Full text: Lübeckische Blätter. 1971 (131)

Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung des rung und der Wiedereingliederung in das bürger- Häftlings in das Berufsleben zu schaffen, gehört liche Leben besprochen. Denn man will nicht ,„Für- zu den wichtigsten Zielen des Arbeitskreises. Da- sorge“, sondern Hilfestellung. Man will den Häft- bei geht man entsprechend den Möglichkeiten und ling zur Selbstbesinnung und damit zur Selbsthilfe Fähigkeiten des Inhaftierten durchaus individuell bringen f vor. So verschafft der Arbeitskreis zur Z it ei ; der Lübecker Häftlinge die rau t cue Fu So fordert man ihn beispielsweise auf, Berichte metscher zu werden. Andere bekommen 0.1 q aus seinem Erfahrungsbereich zu geben. „Wie arbeiterausbildung. Das geschieht teilwe; E za kann man in den Haftanstalten die Tabakwährung Fernlehrgänge, die vom Arbeitskreis ' urzh abschaffen?“ ist eines der Themen, die es zu er- den. Für etwa 500,2. DM hat.. der;iArßeit L korschen gilt, deren Befragungsergebnis man aus- auch bereits Lehr- und Lernmaterial ret“! wertet und an die zuständigen Behörden leitet. Auch kam die Strafanstalt durch die finanzielle Wichtig erscheinen dem Arbeitskreis auch die Hs des Arbeitskreises in den Besitz eines Ton- Briefpartnerschaften zwischen seinen Mitgliedern ilmvor lübrazüt.: im Werte von 3500,2 DM. und Häftlingen. Sechzig solcher Briefpartnerschaf- Für weib iche Gekangene, die dazu.i;die !Voräus- ten gibt es zur Zeit in Lübeck. Aber man ist auf setzungen mitbringen, sind Kurse zur Ausbildung der Suche nach weiteren Helfern, die diese psy- als Kosmetikerin geplant. ' chologisch sehr wichtige Förderungsaufgabe über- Eine der freiwilligen Lehrkräfte, ein Sportlehrer, nehmen. wünscht sich für die 400 Häftlinge von Lauerhof ; t: ; eine Sportanlage, um Bewegungsspiele, w tok „Die ersten fünf Tage nach der Entlassung sind lich auch Leichtathletik, ic tu tee zi .: die schlimmsten.“ Das haben die im Arbeitskreis Noch ist es nicht möglich, mit den freiwillig . mitarbeitenden ehemaligen Häftlinge immer wie- sammenkommenden Mitteln, die dem Brkzicn set betont. So hilft man den Sualemlerteitzs zur Verkügung stehen, alle Wünsche UL RK- allen Fragen der Wiedereingliederung, etwa der erfüllen. Doch laufen jetzt auch er M ehauars- und Arbcitstachc: über die Einstellung eines Psychologen oder einer „Wenn es uns“, so sagen die Verantwortlichen sozialpädagogischen Fachkraft bei der Strafanstalt des Arbeitskreises, „gelingt, die Quote der Rück- auf Kosten des Arbeitskreises. fälligen, die etwa 70% beträgt, auf 60% zu drük- In regelmäßig mit den Gefangenen stattfinden- ken, so sehen wir darin schon einen großen Erfolg den Diskussionen werden Probleme der Inhaftie. unserer Bemühungen.“ Eg. Nagelkreuz von Coventry in Lübeck Das Nagelkreuz von Coventry wurde vom Pro- sich in der englischen Stadt Bürger gefunden, die vost der Kathedrale in Coventry, Williams, im gesagt hätten: „Herr, vergib ihnen!“ Damit sei Rathaus an Bürgermeister Kock überreicht. Dieser der „Spirit of Coventry“, der Geist von Coventry, wiederum übergab es dem Bischok der Evangelischer geboren als eine Bewegung für die Verständigung Lutherischen Landeskirche zu Lübeck, Prof. Dr. D. zwischen Völkern und Menschen. Als dann die Meyer, denn das Kreuz soll in der Bürgermeister- Bomben auf Lübeck gefallen seien, da wären es in kapelle von St. Marien seinen Platz finden. der Hansestadt vier Geistliche verschiedener Kon- Als vor dreißig Jahren Politiker beschlossen, fessionen gewesen, die in diesem Sinne gesprochen „auszuradieren“ und zu ,vergelten“, da WE E und gepredigt hätten. Sie allerdings hätten für die englische Stadt Coventry und die Hansestadt solche Gesinnung mit dem Tode unterm Fallbeil Lübeck die ersten Opfer. Die Antwort auf die Zahlen müssen. Zerstörung von Coventry durch deutsche Bomber- „Diese Nägel“, so sagte Provost Williams bei geschwader war die Bombardierung Lübecks in der. Übergabe des Nagelkreuzes, „lagen in den der Nacht zum Palmsonntag 1942. Trümmern der alten Kathedrale und drücken nun Nun soll im Jahre 1972 unter der Schirmherr- in der Form des christlichen Kreuzes die Hoffnung schaft eines Lübeckers, des Bundeskanzlers Willi der Auferstehung aus. Brandt, mit einer „Lübeckwoche“ in Coventry eine Es ist meine feste Hoffnung, daß durch dieses Freundschaft zwischen beiden vom gleichen Schik- neue Band zvwischencil.üheck. une Coventry die sal betroffenen Städten besiegelt werden. Stadt und die Kirchen gemeinsam mit uns daran Gleich nach der Zerstörung von Coventry, so arbeiten werden, den Weg der Hoffnung vorzu- sagte Stadtpräsident Heine im Rathaus., hätten zeichnen, der vor uns liegt.“ Eg. & "Y ».
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