Full text: Lübeckische Blätter. 1968 (128)

Die „Lübeckischen Blätter“, deren Mitarbeiter Auf tragfähigerem Fundament stand die musi- der Unterzeichnete jahrzenntelang war und ihrem kalische Wiedergabe durch die Sänger. So erfüllte Ausschuß durch Jahre angehörte, registrieren alle die imponierende Bewältigung der Hauptpartien der dedeutenden kulturellen Ereignisse der Hansestadt Leonore und des Florestan durch Ingeborg Exner und sehen diese auch als ihre Aufgabe an. Erich a. G. und Tom Swift recht none Ansprüche, wobei Dummer hat in diesen Blättern oft selbst das Wort nur in einigen exponierten Lagen Wünsche offen ergriffen. So sei hiermit an ihn als Künstler und blieben. Antonin Svorc, ein kraftvoller Hüne, gab Mensch erinnert, der als Vorsitzender der Vereini- als Gast dem Pizarro das erforderliche Zwielicht gung Lübecker Künstler und als Vorstandsmitglies des brutalen Schurken. Als gehorsamen Untertan der Overbeck-Gesellschaft im wahren Sinne auch mit gütigem Herzen überzeugte Frido Meyer-Wolft „Eemeinnützig“ gewirkt hat als ein Rocco, der sich auch stimmlich erfreulich AB Enns lscher outtaitcts. Mit sicherem Nusraurn Ir. ü stellte si rsula Farr in der Partie der Marzelline als Gewinn für Theater und Musik Jas Ensemble vor. In kleineren Aufgaben hörte man Beethoven: riaelio L t D LSR In warmem Rot leuchten die Sitzreihen des neuen und Karl-Heinz Matthausch als ersten und SMWEilEN Gestühls, von der Decke strahlen geschmackvolle Gefangenen. Beleuchtungskörper und ein sgoldbrauner Bühnen- Nach dem strahlenden Schluß, der sehr exakt vorhang trägt zur verbesserten Raumwirkuns bei. tudiert war und unter Klee mit hymnischem Die lang angekündigte Renovierung des Großen Schwung musiziert wurde. gab es langanhaltenden Hauses der Städtischen Bühnen ist in ihrem ersten Beifall und zahlreiche Vorhänge. Abschnitt abgeschlossen. Die Ara des neuen Inten- D+. Gerhard Hanschke danten, an die man große Hoffnungen knüpft, be- ginnt damit unter günstigen Vorzeichen, s0 daß man auf die Kommenden Ergebnisse gespannt sein Smetana: Die verkaufte Braut tivrt. : ; Beethovens Trotz tiefwirkender Umwandlungen der mensch- Zur festlichen Premiere hatte man OVens [ichen Gesellschaft hat Smetanas Nationaloper „Die hohes Bekenntnis zur Menschlichkeit, den Fidelio, li en geseuscre, Uichts vii ? ; Po ?zUoner n= gewählt, dessen Inhalt sicher heute, o Zzis Léhüst, so daß auch der letzten E n S der Städti- politischer Spannungen, erhöhte tg its machte schen Bühnen in der letzten Spielzeit ein voller Be- Von diesem Werk heißt es: . g s Ho is Son. such beschieden war. Die unverbrauchte Kraft dieser Beethoven die Sinfonie reden“. Damit Ist i mitreißenden Musik, unter der die spritzige Ouver- derstellung dieser Musik umrissen. jr. zes»zrts- türe neben den rassigen böhmischen Tänzen einen Mischung von Oper, Oratorium uns tore: Auf- besonderen Platz einnimmt, sicherte auch der Wie- dramatischer Ausdruck uns nach jeder gu nd Be. dergabe den unbestreitbaren Erfolg. Dabei bewegten führung mit einem Gefühl der Bereicherung u h Sers n szenierung (Werner Jacob), Bühnenbild und kreiung entläßt. Diese letzte Wirkung f§ gr zichen: Kostüme durchaus im Rahmen des bewährt-Volks- wird freilich nur selten gelingen. Die J psc: tümlichen. Man barst nicht vor prallem Leben. 