Full text: Lübeckische Blätter. 1972 (132)

saßen, der sich auch im Duett mit Arabella sicher durchsetzte. u; 1rHR Prächtige Charakterstudien steuerte das übrige up sehr einheitliche Ensemble hei: Nick Herbosch einen " verschuldeten Graken, der sich allzu Sern aus der . f î j prallen Brieftasche seines zukünftigen Schwieger- {s [ richtet richtig ein! sohnes bediente, Jean Evans seine kokette Frau , Elliot Palay den schmachtenden Matteo, Ursula D Reinhardt den koloratur-gespickten Part der § Einrichtungshaus . Mengstr. 12.14 ZiÖsen Fiakermilli, Dick Laan, Hans-Georg Dahmen und Bernhard Lyon die Verehrer Arabellas, Maryam Hagopian eine geschickte Kartenlegerin und Bruno das wie so viele Musicals seinen Stoff aus der Cepeda den ergebenen Burschen des Mandryka. Sroßen Literatur bezieht. ist kein Sakrileg an seinem Sie alle waren am bedeutenden Erfols dieser Werk. Premiere beteiligt, die eine glückliche Führung be- Stellvertretend für eine insgesamt gelungene saß und große Hokfknungen auf die kommende Spiel. Ensembleleistung seien die Namen der beiden zeit weckte. Dr. Gerhard Hanschke Hauptdarsteller genannt: Sylvia Holzmayer als Katharina und Rainer Luxem als Petrucchio sowie Großes Haus: Kiss me, Kate! Uzurs§s Lübecker Music & fu rer bereits bei Schon seit zwei Spielzeiten angekündigt, eröff- : Solisten Combo. § § ; nete jetzt das Musical „Kisg me, Kats e H lclts Schon jetzt dürfte die Aufführung von „Kiss Spielzeit der Bühnen dez Et nsagt.. dt Lühe P eu me, Kate“ im Hinblick auk die Besucherzahl in Ecct©°©ch. .cc den Beginn auf ein „sicheres Pferd“ gesetzt. Aller- und holte schließlich die B ms L tt dings lagen auch Vergleichsmöglichkeiten für die vor den eisernen Vorhan Lübecker nahe, denn Vor zwölf Jahren war „Kiss ' L eren. vortrztt “ts me, Kate“ das erste Musical überhaupt SOU OT § .. : das in Lübeck in einer sehr erfolgreichen Aut-. Hermann Kant im „Lübecker Podium kührung auf die Bühne kam (mit der Schauspielerin Mit der Verpflichtung des Ostberliner Autors Melanie de Graat als Katharina). Hermann Kant ty. die Reihe der Lesungen rr . Der Vergleich mag nicht uninteressant sein kür Kammerspielen eröffnete, hatte die Buchhandlung die Entwicklung des Inszenierungsstilg. Auf kürzeste Weiland einen zuskräftigen, hüben wie drüben stark Formel gebracht: Die Aufführung des Jahres 1960 beachteten Autor Ssewonnen. Nach der höchst er- war noch eher heitere Operette. Inzwischen hat sich Kolgreichen »Aula“ und dem | recht schwachen auch bei uns s0 etwas Wie ein eigener Musical-Sti]1 Erzählungsbändchen „Ein bißchen Südsee“ erschien entwickelt, für den Lübeck mit Karl Vibach einen jetzt „Das Impressum“, die Geschichte David Groths, Versierten Kenner und Könner zur Verfügung hat. des gelernten Büchsenmachers aus Ratzeburg, der Die Handhabung des Textes ist eleichsam noch es schließlich zum Chefredakteur der „Neuen Ber- leichter geworden, durchlässiger für scheinbare Im- liner Rundschau“ bringt. Dieses Blatt, gewisser- provisationen und witzige Gags. Ballett und Choreo- maßen die ideale Mustrierte, der allerdings – wie graphie schlechthin haben größere Bedeutung ber uns der Autor auf Befragen einräumte & in der kommen. Auf der Ebene des Unterhaltungstheaters DDR-Wirklichkeit das rechte Pendant fehlt, wird entstand aus dem Zusammenwirken von Schaur für unseren Helden zum Sprungbrett. Er soll Mi- spielern, Sängern, Chor und Ballett eine Art neuen nister werden, und nach langem Widerstreben deutet theatralischen Gesamtkunstwerkes. Wenn diese er im Schlußsatz des umfangreichen Romans SEiNe Künstlergruppen bei einer städtischen Bühne „unter Bereitschaft an, sich einer Berufung nicht länger einem Dach“ vereint sind, bedeutet das eine gute zu entziehen. Voraussetzung für eine Musical-Aufführung. Was Kant auszeichnet, ist ein Erzähltalent, So waren auch an der neuen Vibach-Inszenierung wie es bei uns, in Ost und West, aus mancherlei von „Kiss me, Kate“ sowohl Schauspieler wie Sän- Gründen rar geworden ist; eine Virtvosität, der alle ser beteilist. Das umfangreiche Personenregister erdenklichen Register zu Gebote stehen. Freilich wurde hauseigen besetzt. räumt Kant manche Steine des Anstoßes, die sich, Die Geschichte von der reisenden Theatergruppe, under western eyes, doch ars beschwerlich aus- die Shakespeares „Zähmung der Widerspenstigen“ nehmen, allzu forsch und flott aus dem Wege, so aufführt und bei der es in einer Parallelhandlung etwa das Problem der »Republikflüchtlinge“, des gilt, die widerspenstige Hauptdarstellerin der Auf- Stalinkults, des 17. Juni, des 13. August. kührung selbst zu zähmen. wurde zu einem amüsan- Es steht zu vermuten, daß die Matineebesucher ten Spektakulum. von derlei Skrupeln weithin unbehelligt blieben, Die Pparodistischen Züge des Musicals - auf denn die beiden zur Lesung ausgewählten Text- Oper, Wiener Walzerseligkeit, Wandertheater zier Partien waren, wenn auch nicht gänzlich unpolitisch, lend —– hatte Karl Vibach als Regisseur kräftig Ss0 doch wesentlich auf die Skala zwischen „amüsant herausgearbeitet. Die Aufführung war auf Bewe- und „nachdenklich“ eingestellt. Dabei ließ sich der ung und Tempo hin gleichsam durchchoreogra- Autor die in Ratzeburg und weiterer Umgebung es . Die bekannten musikalischen Nummern wie angesiedelten Partien , Seines Buches geschickter- p. ch will mich reich beweiben in Mga Schlag Weise nicht entgehen. Eine volle Stunde lang fesselte „] vs mich are“ oder die Walzerparodie und erheiterte er sein Publikum dank einer, nach Hzch ges), n H care.. hatten beim Publikum Stwas forciertem Beginn, bemerkenswert nuancen- zr Erfolg MU eh und je. Im Bühnenbild von reichen Diktion, die Pausen und Pointen, Dialekt Heinrich Braune war dem szenenreichen Geschehen und Dialektik gleichermaßen zu vermitteln wußte. ~ mittels der Drehbühne ein temporeicher Ablauf ZE~ Nebenbei: Auch er verlor den Kampk gegen den sichert. Vom Vorhang des „Theaters im Theater“ Vorhang der Kammerspiele. („Die Autoren vor dem blinzelte den Zuschauern ein Shakespeare-Porträt Vorhang + ratlos“: Thema kür Kurzfilmer.) Um so verständnisvoll zu. Mit Recht. Denn dieses Musical. stärkerer Schlußbeifall. Klaus Brenneke I
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