Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

tung bereits zugestimmt wurde, soll aufgehoben Beide liegen aber in Industriegebieten oder in Ge- werden. bieten mit Industrie. Die Wirkung ist nicht so Senator Bromme: Die Anregung zu dieser Be- alarmierend. Der Ausdruck Verdunkelung sollte schriftung wurde von den Stadtwerken dem Werbe- keine abwertende Stellungnahme gegen die Herren beirat zugeleitet. Der Werbebeirat soll nicht nur für des Werbebeirates bedeuten. Touristenwerbung sein. Seine „Verdunklungsmetho- Senator Gallonska: Lübeck kann nicht in Schön- den“ bei den Maßstäben für die Werbung in der heit sterben. Lübeck ist auch eine moderne Industrie- Innenstadt fanden keineswegs immer die Zustimem und Hafenstadt. Jeder, der nach Lübeck kommt, ist mung aller. interessiert zu sehen, ob es eine pulsierende Stadt Die Gasometer oder „Scheibenbehälter“ passsen ist. Die Gasometer stehen nun einmal da. Ich bin nicht in die Landschaft. Eine größere Verschande- nicht überzeugt, daß sie durch Beschriftung stören lung kann aber nach Auffassung der Mehrheit des werden. Vielleicht kann die Beschriftung dazu bei- Senats nicht eintreten, eher eine Auflockerung in tragen, sich von einer besseren Seite zu zeigen. Positiver Hinsicht. RA. Gaul: Ihrem Satz, Herr Senator Gallonska, Beiläufig: Man sollte die Art der Werbung in „in Schönheit sterben“ kann ich leider nicht folgen. Lübeck neu überlegen. Es ist nicht gut für Lübeck, Im Hintergrund steht keine schlechte Bezahlung die City dunkel zu halten. der Firma Varta. Der Werbebeirat ist eine Ein- Dr. Wailbrandt: Der Ausdruck ,„Verdunklungs- richtung der Stadt. Die Schriftbänder sind 13.5 m mcttodent fär den Werhebcirat ist Türückuweisen. hoch, so daß die Beschriftung fast 12 m ausmacht. Der Werbebeirat Lübecks könnte allerdings moder- Vorgesehen sind weiße Buchstaben auf blauem ner sein. Das ist aber nicht das Problem. Es geht Grund. Schöner werden die Gasometer nicht, und darum, ob wir es zulasscn, dal gegen Sine icht schöner wird die Stadtsilhouette nicht. Man betont kleine Pacht derartige Darginanten Zi die Natur diese nicht schönen Dinge. Der Städtetag hat emp- durch solche Reklame gesetzt werden. Eine Auf- fohlen, solche Gasometer so getarnt wie möglich in lockerung kann es nicht sein, wenn Tcit Jie G330- das Naturbild hineinzulegen. Der Standpunkt der meter mit auffälliger We p. Zrchxiti. versicht: md Stadt war bisher, so wenig Werbung dieser Art wie auffällig muß diese sein, sonst wäre es keine Wer- möglich. Wer kommt nun noch alles? Bei jedem bung. Der H ancustckzli Reit dieses. Vorhaben cin- ablehnenden Bescheid wird die Gasometerinschrift stimmig abgelehnt. Man sollte über ihn nicht ein- vorgehalten werden. kach hinweggehen. Selbst in Anbetracht der finan- Senator Gallonska beantragt Unterbrechung der ziellen Lage unserer Stadt wollen wir das nicht, Sitzung um zehn Minuten. unsere Stadtsilhouette sollte uns teuer und heilig Kudella: Kommt die Werbeinschrift, besteht die genug sein. Gefahr, daß aus den Gasometern riesige Litfaß- Senator Bromme: Das Argument, daß die Wer- säulen werden. bung in fünk Jahren 500 000 DM bringe, sollte Unterbrechung der Sitzung. Nach Wiedereröff- keine Rolle spielen. Das kann die Stadt auch anders nung Abstimmung: 18 Stimmen für die Zurück- aufbringen. Zum Stadtbild: Von der Ferne geht es weisung der Werbebeschriftung, die Mehrheit gegen an, aus der Nähe wirken die Gasometer scheußlich. die Ablehnung. Fu. Sinn und Zweck der »Grünen kreile« Zum zehnjährigen Bestehen des Grünen Kreises Lübeck Wenn man jemand fragen würde, ob er seiner schau in Kassel im Jahre 1955 Gelegenheit, der Wohnung gegenüber lieber eine Grünanlage oder schon seit 1822 bestehenden Deutschen Gartenbau- eine Schlackenhalde hätte, würde er sich wahrschein- Gesellschaft neue Richtlinien für ihre Tätigkeit zu lich nicht lange bedenken, sondern sagen: „Eine geben: Erhaltung und zeitgemäße Ergänzung des Grünanlage natürlich“. Und wenn noch jemand zu Grüns in Landschaft und Park, Pflege der Gärten Fuß zur Arbeit ginge und gefragt würde, ob er und der Blumen überall und Hinführung der Men- auf dem Wege lieber Straßen mit Bäumen und schen zu sinnvoller Freizeitgestaltung. Vorgärten oder Fabriken und Lagerplätze sähe, s0 Der gleichzeitig neuberufene Präsident der Deut- würde er sich höchstwahrscheinlich ebenfalls für schen Gartenbau-Gesellschaft, Graf Lennart Ber- Grün und Gärten entscheiden. nadotte, Insel Mainau. prägte dazu das Motto Diese Hinwendung zum Grün, zu Blumen und „Um des Menschen willen“. Seine grundlegenden zur Natur überhaupt ist wohl als eine unbewußte Gedanken hierzu legte er nieder in der „Grünen Reaktion auf die Hast der Zeit, auf Technik und Charta von der Mainau‘; sie hat inzwischen inter- Verkehr leicht zu erklären. Es ist ein natürliches nationale Bedeutung erlangt. Gegengewicht dazu. Dies zu fördern nahm Bundes- Zur Durchführung der neuartigen und kulturell Präsident Theodor Heuß in der Bundes-Garten- bedeutsamen Gedanken wurde seitens der Deutschen §5
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