Full text: Lübeckische Blätter. 1971 (131)

Schrifttype) kenntlich machen könnte, das hat jedoch der Wirtschaft gegeben. Aber wie schüchtern und auch wieder technische Schwierigkeiten. bescheiden nimmt sich das aus im Vergleich zu dem, Dem Autor wird weiterhin der Vorwurk gemacht, was heute wirklich an unseren Hochschulen disku- „daß durch die Art der Berichterstattung die von tiert wird. Verantwortung geprägte Rede des Lescin der „Lö- Schließlich ist in der Entgegnung von objektiver beckischen Blätter“ in ihren wesentlichen Teilen L îr; . gegn & rr cs thalten blieb“ Kritik“ die Rede, eine Formulierung, die an sich ysren . en LA ; fach nicht richtig. Wer die i bereits eine contradictio in adjecto ist. Jede Kritik S s cura ss ru Ü s basiert auf Kenntnis der Sachverhalte und auf ver- vergleicht, wird feststellen, daß keine wesentlichen nünftiger Argumentation. Sie bestimmen ihre Teile ausgelassen sind. Qualität. Damit bleibt sie trotzdem letztlich immer In dem Bericht ist ein Hinweis auf die Diskus- noch von der Person des Kritikers her bestimmt. sion von systemüberwindenden Formen im Bereich eg Lübeck gibt die Oper auf! ava-meliduns v. 1. 4. 78 „In der letzten Sitzung der Bürgerschaft der also unser Anrecht nicht im Parkett gewesen, hätte EE S + Sufzugeben, damit entfällt Oper und Operette jetzt schon mehrfach feststellen, daß an vier Tagen Aan den Städtischen Bühnen der Hansestadt. in der Woche, meist von Montag bis Donnerstag, Der Besuch der Oper war so rückläufig, daß keine Vorstellung im Großen Haus war. Außer Ü BUG o cats t.; k zum Wochenschluß können Opernaufführungen nur Ie Tadurch freiwerdenden Mittel sollen für durchgeführt werden, wenn zumindest ein Anrecht dringliche soziale Aufgaben und den Umwelt- drin ist; Aufführungen nur im freien Verkauf sind schutz verwandt werden.“ kaum zu verantworten. Wenn diese Entwicklung Das wird dann ein Wehklagen der Bürger geben! s0 weitergeht, dann wird jene Schlagzci le wie oben Einen solchen Kunst- und Prestigeverlust könne uns eines Tages aufwecken, mur, dann ist es zu spät! sich die Hansestadt nicht leisten! Man wird das Jedes Theater hat seine Berechtigung verloren, hohe Niveau entdecken und nach den Schuldigen wenn es keine Besucher mehr findet, es kann dann rufen! Aber dann ist es zu spät! Heute und morgen Aus öffentlichen Mitteln nicht mehr unterstützt kann es aber verhindert werden, wenn die Bürger werden, denn es kann und soll kein Selbstzweck unserer Stadt jetzt und heute entdecken würden, sein. Es liegt an uns, den Bürgern dieser Stadt, ob welch hohen künstlerischen Genuß ihnen ihre Oper wir in Lübeck auch künftig Oper und Operette schenken kann, wenn sie nur in die Oper gehen hören werden; es würden dann natürlich ebenso würden. Aber was wird da alles von Provinz- unsere Sinfoniekonzerte mit einem eigenen städti- Niveau erzählt und kolportiert, ja, so sagt man doch schen Orchester aufhören, unser Leben würde weiter in Kreisen, die es WISSen müssen oder angeben, es Vverarmen, auch unser Kontakt miteinander würde genau zu wissen, dak man doch in Lübeck nicht in um eine wertvolle Kontaktstelle, die ein Theater die Oper gehen könne, das könne man in Hamburg, und ein Konzertsaal auch darstellen, verringert München und Berlin! Nur die so sprechen, haben Sein. gewiß in den letzten Jahren keine Opern-Auf- Wenn hier für den Besuch der Oper geworben führung im Großen Haus zu Lübeck erlebt. wird, so kann ich das mit gutem Gewissen tun, Ich will nur die beiden letzten Aufführungen im denn die Aufführungen gerade dieser Spielzeit Opernanrecht unserer Gesellschaft anführen: „Car- sind in jeder Beziehung von hohem künstlerischen dillac‘ von Hindemith und den „Rosenkavalier“ Niveau, sie schenken Genuß für das Ohr, Sinnen- von Strauss. Welche Abende hoher Kunst, welche freude für das Auge und ein lange nachklingendes Freude an der Musik, den glänzenden Stimmen auf Gesamterlebnis von Stimmen, Musik, Bewegung der Bühne, dem großartigen Musizieren im Orche- und Bild. Deshalb der Aufruf an alle Bürger ster. Faszinierend in beiden Aufführungen die Bühr unserer Stadt und ihres Einzugsbereiches, unsere nenbilder und welche Bewegung z. B. in den Oper zu besuchen, auch besonders an die Mitglie- Chören! Das ist ganz sicher kein sogenanntes Pro- der unserer Gesellschaft und unserer Tochtergesell- vinzniveau, und es gibt sicher manche Aufführung schaften, denn wir können nur das haben, was wir an der Hamburger Oper, mit der sich hiesige Auf. uns täglich neu erwerben, wir können nur eine her- führungen messen können, wenn natürlich nicht vorragende Oper haben, wenn wir sie auch besu- verkannt werden kann, daß Hamburg bei den chen! Wenn wir das nicht tun, haben wir dann, dort vorhandenen Mitteln noch größere Möglich. wenn wirklich eine Schließung der Oper erwogen keiten als Lübeck hat. Aber wie sieht es mit den werden müßte, wahrlich kein Recht, darüber zu Besuchern aus. Bei unserer letzten Aufführung wehklagen. waren neben den 324 Besuchern unseres Opern- Also besuchen wir Lübecks Oper, sie wird uns anrechts noch ganze 121 Besucher im Haus. Wäre reich beschenken! Rolf Sander Ih
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.