Full text: Lübeckische Blätter. 1969 (129)

Kleiner Zitatenschatz zum Thema kritik Am 26. Oktober 1835 gab der Herausgeber der gen! Das andere wird sich linden. Wie's in „den „Lübecker Fremden- und Schiffsliste“, H. G. Rath- Wald hineinschallt. so schallt's wieder heraus. sens, dieses bekannt: „Um [9a5 Hitec deer Kritik ist unter anderem auch ein steter Kampk Blätter zu erhöhen, habe ich m: U wit.zinigen Freu mit der Empfindlichkeit des Künstlers, sei er nun den und Kennern unserer Bühne und der drama- Maler, Musiker Schauspieler oder Generalinten- tischen Kunst in Verbindung gesetzt, und werde : E Th § tiottazzzn . zchtich dazu; „ Fecer Jemzufolge nicht nur die theatralische Vorstellung Sciduscteles auch der Vetstündigste. - tobt nd eines jeden Tages, mit ihrer Rollenbesetzung, son- tri ut er nur im inincester gatacelt weird. dern auch eine kurze auf Wahrheit und Unpartei- v. dl mit dam valltici Ref hc r t tes lichkeit begründete Beurtheilung derselhen, sls un- übermütige Tor wird, ist er kühler geworden, sich terhaltende Zugabe zu meinen Blättern liefern. micht akfer, tüktorc J. Yer Urin dis ct Die Theaterkritiker jener Zeit mußten manchen Lli ces: rt? '!ürtan § zügen, s1 z. B. §e Fatsächs; : Der Kritiker mag noch so ehrlich beteuern, daß bttrser rich nicht zuk der i ve, 291 .Ôrn u er sich nicht als Besserwisser fühle und dak er nur y bekaqäer. tc ter reor ein erstes, nicht ein letztes Wort geben wolle, der „Wenn gegenwärtig die Chöre schwach besetzt sind litt a ȧ! ur zs . tms W voc cin hug, ichlecht Echsn lberotiier; Lr Nzu t» Chsrs), daß ich lieber lobe als tadle, daß ich ohne Voreinge- f igdes vir dagegen thehrers Szz§!: uud Gänge nommenheit, ohne jegliche Sympathie oder Anti- tuen m. den hosen ds: syeites Rangss zb .*; athie Was die Personenfrage betrifft, an diese schauer, die sich den Gräuel ganz vergnügt anhören. k: i r LS Urase E t Lest Hundert Jahre später schaffte Dr. Joseph Göbbels F chst ran chi dal U ic Hialite ai ER crqi die Kritiker kurzerhand ab, weil sie der NS§-Kunst Dsjcgiss lie § rw z Sts M. ih werde gegenüber immer noch zu kritisch waren. „An die wh re Zs OO . D rs Üie. Anmaßcung Stelle des Kritikers tritt der Kunstschriftleiter. Der [ t mur fern, michlalcteineet.t.4 qrfchi re k Kunstbericht soll weniger Mertung, als vielmehr ss ; yer lem . Ou EUS Rr, Appell L t1stie. Part-lling zd Usti W ürdigvngz ze. so he- res denkbar ist. Wer mich aufmerksam liest, wird gründet Göbbels das Kritikverbot. Und weiter: „Die Heckalh. in strtar Js ie s er Äußerunger, inden großen Kritiker des vorigen Jahrhunderts wollten ; : z cht itl. Taste ey nur Diener am Kunstwerk sein. Sie gaben Rechen- [: L f: * st z fkeitenr. 16: . E Ve schs kt mit der Achtung und der Erfuetht or ler Sprache étüar bt. ß czscrwissers. Allen Emp- Leistung des anderen, aber sie warfen sich nicht zum Fi clidkerterr.. ü LCrciül rc oz Rte) unfehlbaren Richter über fremde Leistung auf. Der Hmndli eiten Kann unsere n te Kunstbericht setzt die Achtung vor dem künstleri- wegen nie und nummer gerecht werden. schen Schaffen und der künstlerischen Leistung vor- Man kann allerdings auch ganz tief fallen bis aus. Er verlangt Bildung, Takt. anständige Gesin- zum dümmsten aller Argumente gegen den Kriti- nung.“ ker, dem Argument vom „Bessermachen“. „Soll Anstand also verlangt Göbbels vom Kritiker. der doch erst einmal so spielen wie Menuhin!“ Dazu sagt einer der von ihm apostrophierten „gro- Man kann auch sagen, wenn ein Kritiker wirklich Ren Kritiker des vorigen Jahrhunderts“, nämlich etwas vom Theater verstünde, so wäre er ja beim Theodor Fontane: ,Es ist kurchtbar billig und be- Theater. Aber diese Argumentation richtet sich quem, immer von den Anstandsverpflichtungen der selbst. Gesagt wurde es übrigens am 17. September Kritik zu sprechen. Zum Himmelwetter, erfüllt sel- 1969 im Groken Haus der Städtischen Bühnen zu ber erst durch eure Leistungen diese Verpflichtun- Lübeck. Gro. Auch eine Ehrenrettung für Prof. von Lütgendorff In der letzten Nummer der Lübeckischen Blätter Pädagoge dankbar empfunden haben. Zu diesen versucht Schulrat a. D. W. Stier eine Ehrenrettung gehörte z. B. Alfred Mahlau, der von Lütgendorfk für Professor von Lütgendorff. Anlaß dazu gab] in :den..Lübeckischen Blättern Worte des Dankes ihm die Ansprache von Dr. Max Hasse zur Eröff- gewidmet hat. nung der Ausstellung »Handzeichnungen alter Mei- Als von Lütgendorff nach Lübeck zum Konser- ster“ im St. Annen-Museum. Daß Prof. von Lüt- vator der Gemäldesammlung im Dommuseum be- gendorfkk ein gütiger, liebenswerter Mensch war, ruken wurde, mag der damaligen Auffassung ent- bezeugen alle, die ihn gekannt und seine Mensch- sprechend in erster Linie seine Eigenschaft als lichkeit erlebt haben, insbesondere die vielen Lü- Maler entscheidend gewesen sein. Außer seiner becker Maler und malenden Laien, die Lütgendorffs Tätigkeit als Pädagoge ist er als Maler. nur cin. Kunstschule Ecke Pferdemarkt/Kapitelstraße besucht mal bei der Ausschmückung der Nordfassade des und sein verständnisvolles Gewährenlassen als Rathauses mit einer wesentlichen Aufgabe betraut 241
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