Full text: Lübeckische Blätter. 1971 (131)

raschung aller Zuhörer mußte daher der Vorsitzende minister hat anläßlich des Forbacher Falles bei des Gerichts im Anschluß an die Urteilsverkündung der Generaldebatte des Etats mit Nachdruck er- bekanntgeben, daß alle an dem Verfahren beteilig- klärt, es würden keine Fälle wie in Forbach ten Richter ab sofort in den Ruhestand versetzt wieder vorkommen, wie sie von Bilse in seinem seien. Das Urteil gegen Bilse wurde in ]I. Instanz Roman „Aus einer kleinen Garnison“ geschildert vor dem Oberkriegsgericht in Straßburg bestätigt. sind. Ich bin felsenfest überzeugt, daß es nie- In einem Strafprozeß vor dem Oberkriegsgericht mandem unangenehmer als dem Herrn Kriegs- in Frankfurt/Main gegen cinen der bloßgestellten minister und den Spitzen der Armee ist penn Offiziere, Witte, stellte sich heraus, daß die Bilse- solche Dinge nicht allein in die Offent h t sit Partei wichtige Zeugen zu beeinflussen versucht kommen, sondern wie in Forbach durch es. hatte. Oberleutnant a. D., stud. jur. Hans Koch, der gerichtliche Untersuchungen auch noch keztes: € ' im Roman als Wittes Kumpan dargestellt ist, hatte wird, daß alles, was Bilse in femen Lman schwer zu kämpfen, die Ehre seiner verstorbenen gesagt hat, wahr ist. Das war ü rlaupt tas Frau wiederherzustellen. Andererseits mußte er ein- Entscheidende des Urteils, das 't. n lant räumen, daß vieles, was Forbach nicht zur Zierde gekällt wurde; § pre. ziel türter ausgekasen. diente, in dem Roman richtig geschildert war. veg. sich. pe! ges jh tus l rr Das Verbot des Romans und die aus ihm entste- Fr sten Fällen leider, sage auch ich, wahr waren. beyJes. “Strafyrozets;: erregten ungemeines Auf- Leider ist seit der Zit mancherlei passiert, was sehen. Es erschienen die weiteren deutschsprachigen bestätigt, was ich nicht glaubte, nämlich es gibt Ausgaben in Wien. Der Roman wurde auch in ti gt. Forhachs in er ArrtEe. fremde Sprachen übersetzt und war für deutsch- no me k. 4.3: Sozialdemokraten.) feindliche Kommentatoren willkommener Anlaß, (Sehr richtig! hei den onsldemokraten. ; dem Deutschen Reich einen Spiegel vorzuhalten. Es mul nur ein Bilse da sein, um es an die Ein „Roman à la Bilse“ wurde zum Schlagwort und Offentlichkeit zu bringen. war gleichbedeutend mit dem Wort Schlüsselroman. Und gleich darauf äußert Bebel: „Der Kollege von Forbach“ aber, von dem Thomas Meine Herren von der. Rechten. Sie haben. HEU. Mann spricht, ist niemand anderes als Bilse. j; fee. c S Ls REE) hen gl Is Erhebliches Aufsehen erregt es auch, dak der einer Rede darauf hinwies, daß auch Graf Bau- Reichskanzler Graf Bülow im Reichstag entgegen dissin in seinem Roman „Erstklassige Menschen“ der ausdrücklichen Kabinettsordre des Kaisers er- Schilderungen von Zuständen in einem Garde- klärte, er halte die rückhaltslose Aufdeckung solcher regiment gibt, die, wenn sie auch nur zum drit- Vorgänge für nützlich. Die allgemeine Verbreitung ten Tei! wahr sind, ein Maß von Korruption, des Schlagwortes „à la Bilse“ sowie das weitver.. von Verderbtheit und Sittenlosigkeit offenbaren. breitete Unbehagen über das Militär werden deut- wie man sich Argeres kaum denken kann. lich in der Debatte des Reichstages über den Reichs- (Zurufe rechts. Sehr wahr! bei den Sozialdemo- haushalt für das Jahr 1904. Als Sprecher der Sozial- K Um e ? szrzrä; tts ß Fs. z:: Jitärt Unter den Darstellungen in der Presse verdient „Ich betrachte überhaupt den ganzen militäri- cine besondere Erwähnung: der Artikel „Lieute- schen Dienstbetrieb, wie er heute gehandhabt t tB;lss “' itr Rerm-~rotdäxiniliah Elte Hes. wird, auf der einen Seite für die Vorgesetzten Nan ebenen Wochenmagazin „Die Zukunft“. Der als nervenzerrüttend, auf der anderen Seite als trees ist zwar anonym erschienen, jedoch im geisttötend. s. als eine Arbeit Maximilian Hardens ge- (Zuruke.) kennzeichnet. D Ja, als geisttötend. Der Bilse-Skandal hatte in der let im f rh rt BC ;; ves Gd r Cre t C Re ? k Hic Et Ich stehe zur richt air t rosen gat és êires: tertält sich chr renvrmistischer Offiticr-bsi citer gebildeten Menschen auf die Dauer keine Be- js Lu § s outs Roths cid ir Katheter jh kriedigung gewährcn kütt, KU; us uumer ne: RC E noch grünen Neffen und "'isltr z0 deu qu pttstüauze! ric nns Stellungnahme zum Fall Bilse ab. exerzieren, ununterbrochen wochen-, monatelang, & Neffe köntcrt: att’. ~ Trün. kel Vi zn bei citsr Besichtigung ru? bertchen."ch hs: pi ' x L toe tr qean Fressalienfuhrmann; greife, daß gerade aus einem solchen Zustande ou n Hon Crril. (> dekstte Teuto) Huts peut eines Übermaßes von geisttötender Beschäfti- fte € con ciüeint! Ramzi gchchrichehn: Vier gung heraus auf der anderen Seite die jungen nu SO . E §§ hât>üatürlith: Jani Rack-iiuzt- Leute, diese kommen vorzugsweise in Frage als aut so “ijá ; Hftiziert qr sccurkats haben. § “t tet. s erinnert sich, daß in Bilses Roman eine zutoben, und dabei zu usschreitungen k ; ] sich, Lc ce E Os zu Allotria aller Art, die unter Umständen so Hamletparodie Höhepun n f Es ; j daß ‘sie die Armee’ in festes ‘war. Maximilian Harden verknüp tz RV V. Der Herr Kriegs- geistreicherweise Bilses Namen mit der bekannte- 1.25 yt I.../
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.