Full text: Lübeckische Blätter. 1968 (128)

kai in Travemünde anzusehen. Es sind 4 Fähr- Während der Seegüterumschlag im Jahre 1872 anleger, Gleis- und Straßenanschluß (Bundes- rund 300 000 t und im Jahre 1900 rund 830 000 t strale 75), Abstellflächen und Abfertigungsgebäude betrug, lag der Höchstumschlag vor dem Zweiten vorhanden. Der Skandinavienkai wurde erstellt zur Weltkrieg bei etwa 2,3 Mio t. Er fiel auf rund Aufnahme des sich sowohl im Passagier- als auch 500 000 t im Jahre 1946, erreichte jedoch bereits im Güteraufkommen überdurchschnittlich entwickeln- 1950 wieder 1,5 Mio t. In den Folgejahren wurden den Fährverkehrs. Zusammen mit dem Nordlandkai weitere Steigerungen erzielt: 19955 = 2,8 Mio t, verfügt Lübeck damit über 5 modernste Fähr- 1960 = 3 Mio t, 1965 = 4,5 Mio t. Das Jahr 1967 anleger mit der Möglichkeit der direkten Ber- und brachte mit 5,2 Mio t die höchste Umschlagziffer Entladung über Bug- bzw. Heckklappen und teils seit Bestehen des Hafens. Davon entfielen auf weise über Seitenpforten. Empfang 3.7 Mio t und Versand 1,5 Mio t. Mit dem Bau dieser Fähranlagen hat Lübeck sich Der Binnenschiffsverkehr Lübecks erbrachte im dem Strukturwandel im Ostseeverkehr angepaßt, der Jihre 1967. emgehend 290 000. t und arggehencl fich neben dem Ubergang zum Großpaletten- und J160 000 t. Es handelt sich hierbei Se um Containerverkehr vor allem im „roll on / roll off“- Futtermittel, Getreide und Baustoffe im Lokalver- Verkehr äußert. Die damit verbundenen Zeit- und kehr mit Hambaurs. Erst der Bau des R c E Kostenvorteile fallen bei den verhältnismäßig kur- rent . (Nord-§ü S §is) Ind die Madetrisierun zen Seestrecken im Ostseeverkehr stark ins Gewicht. des Klbc-Jübeck:Kanals zur Auftnäktier des C Umgekehrt war Lübeck durch Vorhaltung dieser Schiffs (1 350 t). gewährleisten einen vollschifkigen neuartigen Fährschiffseinrichtungen in die Lage Anschluß Lübecks an das westdeutsche Wasser- versetzt, trotz scharfer Konkurrenz beträchtliche An- stralßen-System, der auch dem Lübecker Binnen- teile des Fährverkehrs der Ostsee auf sich zu gscchiffsumschlag weiteren Auftrieb geben wird. ziehen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß in Lübeck zwischen 1963 und 1967 folgende durch- Der ständig wachsende Seehafen-Wettbewerb so- schnittliche Steigerungsraten pro Jahr erzielt wure Wie die politischen, technischen und wirtschaftlichen den: Passagiere 32%, Güter 274%, Lkw 199%, Umwälzungen, die besonders im Ostseeverkehr eine Pkw 25%, Busse 135%. Die Zuwachsraten in 1967 mitunter hektische Entwicklung aufweisen, erschwe- gegenüber 1966 lauten für Passagiere, Güter und ren die langfristig wirksamen Investitionsentschei- Lkw: 3%, 42%, 29%. Die absoluten Zahlen stellten dungen in der Hafenwirtschaft. Unter Abwägung sich im Jahre 1967 auf insgesamt 825 100 Passagiere, aller erkennbaren Einflußfaktoren wurden in den 721 800 t Güter, 48 700 Lkw, 123 200 Pkw und letzten 20 Jahren insgesamt 75 Mio DM in den 3 700 Busse; die Eigengewichte der beförderten Hafenausbau investiert, davon rund 80% als Eigen- Fahrzeuge beliefen sich auf 673 500 t. leistung der Hansestadt Lübeck. Auch in der Zu- Diese Leistungen erstrecken sich auf 10 Fähr- kunkt muß der Wettbewerbssituation und dem fort- schiffe von 6 Reedereien im Verkehr mit folgenden schreitenden Strukturwandel durch stetige Anpas- Häfen: Gedser, Kopenhagen, Trelleborg, Helsing. sung an die veränderten Verhältnisse und durch borg, Karlskrona, Nynäshamn und Helsinki. Der umsichtige, wenn erforderlich aber auch durch wage- Einéats weiterer Fährschiffe – darunter ein Sher mutige Entscheidungen Rechnung getragen werden, zial-Güterfährschiff im Finnlandverkehr – ist vorr um die zentrale Stellung des Lübecker Hafens im gesehen. Ostseeverkehr weiter zu Testigen. pil Die Bedeutung Lübecks im deutsch-[kandinavischen Touristenverkehr (Bahn - Fährschiff - Auto) Aus dem Referat von Bundesbahndirektor Dr. Koch, Hamburg, auf der Mitgliederversammlung des Lübecker Verkehrsvereins am I. April 1968 In einem weit ausholenden Referat ging Dr. Koch politiker immer interessanter. Ebenso gewinne die zunächst auf die zunehmende Bedeutung der Tour mit der Touristik eng verbundene Freizeitindustrie ristik für die Wirtschaft aller Länder ein. Im Jahre immer mehr an Bedeutung für die Wirtschaft der 1966 seien in Europa 96 Millionen Menschen gereist, einzelnen Länder. Dazu komme für die devisen- im freien Europa, in den USA und Kanada zur armen Länder, zu denen vor allem der Ostblock sammen in der Touristik sogar 13 Milliarden US- gehört, der Hunger nach Devisen. Dollar ausgegeben worden. Der Tourismus der ge- ; ; ; . samten freien Welt habe bereits 7% der Welt- Die Erholungsreise sei heute für den modernen handelsumsätze erreicht. Man könne mit einem Europäer eine absolute Selbstverständlichkeit. Der 10%igen Wachstum pro Jahr rechnen. Unter diesen Gedanke zu reisen erfasse immer mehr Mlenschen. Umständen werde die Touristik für die Wirtschafts- Glücklicherweise habe die Wirtschaftsrezession der | 42
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.