Full text: Lübeckische Blätter. 1969 (129)

Tausend Kilometer Straße f Die Arbeit des Straßenbau amtes Lübeck (Fortsetzung und Schluß) Das also sind im wesentlichen die ständigen Auf- Studien für die Abstimmung mit der Landes- und gaben des Amtes, das in seiner geschichtlichen Ent- Ortsplanung und das Raumordnungsverfahren wicklung unter anderem auf einer Wegeordnung stehen am Anfang. Es folgt die Aufstellung des der Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauen- Vorentwurks, die bereits eine grundsätzliche Lösung burg vom 1. März 1842 basiert. aller technischen und baurechtlichen Probleme s0- Daneben aber haben die Mitarbeiter der Straken- wie die Ermittlung der Kosten bringen sollte. bauverwaltung seit 1950 und in verstärktem Um- Wesentlich ist dabei die Albstimmung und Koordi- fang seit 1962 das vorhandene Straßennetz den nierung mit den betroffenen Anliegern und den heutigen Verkehrsanforderungen anzupassen und dölfentlichen Baulastträgern. Die relativ dichte Be- durch Neubauten zu ergänzen. Investitionen dafür siedlung und die hohe Infrastruktur im Gebiet betrugen 1950 gut 3 Millionen Mark, 1968 mehr zwischen der Elbe und der Ostsee gestaltet diese als 36 Millionen Mark. Arbeit besonders vielschichtig. Durch das Straßenbaufinanzierungsgesetz und Die baureife Planung des genehmigten Vorent- durch das Ausbauplangesetz hat der Bund die wurks ist auf der nächsten Stufe zu erledigen. Die finanzielle Voraussetzung für die drei Vierjahres- Verträge und Kostenteilungsvereinbarungen müssen pläne von 19538 bis einschließlich 1970 geschatfen. aufgestellt und abgeschlossen werden. Dann folgt Zur Zeit laufen die Erhebungen für die Auf- das Planfeststellungsverfahren, das ergänzt werden stellung der kommenden Ausbaupläne bis 1985. sollte durch parallel verlaufende Grundstücksver- Zwischen 1958 und 1968 wurden im Lübecker handlungen möglichst mit Vertragsabschluß. Erst Amtsbereich insgesamt 263 Millionen Mark in- mit dem Plankfeststellungsbeschluß erhält der Bau- vestiert, davon 166 Millionen Mark allein durch lastträger das Enteignungsrecht. Werden die Plan- den Bund, 57,8 Millionen durch das Land und keststellungsbeschlüsse aber angefochten, dann sind 39,2 Millionen Mark durch die Landkreise. In den meist Klageverfahren vor den Verwaltungsgerich- zehn Jahren davor (1948 bis 1958) war es nicht ten nicht zu vermeiden. Aufstellung der Bauver- einmal ein Viertel dieser Summe gewesen. Es träge, Ausschreibung und Auftragsvergabe sowie waren genau 64,2 Millionen Mark. Damals hatten Bauüberwachung und Abrechnung bilden das der Bund 26,1 Millionen, das Land 24,5 Millionen Schlußstück des komplizierten Weges einer neuen und die Landkreise 13.6 Millionen Mark ausge- Straße von der Idee bis zur Verwirklichung. Oft geben. sind dazu mehrere Jahre erforderlich. Vier bis Die in diesen Zahlen deutlich werdende Arbeits- sieben Jahre sind in den Fällen mit Planfest- belastung für die im Amt Beschäftigten wird mög- stellung ~ aber ohne Enteignungsverfahren - für licherweise noch übertroffen von den zwischen 19790 die Zeit zwischen Planungsbeginn und Verkehrs- und 1985 wahrscheinlich anstehenden Aufgaben. freigabe anzusetzen. Die heute schon für die sogenannte 2. Ausbauphase Zur Erledigung aller Arbeiten ist das Straßen- bis zur erwarteten Verkehrssättigung in den Jahr- bauamt Lübeck personell nicht ausreichend besetzt. ren 1985 bis 1990 bekannten und zur Planung Es fehlen insbesondere Ingenieurkräfte, so daß akt vorgesehenen bzw. freigegebenen Projekte erfor- Ingenieurarbeit an freischaffende Kräfte vergeben dern einen Investitionsaufwand von etwa 600 Mil- werden muß. Für eine solche Vergabe eignen sich lionen Mark. Dazu kommt für die Landesstraken vorwiegend Vermessungs- und Kartierungsarbeiten, ein geschätzter Investitionsbedarf von 75 Millionen Baureifmachung von Straßenentwürfen, Brücken- und für den Landkreis Stormarn von etwa 45 Mil- entwürfen, Baugrundgutachten, Verkehrserhebun- lionen Mark. Fürwahr riesige Summen, wenn sie gen und besonders Vergleichs- und Wirtschaftlich- in dieser geballten Form zusammenstehen. Mit kceitsberechnungen. einem jährlichen Bauvolumen von 40 bis 45 Mil- Insgesamt gesehen ist das Ziel zukunftsträch- lionen Mark muß durchschnittlich in den nächsten tiger Planungsergebnisse aber nur zu verwirklichen, Jahren gerechnet werden, wobei schon eingeplant wenn die kommunalen Planungsträger besser als ist, daß das neue Fernstraßenneubauamt Eutin ab hisher finanziell in die Lage versetzt werden, die April 1969 emu1ge Grokbauvorhaben 1- Ostholstein Grundkonzeption für eine weitschauende Planung übernimmt und damit die Straßenbauämter Eutin gpy erarbeiten. Einen Ausweg aus dieser Situation und Lübeck entlastet. könnten nach Meinung des Amtes wahrscheinlich Mit der Geldbewilligung aber ist nicht die wer größere Einheiten (sachlich und räumlich) von Pla- sentliche Arbeit geleistet, im Gegenteil, sie it – nungsträgern bringen. Ihr Vorteil läge in der Her- vom Zeitaufwand gesehen ~ wohl der unbedeur absetzung einer Vielzahl von Reibungsfklächen tendste Teil eines Straßenhaus. Am Schreibtisch ist und Zuständigkeiten und in einer vielleicht an- der Löwenanteil der Straßenbauarbeiten zu erledi- nähernden Deckungsgleichheit zwischen Zuständig- gen, jedenfalls was die umfangreiche Vorbereitung keitsgrenzen und natürlichen Planungsräumen. betrifft. Planstudien und verkehrswirtschaftliche pil. 1 4 4.
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