzert und Kleine Leute“ dem Funk angeboten, wo es zu- aus, in dem 1831 der Komponist zweiundzwanzig- htchst 182% rich DR ser Ferttehveziuiers LE; : .; olopart ! : nahm sich nun Viba rs U EE rs sslhst cer Fslopart dieser Lesckichts an und brachte das Stück an sei- zwanzigjähriger Sohn des bekannten Pianisten Karl nem Theater heraus. G . Engel, technisch durchaus einem Wettstreit mit dem Schultze, der erfolgreicce Komponist des stellenweise recht deftig auftrumpfenden Orchester „Schwarzen Peter“ und einer Reihe bekannter Me- gewachsen. Doch liest die Schuld beim Komponisten, lodien, unter denen die „Lili Marleen“ um die ganze daß dem Solopart zu wenig Chance für zartere Par. Welt segelte, hat auch das Abenteuer im „Blauen stellung gegeben wird. Till Engel konnte nicht auf Enzian“, die Story um die listis eingefädelte Adop- kammermusikalisches Zusammenwirken nach Mo- tig tts vuslsnzischen L “izgritttces neben mensch- s U ~ € egebenheiten un - E .§ fort zuschauer r: h den Beobachtungen, mit sc Musik im rs Nen: funktion des Orchesters zu befreien: Er schlug sich te! bsrlandesti). ausreztatts: und der Hauptfigur tapfer mit Brillanz und Temperament, hatte in MUM Ms ssc V st; nsit;; das haften beiden Händen mit Laufwerk, Arpeggien und Fi- HVergnügen, einige Zitate aus ru. §5 o Utvars guration zu tun und nur selten Gelegenheit zu pis zu Hindemith zu entdecken r V zor! romantischer Gesanglichkeit. allem anderen als einen zünftigen Musikanten aus- Nach der Pause bot sich ein anderes Bild: Beet- weisen, der mit spritzigen Ensembles wie mit ein- hovens Sinfonie in perfekter Darstellung aus einem Sängigen Tanzrhythmen aufwartet, denen man am Guß. Das Orchester, exakt und einsatzfreudig, ließ nächsten kommt, wenn man den verptlichtenden in klarer Transparenz die Bläser durchschimmern. Begriff „Oper“ für zwei Stunden beiseite schiebt. Gesangliches Weben der Stimmen wurde eingefan- Hierzu verhilft dem Zuschauer schon die vor gen in einem Spektrum von Musizierfreude und Einfällen und Gags übersprudelnde Regie Vibachs gezügeltem Temperament. Der Dirigent ließ sich die von treffender Situationskomik im fahrenden durch den geschliffenen Ablauf nicht zu unnötiger Zug bis zur skurril-fantastischen Traum-Choreo- Schau verleiten, sondern blieb bei dezenter Zeir grafie reicht, dazwischen reizende Kinder- und chengabe, die dem Klassischen Geschenen angemes- Tierszenen entwarf und in Parodien mit ernstem SEN WAT. Hintergrund nachdenklich stimmt. Das überschlägt Wir suchen ständig in festem Auftrag Einfamilienhäuser, Villen, Gewerbegrundstücke. ~ Für Kapitalanlagen : Mehrfamilienhäuser Wohnblocks, G eschättshäuser, Wohn- und Geschäftshäuser in jeder Sröße. D LÜBECK & PFERDEMARKT 6-8’ T. 0451 -71301 s 176
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