80N-- Premiere zeigte mehr solides Handwerk als dern blieb eher konventionell mit den eingefahre- lerischen Höhentlug. . nen Typen einer kreuzbraven Marie, des naiv- C mbehagen. wverursachter-gleich 'die recht un- pgtiteigen Hans. des dummdreisten Heiratsvermitt- saubere Bläser-Intonation zu Beginn der: 216 lers und des stotternden, trottelhnaften Wenzel. Da- spannunglos angelegten sogenannten Fidilio-Ouverr peben sah man zuweilen eine merkwürdig uniforme türe, Trübungen, die auch später die große Leono- Hewegungsregie für die Mitglieder des Chores, s0 ren-Arie und die Einleitung zum zweiten Akt e- gleich in der ersten Szene und auch im zweiten Akt, kindlich beeinträchtigen sollten. Wie beseelt au §ro die jungen Burschen, wie Rekruten aufgereiht, Ündtich hrcintract L rührte. GN, in don übrigen jzzr Driniciied eserzierton: Hizr hütte mehr Fantasie Partien mit dem Orchester musizierte, man vue hingehört, wie in der Zirkus-Szene, wo man nicht bei seinen oft gedehnten Zeitmaßen dss Lz jh! mit Kinfkällen sparte. nicht los, als habe dieser vorzügliche Zlorsrtio zr: Eine fühlbare Distanz schuf die Neutextierung zum Beethovenschen Brio noch n! icht bestritten von Kurt Honolka, die manche der vertrauten Sätze Verhältnis gefunden. Damit soll ni W igctiah mit ausmerzte. Scheint hier auch einiges genauer über- werden, daß ihm mit Hilfe von Josef Zis Her V. setzt, san barer ist diese neue Übertragung sicher dem Gefangenenchor und dem létiten walt des nicht und die alte Fassung wird sie (wie die Neu- drucksvolle Szenen gelangen, ie den. fassung der „Carmen“) kaum verdrängen. Entschei- Abends bestimmten. ; {. das dend bleibt die musikalische Betreuung, die auch nas ert . zich tiqr sis Aukgabe. d~s zjssrzal den Erfsls bestimmte, Am Pult stand init Werk zwar von statuarischer Steifheit freizuha lo Klaus Nagora ein tüchtiger Musiker, der das Or- ten und doch dabei die konzentrierte musikalische JH ester den Sängern zuliebe mitunter noch etwas Wirkung nicht durch überflüssige Bewegung zu hätte dämpfen können, im ganzen jedoch mit siche- gefährden. Anfechtbar in diesem Sinne war die rem stilgefühl musizierte. Klangvolle Chöre hatte Gu uqrg« ‘des berühmten Kanons „Mir ist s9 Josef Beischer einstudiert, die trotz der nicht immer VC arher«. Hier soiute die Handlung ruhen und jjjicklichen Bewegungsregie wirkungsvoll ankamen. Funderbär.. Hier §e zu y6uigem Verzicht auk al0 Ficht weniger trug zuch das Ballett mit seinen Bewegung zwingen, die hier nur stört. Es W 4ren Solisten in der Choreographie von Heino Heiden zur daher weder die Aktion der Marzelline wzurend gelungenen Aufführung bei. des Streichervorspiels noch Rs Vmttritt des Eine geschlossene Ensembleleistung erlebte man des Streichervers Rt nicht der späte Auftritt L uf der Bühne. Stimmlich gut in Form gab Tom Jacquino. Besser gelang es Klaus Prers?. ern wo- Swift einen ansprechenden Micha, Gertrud Splüd UO. Barz tischs Steigerungen aufzubauen il. cals Gast) eine etwas herbe, doch sympathische bei ihn Ekkehard Kröhn mit packenden. 1 selten Marie mit beachtlichen gesanglichen Qualitäten. dern unterstützte. Schade nur, daß die Dia hs nur Sylvia Stone und Hans-Georg Dahmen waren als überzeugend gesprochen wurden und daher Jie. Eheleute Kruschina ein würdiges Elternpaar. Her- unzulänglich das dramatische Erleben widersp 2us ragte Frido Meyer-Wolff als Kecal, dessen gelten. 68 ):
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