Full text: Lübeckische Blätter. 1971 (131)

s Cabaret-Milieu bietet reichlich Möglichkei- ta Chansons, Tanz und allerlei komischen RAUMAU S STATTU NG um h) §ux usr rem. Uein Rucolf Kuhlmann & Sohn ramentvollen Fröhlichkeit, die Kennzeichen Sc. POLSTERMOBEL - INNENDEKORATION Schlager- und Chansonmusik jener Zeit ist. Sie §! enthält zeitgerechte Boston- und Ensrlsstontöne. FU S S BODEN B ELAGE i gibt es auch eine Reihe ausgespro en wir- h Dab c ek „Nummern“, so den „Willkommen“- Slockengießerstraße 19 - Fernruf 7 65 82 Song, den Confkerencier und Ballett singen, den Chor der nationalistischen Wandervögel „Der mor- | gige Tag ist mein“, das sehr berlinerische „Ich liege Und es ist das Verdienst des „Zemischten Dop- richtig“ des Conferenciers und das Lied vom kleir pels“, der Darsteller Dagmar Laurens und Immo nen Nebbich des jüdischen Herrn Schultz. Kroneberg, die diesen Intentionen der Regie so In der New Yorker Originalausstattuns von Boris folgten, daß so etwas wie ein nachdenkliches Ehe- Aronson, die über London und Wien nach Lübeck Kabarett Bühnenwirklichkeit wurde. i gekommen war, konnte Musical-Spezialist und Zwischen den Dialogszenen bemühte sich Stéfan Anatevka“-Regisseur Vibach seinen Traum von Horn, einige von George Melly beschriebene „Typen“ Einem anspruchsvollen Musical verwirklichen. Das zu charakterisieren: den Pfarrer, den Leiter der große Ensemble, aus dem noch OttorHans Meinecke Bankfiliale, den Rechtsanwalt, das Kindermädchen, als Schultz, Roswitha Karon als Sally, Henry Kielo den Arzt, den Gewerkschaftsfunktionär und den mann als Amerikaner sowie die Gäste Doris Masjos Fernsehregisseur. Das gelang mit unterschiedlichem als Fräulein Schroeder und Eva-Maria Bauer als Erfolgs. Horn geriet gelegentlich ins allzu Laute, Matrosendirne Fräulein Kost der besonderen Er- dick Aufgetragene, Klischierte. Schade! wähnung bedürfen, gab ihm dabei hervorragende Im ganzen nahm das Publikum die „Abendunter- Hilfestellung. Nach der Premiere erscheint es durchr haltung“ mit großem Vergnügen auf. Wenn nicht aus möglich, daß die Lübecker Aufführung dem gaqhles trügt, wird noch viele Abende auf der Lübecker Musical „Cabaret“ den Weg auf die deutschen Studiobühne zu sehen sein, wie man die schwierige Bühnen freigemacht hat. Gro. Rrfahrung spielt, die hier „Gemischtes Doppel“ heißt. Gro. Studio: „Gemischtes Doppel“ Hinter dem Titel „Gemischtes Doppel“ verbirgt Bachs Johannes-Passion in St. Aegidien sich kein Stück, sondern ein feuilletonistisches Schon in seinen früheren Kirchenkonzerten hat Potpourri, das Anton Rodgers zusammengestellt gich Herbert Breuer in der Interpretation Bachscher hat. Acht Autoren, Engländer oder in England werke von emotionaler Einstellung leiten lassen. lebende aus den Jahrgängen zwischen 1924 und Hie Textinhalte erfahren eine subtile Deutung, die 1939, unter ihnen James Saunders und Harold gich in subjektiver Differenzierung der musikali- Pinter, sind an dieser „Abendunterhaltung über die g;chen Substanz äußert. Mag diese Auffassung Ehe“, wie der Untertitel des Lübecker Studioabends von der übrigens die junge Generation stark beein- lautet, beteiligt. flußt wird – zunächst den an distanzierende „histo- Von der Hochzeitsreise bis zur Silberhochzeit rische Werktreue“ gewöhnten Hörer irritieren, s0 wird in ironischen Dialogen die Problematik des wird er sich der suggestiven Aussage dennoch nicht „gemischten Doppels“, werden die kleineren und entziehen können. Breuer deutet das Werk stets größeren Querelen des ehelichen Alltags unter die motiviert aus der Reflexion seines Inhalts, um es Eupe genommen und mit freundlichem Spott ent- in ein unmittelbares Verständnis zu transponieren. larvt: die eingefahrene, stets wiederholte und sich Auch die Aufführung der „Johannes-Passion“ durch wiederholende Langeweile der abendlichen Teer den Lübecker Bach-Chor in St. Aegidien folgte stunde (,„Jetzt wird er gleich das und das sagen“), dieser Grundhaltung. der Rückblick bei der Silberhochzeit auf eine Zeit, Die erregenden Situationen des Passionsdramas die zu feiern sich eigentlich nicht lohnt, weswegen wurden durch die Vielzahl musikalischer Ausdrucks- man auch das vorgesehene festliche Essen im Restau- mittel bewußt: kontrastreiche Gestaltung der Dyna- rant ebensogut ausfallen lassen kann, das Tennis- mik, der Agogik und der Tempi betonte diese ex- spiel des Ehepaares im „gemischten Doppel“, bei pressive Haltung, während die Gliederung durch dem stets beide Partner nach dem Ball laufen, um Paysenabschnitte eine kontemplative Komponente ihn zu schlagen, und sich dann gegenseitig ber jn die Gesamtanlage einbezog. – Herbert Breuer schuldigen. batte einen qualifizierten Kreis von Mitwirkenden Daß sich die sieben Dialoge trotz gewisser Ab- verpflichten können, der seine Konzeption bereit- stufungen in der literarischen Qualität, die bei willig und aufgeschlossen unterstützte. In bemer- sieben Autoren naheliegt, zu einer bruchlos err kenswerter Intensität folgte der stimmlich gut ber- scheinenden ,„Abendunterhaltung“ zusammenfügten, setzte Chor der textlichen Aussage: betont reali- ist das Verdienst dieser Aufführung, das Verdienst stisch in den TurbaersSzenen, engagiert aber auch des Regisseurs Erwin Bigus, der richtig gesehen in den Inhalten der einzelnen Choral-Strophen und hatte, daß man in diesem Studio-Rahnmen, der an der großen Rahmenchöre, die so in konsequenter Intimität noch jedes Zimmertheater übertrifft, mit Einheitlichkeit in den Erlebnisbereich des Subjekts sehr leisen und geradezu beiläufigen Nuancen in einbezogen wurden. Das Orchester aus Mitgliedern Sprache und Geste arbeiten kann. der Hamburger Symphoniker paßte sich bewun- | Ravensburger Bilderbücher, Puzzle, Spiele . Mühlenstraße 26 “ t.] in großer Auswahl für die ganze Familie H- Z Gp... Ruf 7 6541 I 01)
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