Full text: Lübeckische Blätter. 1968 (128)

riler Lustigkeit und Romantisch-Nächtigem („Auf- doch wird in der Zwiesprache zwischen Jesus und träge“, „Geisternähe“, „Lust der Sturmnacht“, „Karr der Seele ein göttlich-menschlicher Kontrast durch tenlegerin“) etwas versprengt aus. Grace Bumbry die unterschiedliche stimmliche Anlage spürbar. An schien im ganzen von ihrer Operngestaltung her beiden Stimmen gefielen eine klare und durchsich- dem Darstellenden, den hintergründigen Zwischen- tige Führung und die Sauberkeit im Figurativen. Der tönen in Schumanns Musik noch näher als Schuberts Text war leider ohne Beiblatt kaum zu verstehen; Liedern; das war auf dem Gipfel am Beginn der der Grund wird im Aufführungsort auf dem Lettner letzten Gruppe, in der schneidenden, grellen Dzmonie zu suchen sein, von dem aus die Akustik halliger von Eichendorffs ,„Waldgespräch“. Aber dann err und verwaschener ist als vom meist bevorzugten wies sich, daß Grace Bumbry dessen gar nicht be- Platz in der Seitenkapelle. Sehr negativ wirkten darf: die reine Naturlyrik der „Mondnacht“, das sich auch die akustischen Verhältnisse auf die klang- schmerzlich-schöne Seelenbekenntnis von Heines liche Wirkung der Rezitativbegleitung aus: das „Wenn ich in deine Augen seh'“ mit seiner kemer Cembalo war so gut wie unhörbar, der Kontrabaß plizierten wie wahren Liebes-Psychologie waren das zu aufdringlich. Höchste des Abends, in der Sternenweite des Aus- Herbert Breuer folgte in der Anlage der Werke drucksbogens wie der wehen Natürlichkeit des Ger einer sprachexpressiven Breite, die aber immer sangs. „Sandmann“ und „Widmung“ konnten danach wieder durch eine zügige, raumschaffende Bewegung nur noch Ausklang sein, der die Hörer in die irdiscle und im letzten Duett „Nun verschwinden alle Welt zurückholte. – Noch einmal, in der 1. Zugabe, Plagen“ durch musikantisch impulsiven Schwung klang die ganze Seelenfülle auf in dem ungewöhn- zufgelockert wurde. Auch das Konzert für FIöte und lich breit entfalteten IE grole Orchester in e-moll (eine Rekonstruktion von Ra- nicht“ aus dem Heine-Zyklus op. 48; dann kam der deke) vermittelte eine ähnlich gelöste, heitere lichte, schelmische Epilog mit der mimisch beredt Grundstimmung. Theo Pods hlies mit ausgeglichener beklagten „Forelle“ und Brahms' „Vergeblichem Tonqualität den Flötenpart, aus dessen elegantem Ständchen“ " als neckisch beziehungsreichem Ab- kyklIuß neben aller Konvention manches auch deutlich schiedsgruß. Diese Sängerin besitzt überraschend an den Erfindungsreichtum im repräsentativen viele Gesichter. Flötenwerk Bachs erinnert. Mit federnder, ästhe- Ein idealer Begleiter für Grace Bumbry war tizchsr HS. . zu . wer. r! Esorre orauzon Wr >tttactks ict tts Herbert Breuer seine Musiker. Er sollte aber doch schmiegt hatte, dessen Fähigkeiten in der Gestaltung dedenken, daß unsere ad hoc zusammengestellten Egg EE E 21.525; meisten bezauberten. So bis zum Hauch die Sekund- k ; 1 ; “vs. : ö der gelegentlich einer festeren Hand bedurft hätte. szyuzsn. uu d die sich ziedersen en Czich atles in Das gilt auch für das Continuo in den Rerzitativen. Atem zu