Full text: Lübeckische Blätter. 1971 (131)

Von der Zukunkt des Theaters Bei einem Empfang im Rathaus anläßlich des nis, daß unser deutsches Nachkriegstheater im Aus- 50jährigen Bestehens der Tähecker J ob:s- land nicht ohne Neid bewundert wird. Die öffent- jute iet Furs geuter. L~§r; e liche Hand, das sind wir alle, bezahlt dafür. Einer veröffentlichen, weil die hier dargelegten sehr kleinen Gruppe unserer Mitbürger ist es un- Aspekte durchaus über den Rahmen üblicher entbehrlich – und ein großer Teil der Bevölke- Glückwünsche hinausgehen. rung möchte es auf keinen Fall missen. Die Volksbühne ist heute ein wesentlicher und Dies ist eine positive Bilanz, die wir durchaus wichtiger Faktor im Theaterleben dieser Stadt, vor p;jicht: in allen: Bereichen aufweisen Können. Das allem im Hinblick auf die Einrichtung eines Ju- gceutsche Theater, so schreibt einer der prominen- gend- und Kindertheaters, dem — so scheint mir ~ testen Kritiker, wächst als Kornfeld auf der öffent- für die Zukunft des Theaters schlechthin sehr große lichen Hand.. Imponierend, funktionierend, -ein Aufmerksamkeit zukommen wird. , großes blühendes Kunst- und Bildungsinstitut mit Ich selbst, der ich langjähriges Vorstandsmitglied sehr zahlreichem Publikum und großer öffentlicher der Volksbühne war, sehe den Sinn dieser Organi- Beachtung, so stellt sich unser Theater im Ausland sation in einem erweiterten Bereich. dar. Der Preis dafür ist allerdings nicht von Ich glaube nicht, daß es in der heutigen Gesell- Pappe. Dem verantwortlichen Kommunalpolitiker, schaft damit getan sein kann, möglichst viele Leute der heute mit dem Haushaltsplan unter dem Kopf- für möglichst wenig Geld ins Theater zu bringen. kissen schläft, sind die schnell steigenden Kosten Was sich tatsächlich vollzieht, ist ein Zusammen- des kommunalen Subventionstheaters eine schwere spiel zwischen Theater und Besucherorganisation, Sorge. In der Hansestadt Lübeck betrug der Zu- das sicher nicht ohne eine gewisse Rücksichtnahme schußbedark für die Städtischen Bühnen 1951 aufeinander möglich ist. Das mag nicht immer – 7/80 000,27 DM, 1961 schon 2 282 000,12 DM und jedenfalls auf lange Sicht nicht ohne Kompro- heute bewegen wir uns auf die 5-Millionen-Grenze misse gehen. zu. Über 20,10 DM pro Einwohner sind in der Doch ist unser gesamtes Zusammenleben mit- letzten Spielzeit für das Theater aufgebracht wor- einander ja ohne Kompromisse weder möglich noch den oder, anders gesehen, über 15,27 DM für vorstellbar. Viele meinen, das Theater leide in Jeden angebotenen Platz in allen Vorstellungen. seiner Unabhängigkeit unter diesen oder jenen Hier, wie in manchem anderen Bereiche unseres Einflüssen. Man müßte es total und damit total Daseins, gilt es, Systeme ganz schnell zu durch- frei gestalten. Dak dies so lange nicht sein kann, denken und zu ordnen, um in dieser Zeit und in solange man Theater nur mit vielen Millionen der Zukunft bestehen zu können. öffentlicher Gelder veranstalten kann, ist ebenso Mit diesem ernsten Gedanken, den ich nur an- logisch-konsequent wie zweifellos problematisch. klingen lasse, soll der festliche Anlaß dieses Tages Trotz allem aber ist es noch gar nicht einmal so nicht beeinträchtigt werden. Er soll im Gegenteil schlecht. Anregung sein für eine auch künftige gute Partner- Wer nimmt eigentlich hier so recht zur Kennt- schaft zwischen Volksbühne und Stadt. Neue städtebauliche Planung für Brandenmühle/Grinautal Nach den Vorstellungen des Senats soll Lübeck Wilhelm und Karl-Heinz Rabausch, Elmshorn, und nur noch im Westen wachsen, und zwar um den die Kieler Architektengruppe Klaus-Dieter Bendt- Stadtteil Brandenmühle/Grinautal. Dieses Gelände feld, Diethelm Hoffmann und Hans Jungjohann. soll in den nächsten Jahren in mehreren Abschnit- Bei dem (etthewerbregchict handelt és siche um ten bebaut werden. Für das Gebiet wurde ein Ideen- eine Fläche von etwa 163 ha. Im Flächennutzungs- wettbewerb durchgeführt, dessen Ergebnisse jetzt plan ist dieses Gelände als Wohnfläche ausgewie- vorliegen. sen. Der prämiierte Entwurf für die Bebauung dort Veranstalter des Wettbewerbs war der Senat und soll die Grundlage für den Bebauungsplan, der jetzt die Norddeutsche Treuhand- und Kreditgesellschakt erstellt werden soll, geben. Hauptgrund für die für den Wohnungsbau. Es wurden sieben Arbeiten Prämierung sei es gewesen, erklärte Bausenator abgegeben. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Werner Kresse, daß der Stabenow-Entwurf ein Dr. Ing. Albers, München, zeichnete den Entwurk doffkenes städtebauliches System beinhalte. Der ge- des Dipl.-Ing. Wolfgang Stabenow, Hamburg, mit samte Entwurf sieht rund 7 700 Wohnungen für dem ersten Preis, honoriert mit 30 000 DM, aus. 20 000 Einwohner vor. Dazu kommt ein Zentrum Weitere Preisträger sind die Architekten Friedrich mit Einrichtungen für rund 50 000 Menschen. ] (1
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