Full text: Lübeckische Blätter. 1973 (133)

Lübeck einen „patriotischen Bürgersinn“ entstehen, heraus „kämpften“ die Meister im Handwerk regel- der, mitgerissen von den technischen und ökonomi- recht gegen das berufliche Schulwesen der „gemein- schen Anforderungen des beginnenden industriellea nützigen Gesellschaft“, besonders indem sie ihren 1 Zeitalters allen Widerständen zum Trotz dem Ge- Lehrlingen und Gesellen den Besuch der Schulen .. meinwohl der Vaterstadt Lübeck zum Durchbruch verboten. Erst als die städtische Ordnungsbehörde . verhelfen wollte. Doch gemäß ihrer aufklärerischen 1866 mit der Gewährung der absoluten Gewerbe- h Geisteshaltung sahen die Mitglieder der „gemein- freiheit die Wettbewerbssituation im Handwerk 3 nützigen Gesellschaft“ das Wohl der Stadt Lübeck verschärfte, gewann die theoretisch-naturwissen- d nur in Abhängigkeit von seiner wirtschaftlichen schaftliche Ausbildung der heranwachsenden Gene- Produktivität. Daraus folgt zwingend, daß die Ge- ration in der Schule einen Ergänzungscharakter zur " sellschaft vornehmlich auf dem Gebiet der Ge- praktischen Werkstattarbeit. Daß die Stadt Lübeck t werbeförderung tätig werden mußte. Da der Wirt- selbst primärer Träger des beruflichen Schulwesens sq schaftsmechanismus, insbesondere die verknöcherte in der Hansestadt werden müsse, wurde von den G ( Zunktverfkassung des Handwerkes, nur auf Grund Senatoren der Stadt bis 1875 nicht erkannt, zumal behördlicher Verfügungen geändert werden konnte die ; Gesellschaft Zur Beförderung gemeinnütziger si und die gemeinnützige Gesellschaft hier keine Be- Tätigkeit inzwischen ems „private Kultusbehörde“ u: fugnisse hatte, forcierte sie in Lübeck den schu- geworden war und mit ihren beschränkten finan- hu lischen Unterricht als ein Instrument der Gewerbe- ziellen und personellen Mitteln ein weitgefächertes s) förderung. Das aus diesem Motiv entstandene be- Berufs- und Fachschulwesen unterhielt. So wurden P. r s ~ schcilwesen der. Gezelischakt zur Be- Yon der Gesellschaft im gewerblichen Bereich 1796 [: förderung gemeinnütziger Tätigkeit war Gegen- noch eine Fortbildungsanstalt für Wundarztgehilfen P stand einer Dissertation, die der Verfasser 1970/71 und 1808 eine Navigationsschule gegründet. Im ir an der Universität Hamburg anfertigte. Das Be- Sektor der hauswirtschaftlichen Ausbildung wurde rufs- und Fachschulwesen der Gesellschaft besaß in die „gemeinnützige Gesellschaft“ schon im Jahre der Gründungsphase keine auf eine Endform zu- 1797 tätig, indem sie eine Industrieschule eröff- ler . So wurden im Bereich der nete, in der Mädchen zu brauchbaren Dienstboten gewerblich-technischen Bildung 1795 eine Sonntags- ausgebildet werden sollten. Nach Auflösung der Shule und eine „Freie Zeichenschule“ gegründet. Industrieschule im Jahre 1892 setzte die Gesell- In der Zeit von 1828 bis 1835 unterhielt ie „§E- f tt ir Engagement auf diesem Gebiet durch r inaützige Gesellschaft“ zusätzlich no U Wris finanzielle Beteiligungen an der Haushaltungsschule Fus: Lehranstalt“. Aus diesen, bisher un- n! an dsr Frauengewerbeschule his 1923 kort. koordinierten, Scholvcrzachen erwuchs 1841 die Ge- Wenig Beschttwg fand hei der § esellschakt die werbeschule der Gesellschaft. Wir müssen uns dazu szthe .us des t usfmännischen Nach- vergegenwärtigen, daß die gewerbliche Wirtschaft S § enn eine mute . ye EFdeuns sse Jer Hansestadt Lübeck, insbesondere das Handwerk, S.: Fc sn ! 8 p uo Ven Ö 1g. cs L le aut. bis zur Aufhebung des Zunktzwanges bei den Manu- tus cus uro z s ! . ZV un Eq! Y jtrsü fakturbetrieben im Jahre 1842 noch klar die Züge maschine und die U CCH LED ase tftschóss der vorindustriellen Wirtschaftsordnung trug. Die 1Informationsverarbeitung uss abzeichnete, enga- m, sizbiztätesnaluktes. in Huus. „nichts Ueues zu gierte sich die Gesellschaft mit einer finanziellen ds ft n st o eus Lr §§ te ts “ bestand auch allein vom Handwerk her gesehen kann gesagt werden, daß das berufserzieherische Keine ökonomische Notwendigkeit, ein leistungs- Wirken der „gemeinnützigen Gesellschaft“ darauf sc fähiges Fachschulwesen aufzubauen; denn solange ausgerichtet war, der Stadt Lübeck arbeitsame und bi; die gesellschaftlichen Verhaltensnormen stabil blier gehorsame Bürger heranzubilden, die in der Lage di ben und die vorindustriellen Produktionsmethoden waren, die Wohlfahrt der Stadt Lübeck zu fördern. ZM ausreichten. um dem einzelnen Handwerksmeister Daraus ergab sich allerdings der Konllikt einer p! seine „ökonomische Vollstelle“ zu erhalten, solange Emanzipation des Individuums zu den utilitaristi- de konnte die Berufsschule von der Werkstatt des schen, gesellschaftlichen Ansprüchen des Stadt- li Meisters ersetzt werden. Aus dieser Einstellung staates Lübeck im 18. und 19. Jahrhundert. tl Fe ke Das Lübecker Handwerk 1968 éd Der Gesamtumsatz eines Lübecker Handwerkr DM im Bau- und Ausbaugewerbe und 65 000,77 wi betriebes betrug im Jahre 1968, bezogen auf den DM im Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe. na Durchschnitt des gesamten Lübecker Handwerks, Das geht aus der Auswertung der Handwerks- dir 263 000,1 DM.. Zehn Jahre zuvor waren es zählung 1968 hervor, die jetzt vom Statisti- nä 187 000,60 DM gewesen. In den sieben Handwerks- schen Amt der Hansestadt Lübeck veröffentlicht wi eruppen schwankte diese Zahl zwischen 482 000.6 duwiurde. hr:
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