Full text: Lübeckische Blätter. 1969 (129)

wartet hatte, das ihn zum Priwall bringen sollte. „Ja, sie werden wohl noch lange ausbleiben bei Die erste Entladung des väterlichen Zornes be- dem stärker werdenden Nord-Ost, und dann kann kam der unschuldige Herr Heinrich an der Fähre das schwere Boot ja nicht kreuzen“, meinte der zu spüren, der nach den nichtsnutzigen Jungen ger Fährmann und freute sich im stillen auf das gute kragt wurde: Trinkgeld, das mein Vater immer gab, wenn er „Ja ja, Herr Pastor, ihre Jungs, die sind mit mal allein von Herrn Heinrich übergesetzt wurde. dem Boot in die Poetenitzer Wiek gesegelt!“ Abends kam dann die Strafe über die Sünder der „Was, gesegelt?“ rief der Vater. „Das ist ja christlichen Seefahrt. eine schöne Bescherung, Herr Heinrich.“ (Wird fortgesetzt) 50 Jahre Vereinigung Lübecker Künstler Eine Jubiläumsausstellung der Gemeinschaft Lü- mit allen menschlichen Unzulänglichkeiten kämpft becker Maler und Bildhauer im Dommuseum zeigte und lebt. Der Akzent liegt auf dem „leben“. Die es: seit fünfzig Jahren gibt es den lebendigen, durch großartigste Mumie wird .in Frage gestellt durch eine Vereinigung lose gesteuerten Kontakt unter ein frisches Bild, denn nur aus dem ständigen Be- den Kunstschaffenden Lübecks. Eine Ausstellung mühen können neue Wege gefunden werden. wurde zu diesem festlichen Anlaß vorbereitet und Es gab manches auszusetzen an der Ausstellung. nicht einmal sehr lange, keine vier Wochen, gezeigt. Warum war der historische Teil so isoliert? Warum Eine Art von Jahresschau? Auf den ersten Blick nicht die Arbeiten Peter Kleinschmidts neben die schien es s0. Da waren die bekannten Namen, ein von Asmus Jessen hängen, die Bakschats neben sorgfältig geplantes Programm, nach dem die Bossanyis? Es gäbe viele Parallelen, Gegensätze, Werke gehängt wurden. Daß dem historischen Teil, auch technischer Art. Daß sich die jüngere Genera- dem sogenannten, cin großer Raum zuteil wurde, tion so in den Hintergrund gedrängt hat, ist gewiß ist ebenso selbstverständlich wie die Anerkennung ehrenwert gemeint, nötig war es nicht. Denn sie der gegenwärtig tätigen Künstler, obwohl es eigent- ga]lein vertritt hente eine Lübecker Künstlergemein- lich fragwürdig ist, nach Jahrgängen und Länge schaft, zu der man auch die zählen kann, die sich der Mitgliedschaft zu unterscheiden. Man kann z. B. aus Unlust am Registriertwerden oder aus welchen einem Curt Stoermer gewiß nicht unterstellen, nur Gründen auch immer nicht entschließen können, historisch zu sein, gerade ihm, der so souverän in Mitglieder eines Vereins zu werden. An ihnen der Gegenwart steht. Es bleibt auch müßig, die allen liegt es, ob das künfundsiebzigjährige Jubi- Frage zu stellen, welchem Jahr die größere Bedeu- [zum gefeiert wird. So, wie die Gemeinschaft heute t zukommt, dem ersten oder dem künkzigsten. existiert, kann man getrost in die Zukunft der näch- B E Bas sszer Urls Eitecheiüer nach seiner ¿ten fünfundzwanzig Jahre blicken und für sie ein gkeit zu leben, mn der ergangenheit oder gutes Gelingen und Erfolg aller Arbeit wünschen. gegenwartsbezogen oder die Zeitalter weise verbin- dend. Es bleibt als Ergebnis eine Gemeinschaft. die Gerda Schmidt Buchbesprechungen MERIAN, Heft 5/ XXII, Holstein Lübecker Bucht“. Über die Lebensformen des mo- . In den ausgezeichnet redigierten MERIAN
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