Full text: Lübeckische Blätter. 1968 (128)

er in den Speisesaal zurück, um beim Mittagessen Geburt, das Gut Klein-Grabow in Mecklenburg, Gesellschaft zu leisten, – und alles löste sich in wie Leipzig, wo er seine Schulzeit verbracht hat. Wohlgefallen auf. Den Ort, der ihm unauswechselbar die Welt be- Als der Sommer zu Ende ging, kehrte man nach dentet, benennt Fritz Behn selbst: München zurück, – in die Welt seiner künst- ; r hre Ss.c ; , lerischen Entfaltung, seines Freundeskreises, Rilke, Glauben Sie, es gibt für künstlerisch empfindende George, Spengler, und doch bei allem, was er dieser und kulturempfindliche Menschen in Mitteleuropa Stadt zu danken hat, ist auch München nur eine nur zwei Welten: Primitive Urnatur oder voll- Station seines bewegten Lebens, wie der Ort seiner endete Eigenkultur, Urwald oder Lübeck. bö Markt und Kaak Es ist kaum zu fassen. Da treffen sich Männer Der heutige Markt war nur das Zentrum eines von Rang und Würden, um über die Gestaltung ausgedehnten Marktbereichs. Der Markt reichte des Marktes zu sprechen. Keiner von ihnen weik vom Pferdemarkt bis zu den Schrangen, einbezogen Etwas Bestimmtes über..die Gezchichte des Kaaks waren die Sandstraße, der Kohlmarkt, die Schüssel- zu sagen, keiner weil, dals im Jahre 1942 ein buden, die Breite Straße sowie die Mengstraße an Inventarband über das Rathaus und die öffentlichen der Seite des Marienkirchhofs. Das Zentrum dieses Gebäude der Stadt Lübeck im Druck war, daß der Marktbereiches war von doppelstöckigen Buden um- Band im Satz verbrannte, daß aber zwei vollstän- geben, die auf dem Markt standen, nicht aber von dige Druckfahnen gerettet wurden. Die beiden err Häusern, die ihn begrenzten. Die Buden waren haltenen Exemplare des Bandes werden von der niedriger als die steinernen Häuser und durften Bauverwaltung (!) und von der Museumsverwaltung nach den Gesetzen der Stadt aus Fachwerk sein, aufbewahrt. Warum fragte man nicht vor einer daher war ausgerechnet die „gute Stube“ Lübecks solchen Sitzung bei den zuständigen Fachleuten an, bis in das 19. Jahrhundert hinein zum Teil von rumal. wenn mar es so:einfach Hat, und die Fach- Fachwerkhäusern umgeben. Die niedrige Bebauung leute im eigenen Amt sitzen? der Südseite entspricht also den ursprünglichen Ge- gebenheiten. Eine höhere Bebauung würde nicht Der Kaak wurde im Jahre 1465 erbaut, der pur die Situation von Grund auf verändern, son- untere Teil diente schon damals als Butterbude. Das Jern auch das Rathaus einzwängen und um einen Gebäude hiel nicht nur im Volksmund Kaak, Teil seiner Wirkung bringen. Diese doppelstöckigen sondern wurde wenigstens in seinem oberen Teil Buden, die das Marktzentrum umgaben, waren im auch in den Kämmereirechnungen des 16. Jahr- |I aufe des vorigen Jahrhunderts schon zu hoch auf- hunderts als Kaak bezeichnet. Bis in das 18. Jahr- geschossen. Allein der Kaak bewahrte noch das hundert hinein wurden in dem oberen Teil Diebe Maß der doppelstöckigen Bude des Mittelalters. Er und Verleumder zur Schau gestellt. Nur dieser obere allein wäre noch imstande, uns ein Echtes KAaß Teil war in seinem ursprünglichen Zustand er- fir die ursprüngliche Wirkung des Rathauses zu halten. Die Butterbude war im Laufe der Jahr- hyJermitteln. Wegen seines mittelalterlichen Charak- hunderte vollkommen erneuert worden, daher sollte js würde er sich auch immer dem Betrachter Zis auch nur der obere Teil, der eigentliche Kaak, Vergleichsobjekt anbieten. Nur auf dem Markt hat wieder originalgetreu aufgebaut werden. Für die Jer Kaak einen Sinn. Bude braucht man nur die alten Maße einzuhalten. . . Der untere Teil. die Butterbude, war der Sache nach Noch ein Wort zu der romantischen Idee, auf ein Vcrkcaiksstand und sollte auch als Verkaufs- dem Markt einen Brunnen aufstellen zu wollen. Mit stand (für Blumen?) wieder genutzt werden. Selbst- gutem Grund hat es auf dem Markt ursprünglich verständlich ist tis Bude unter dem eigentlichen keinen Brunnen gegeben. In der vom Wasser um- Kaak kein Backsteinsockel, wie bei dem Modell, flossenen Stadt hatten die Einwohner entweder vor §.. e tf ce Lu st: dem Markt aufgestellt dem Hause einen Brunnen, der mit dem Wasser war. Hat §s damais vielleicht die Absicht gehabt, der Wakenitz gespeist wurde, oder einen Grund- mit zilte eines so monströsen Modells den Wieder- wasserbrunnen. Erst die Spätromantik bescherte aufb z ! hindern? Der Kaak sollte wieder den Lübeckern einen Marktbrunnen, der den Platz uf zu t ver “s ss zwar auf dem Markt. Mit ungebührlich beherrschte und den Blick auf das §s§ zs . t ze er o se; würde dem Markt nicht Rathaus verstellte. Dieser Brunnen ist zum Glück ! Au teuer Akzent wiedergegeben werden, entfernt. Soll man nun wirklich noch einmal einen dern dem Rathaus und der Marienkirche würde Versuch wagen? Auch vor der Post würde ein f Enn Een E estellt werden, das ihren Brunnen ein fremdes Element bleiben. Er würde tin vs. tur. Sti cs dies zu erläutern, muß sogar das klobige Gebäude höchst unerwünscht in r noch ein verbreiteter Irrtum berichtigt den Blick rücken. Max Hasse werden. J | G'
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