Full text: Lübeckische Blätter. 1969 (129)

dak nur direkt unter dieser Orgel und sonst fast Epitaphien in besonderer Größe und Fülle zu fin- nirgends in der Kirche eine ausreichende Akustik den waren? Sind diese Großraumkirchen schon da- vorhanden war. Wie unermeßlich schön waren doch mals für die Akustik als besonders anfällig er- vor der Zerstörung die Abendmusiken und Kon- kannt worden? zerte, und wie bereichernd war es, als man in den Die Position der wiedererbauten neuen groß 20er Jahren mit der neuen Orgelbewegung die Orgel scheint zwar glücklicher zu sein als die en Verwandlung des Klangbildes verstehen lernte, die Totentanzorgel. Ihre Töne kann man wenigstens vom „brausenden Orgelton“ zur differenzierten differenzierter hören, wenngleich auch hier noch Polyphonie kührte. Jetzt braust und säuselt es wier yieles ineinanderfliekt und Wünsche unbefriedigt der in St. Marien. bleiben. Die großen Orgeln in St. Jakobi us! Liegt das vielleicht an den fehlenden Klang- und St. Aegidien jedenfalls übertreffen dank der Akustik Echohemmern, liegt es daran, dak Lettner und des Kirchenraumes, in dem sie stehen, an Klarheit hohes Gestühl und all die vielen barocken Epir des Klanges bei weitem die neue große Marien- taphien an den Pfeilern fehlen, die optisch zwar Orgel. Auch wenn sie in erster Linie ein Instrument unschön: waren [und. störten, aber vielleicht die zum Lobe Gottes und eine Dienerin der Gemeinde Akustik wesentlich beeinflußten? Hat man sie viel im Gottesdienst sein soll (überwältigend schön bei leicht auch des Klanges wegen aufgehängt? der Begleitung mit vollem Werk „Nun danket alle Ist der zeitliche Zusammenfall der Entstehung Gott“!) ro bleiben doch große Wünsche und Fragen lieser barocken Monstregebilde mit ihren Stelen, offen, die die künstlerische zeitgemäße Wiedergabe Putten, Girlanden, Dächern und all ihrem in den der Kirchenmusik betreffen. Ob hier nicht auch die Raum greifenden Beiwerk mit der Blüte der HLTechnik helfen könnte? Man wagt es kaum auszu- barocken. Kirchenmusik und dem Neubau großer sprechen: Die Orgelmusik auf Walter Krafts Gram- Orgeln ein Zufall? Ist es nicht auffallend, daß mophon-Platten ist fast schöner als die in der gerade in Danzigs und Lübecks Marienkirche diese Marienkirche. E Markt und Marienkirchhok - zwei W'ünsche für 1969 ]. Markt: Bürger angeregt werden, ihre Auffassung dazu zu Im Frühjahr 1968 wurde die Aussprache um die hagen. ' Marktgestaltung in den „Lübecker Nachrichten“ Es ist nun meine Meinung, daß nur der wirklich wieder neu belebt. Es wurde ein Gespräch des Bau- mittelalterliche Teil des Kaak wiederaufzustellen senators mit einem Lübecker Architekten u. a. über ist und sich die Gestaltung unterhalb des Prangers die Marktgestaltung abgedruckt, in dem zum Aus- für Marktfrevler, der der Kaak ja war, nach den druck gebracht wurde, daß es sich auch denken heutigen Erfordernissen richten kann. Wenn noch lasse, an Stelle des Kaak eine Cafeteria auf den im vorigen Jahrhundert in budenartigen Gebäuden Markt zu setzen und den Kaak, wenn seine Auf- unterhalb des Kaaks Butter verkauft wurde und stellung unbedingt gewünscht werde, an anderer seit den zwanziger Jahren bis zur Palmsonntag- Stelle aufzustellen. nacht 1942 Fahrkarten und Reisen, dann können Inzwischen ist es durch die Aussprache, die die jetzt dort auch Getränke und Eis für die Besucher Vorsteherschafkt unserer Gesellschaft mit Herrn Se- dieses Platzes verkauft werden. Das sollte dann nator Kresse hatte - ich verweise auf den Bericht auch in Formen geschehen. die unserer Zeit ent- in Nr. 11/1968 dieser Blätter und die Initiative sprechen. Ú des Direktors unserer Gesellschaft, Herrn Baudirek- Es sollten auch die Blumenstände bleiben, denn tor Dalstein, wohl allgemeine Auffassung gewor- der Markt war nicht nur Versammlungsfläche, son- den, daß der Kaak nur auf dem Markt wieder dern mehr noch Verkaufsraum. aufgestellt werden kann, weil er historisch nur zu Es geht nun die Aussprache noch um die Frage, ihm Beziehung hat. ob ein Brunnen oder eine Skulpturengruppe zu- Es ist auch bekannt, daß die Bauverwaltung die sätzlich auk dem Markt aufgestellt werden soll. Es Gestaltung des Marktes weiter überprüft. Es ist ist bekannt, daß ein Lübecker Bürger der Stadt nun sicher der Wunsch der Bürger unserer Stadt eine Skulpturengruppe des Schweizer Bildhauers und auch im Interesse der Besucher unserer Stadt Geiser schenken will, die auf dem Markt nach wünschenswert, dak noch im Jahre 1969 Senat und seinem Wunsch ihren Platz haben soll. Der Platz, Bürgerschaft endgültig sich entscheiden, wie die der jetzt von Herrn Senator Kresse für dieses que vorgenommen werden soll, wobei sehr Kunstwerk vorgesehen ist, nämlich auf dem Markt- zu begrüßen . wenn vorher durch Ausstellung rand gegenüber dem Café Maret, ist gut. So wird tder.:Piäne.. z::P. ünter den Marktarkaden. auch die sie für den Passanten. der durch den Rathaushof
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