Full text: Lübeckische Blätter. 1969 (129)

Die Geiser=-Gruppe für den Markt Zur Frage der Marktgestaltung erhielten wir angaben. Ich meine aber sagen zu dürfen, daß die von Prof. Dr. Wolfgang Müller, Kunsthisto- Herstellung eines Abgusses von einer plastischen risches Institut der Universität Kiel, folgen- Gruppe, die ein fast ausschließlich in der Schweiz den Beitrag. bekannter Bildhauer vor fast einem Menschenalter In Nr. 2 und 3 der „Lübeckischen Blätter“ wird als einen Teil einer Doppelsruppe kür den Eingang n sen Efe, beridiet ut ien Läscke: Marie u cincr Gymnasium seudtten ‘hat, ene ritt! smer Ahgriß usch tiver der beiden Gruppen zuf- Beziehung herausgelöste Gruppe noch dazu auf dem zustellen, die der Schweizer Bildhauer und Maler Meritt. Guts stclit , worde c. peu au. zem Kur] E si sc r für sss Peiner CGvmnasium um staunt und bestürzt zugleich – die Ürupps Geisers 1938 géschzkfen hat ; wäre in Lübeck, auf dem Markt, in jeder Weise Das Werk des n. Bern am 22. Dezember 1898 „deplaciert“. Ich kann dem Verfasser des mit z8.! geborenen und zn April 1957 verstorbenen Künst- gezeichneten Beitrages in den Lübeckischen Blättern lers ist außerhalb der Schweiz wenig bekannt ge- vom 1. Februar 1969 (S. 35) nur beistimmen, wenn worden. Erst ein Jahr pech scinéw Tote yurdo cr die Aufstellung der Gruppe anderswo, z. B. in Karl Geiser der VOffkentlichkeit vorgestellt durch den den Grünanlagen, vorschlägt. Der Markt von Li- Schweizer Beitrag fyr Internationalen Skulptur en heck sollte als mittelalterliche Platzanlage von Ausstellung zm Freien yon 1958 im Parkgelände einzigartiger Bedeutung rein als Freiraum erhalten Foqushet. hei Arnheim Niederlande („Internatio- bleiben, nachdem durch die Zerstörungen des Krie- tszle Beeldententoonstelling jn de Open Lucht ges und schlichte Neubauten die ärgsten Dinge des Soonsbek. '58“). Ceizer war dort mit 19 Arbeiten 19. Jahrhunderts von diesem Platz entfernt worden fertreten,. rsl. den Katalog dieser Ausstellung sind. Die Aufstellung der Geiserschen Gruppe ~ s. .: fr 98 bis 116 mit Abbildungen nach mag sie als traditionsgebundene Lösung des künst- rwe! ulpturen, : ; lerischen Problems der Gruppe auch gewisse Me- Ich habe diese Ausstellung seinerzeit besucht und riten haben. -- auf dem Lübecker Markt. wärde mich beim Lesen der beiden Hefte der Lübeckischen jon vielen Besuchern der Stadt und mehr noch von Blätter sofort daran erinnert, wie befremdlich und den künstlerisch empfindenden Bürgern dieser Stadt eigentlich rührend naiv die Arbeiten Geisers n- als Ergebnis einer unfruchtbar-unzeitgemäßen Zier- mitten einer Ausstellung von zeitgenössischer Bild- kreudigkeit empfunden werden, der sehr.leicht Aus- hauerkunst auf mich gewirkt haben. drücke wie „reaktionär“ oder „Neuaufguß des so- Ich möchte dabei nicht unziemlich oder blasiert zialistischen Realismus“ angehängt werden könn- erscheinen, ich habe inzwischen gelesen, daß Karl ten. Das hat der sehr respektable Schweizer Auto- Geiser als Autodidakt 1917 begonnen hat, zu mor didakt nicht verdient. Der Stifter des Nachgusses dellieren und bald darauf mit einem Schweizer möge bedenken, welche geistigen Bewegungen heute Bundesstipendium nach Berlin gekommen ist; leider unter den Kunstfreunden in Lübeck lebendig sind habe ich nicht ergründen können, bei wem Geiser und diskutiert werden, und + darauf verzichten, damals gearbeitet hat. Mehrfach ist Geiser in Paris die Geisersche Gruppe so unpassend für den Markt- und Marseille gewesen. entnehme ich den Katalog- platz zu bestimmen. Wolfgang Müller Die Möblierung des Marktes Stellen wir uns einmal bildlich die „Möblie. Bänke im Schatten, Tische zum Rotweintrinken, die rung“ Lübecks „guter Stube“, des keineswegs großen Fremden, die Einheimischen, die Tauben und ein Marktes vor, so wie er zur Zeit geplant ist. Planschbecken 3,50 m x 3,50 m mit 1 Meter hohen Ein kariertes Pflaster, vier Linden hier, drei Springfontänen, dazu drei dralle Schweizer Ma- Linden da, den Kaak oben alt, unten modern mit derln, die Standfigur, die Arme gefällig ausbrei- Panoramascheiben und Metallstreben, drinnen Cola. tend: „Seht her, wie hübsch ich bin“, alles hübsch Trinkende und Eis-Essende, außen Cola- und Eis- Angestrahlt, auch die Marienkirche angestrahlt, da- reklame, Kartenständer, dazu der übliche Touristen. u das Glockenspiel und in der Seitenkulisse, da schmuck: weggeworkenes Papier, Eisbecher, Eislöffel, plätschert auch noch ein Brünnlein ... kerner zwei Toiletteneingänge, Blumenkästen, Blu- Ja, und wie heißt dann diese Operette? menstände, Blumenfrauen, Bänke in der Sonne. Ilse Wehrmann n B
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