halten – das war ganz außergewöhnlich Herbert Breuer hat allen Grund, nach diesem bei allem Erlesenen sonst, das dieser still versenkte, Konzert Mut für seine Arbeit zu schöpfen. Aus dem ganz dienende Pianist zu leisten wußte. Er hatte Hörerkreis, der zu diesem Abend erschienen und eil an dem großen, triumphalen Erfolgs Grace für die Verhältnisse an St. Aegidien gar nicht so Bumbrys, die für 2 Stunden den höchsten Glanz der klein war, mag er ersehen, daß sein Neubeginn ein Eunstwjslt nach Lübeck gebracht hatte. dankbares Interesse hervorgerufen hat. Dr. Klaus Matthias Nils Hansen Ziem: Die Einladung Ein neuer Beginn der „Musik in St. Aegidien“ Autor der „Einladung“ ist der 36jährige Jochen Lübecks F de der Kirchenmusik hatten ge- Ziem, der 1956 nach Westdeutschland kam und hier notti, Jag s u. Wechsel Panter K uyz f auch tie E }px Frzicich sue maren. St. Jakobi die in den vergangenen Ja en SO r- t I : sik in Auflagenhöhen brachte. Z z lehmdis sf esrrataton, sondern zu qu: ? er srtter ut schert . zich. . B5z23 gen Musiker eine dankenswerte Aufgabe zur Fort- € dram s ; ;; ö it seinem West-Konflikts zu handeln. Ein westdeutsches Ehe- cggge t g g g - dienorganist Herbert Breuer zu erkennen, dal e W. 1e ; ct S Us ic t diese Chance wahrnenmen will. Noch kann dem chen., hewesen; vac t darübe l ici ts; ie neu zu formierenden kleinen Chor keine große, Die jedoch sind : uc; w US ler z): selbständige Aufgabe zügetuztet prerden, : te Ur hal tosen c§ cn können. Die Auseinander- Zeit für einen Orgelzyltus sol! gt houunes § 15 d Lüber ist das Problem dieser Ehe. Beim Jahr reif sein, doch hatte Herbert Breuer zu jesstt tzug. sr ie Arbeitsscheu, die Faszination durch Dehüt sin Eaumsr z? emu. U any évgestzlt; r .~1 des goldenen Westens und bei der Urige ver fue Werken von Joh. Seb. Bach im Rheinland verheirateten Tochter dss manager- dn 1tgétuunazvutien. Anfank u rächen. I: Die beiden um 1740 entstandenen „Dialogkanta- Mzunes- . drei Akte lang vor dem Zuschauer ten“ zwischen Baß und Sopran mit abschließendem uk. Und damit ist, obwohl die Mauer gleichsam ton“ zwischen Zsjer arne (6§V 57) und „Liebster ten durch das Stück hindurchgeht, die „Ein- Jesu, mein Verlangen“ (BWV 32) sind Werke, die ung“ kein politisches Stück, Sondern vielmehr den persönlichen Stil Bachs in Sprache und Form n in deutschem Kleinbürgermief gebratenes und besonders typisieren. Das Verströmer Ues psdrucis. entsprechend ranziges „Wer hat Angst vor Virginia vollen Melodik, oft auch ohne DarcaporTeil, ist mit oolf?“ Auf dieses Stück von Edward Albee be- dem Begriff der „Arie“ nicht mehr zu erfassen. cnuft sich übrigens Jochen Ziem, Es habe ihm, so terminologisch könnte man sich am ehesten wieder ru!t. s wiegen, Jaß auch für das Theater mit einmal mit dem ,„Arioso“ behelfen. Einen sole! ster und mit neuer, notwendiger Sachlichkeit affektgeladenen Gesang vermag die aussgrs itte gearbeitet werden könne. Ziems Sachlichkeit ist die zal telnet er Freund gültiger IMB zk, der Fotokamera. Sein Ziel ist Entlarvung durch Stumme von I' ie topran: von Raith: Sprick- pus
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