Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

tischer, sondern gerade auch in wirtschaftlicher und Theater und Mulsik sozialer Hinsicht weitreichende Konsequenzen. Der Irak gehört ja zu denjenigen reichen Erdölländern Richard Strauß: Ariadne auf Naxos des Orients, die ihre technische und wirtschaftliche : s ' Erschließung weitgenend aus eigenen Erdölein- Es war ein seltsames Gebilde, was damals, im nahmen finanzieren können. Die auf die Revolution Jahre 1912, in Stuttgart zur Welt kam. Eine spiele- 1958 folgenden Jahre der innerpolitischen Wirren rische Mischung von Schauspiel, Oper, Barock, und der neue wirtschaftspolitische Kurs der Revolu. Romantik, Moliére und Strauß. In der Bearbeitung tionsregierungen haben nun für die Entwicklung des Von Molières „Der Bürger als Edelmann“ hatten Irak in den letzten Jahren weitreichende Kon- Strauß und Hofmannsthal dem neureichen Jourdain sequenzen gehabt. Prof. Wirth, der den Irak 1953 €ein OpernDivertissement serviert, das sich für das und 1956 auf geographischen Studienreisen genau Sanze jedoch als zu gewichtig erwies, worauf man kennengelernt hatte, bereiste dieses Land 1966 aufs sich zu Kürzungen entschließen mußte. Dies ergab neue und wird über die seitdem eingetretenen Seine zweite Fassung, die als „Ariadne“ 1917 in Wien Wandlungen aus der Sicht des Geographen berichten. uraufgeführt wurde. Hier stent, wie in der Ger- schichte des „unmöglichen Kunstwerks“ Oper, Ge- gensätzliches beieinander. Wie in der Historie tset Y ;; Gattung sind auch hier Elemente der Seria, der Thomas-Mann-Gesellschaft in Lübeck ernsten, und der Butfa, der heiteren Oper mit- in Verbindung mit der VHS (Hüxstraße 118-120) einander vermischt, und an Stelle des Moliére schickte man der Oper ein „Vorspiel auf dem 5. (letzter) Abend der Reihe: Theater“ voraus, dessen flüssiger Konversationsstil Thomas-Manns Literatur-Essaye als Zeugnisse der besonders Kenner entzückte, während sich die Gunst : Deutung und Selbstdeutung“ L Gt z z s; Freitag, 10. März 1967, 20 Uhr Strauß alle Problematik des Werkes überspielt. Thema: Thomas Manns Goethe-Essaye II [icin Ee Rags E t H E (Referent: Dr. Matthias) bild und Kostüme (Rolf Christiansen) wurden die gegensätzlichen Welten, die in der Musik ihren charakteristischen Ausdruck finden, nerausgearbeitet: „Aktuelle Probleme der Biologie“ der Bereich des Heroischen Ariadne, Bacchus), die Vortrag am Dienstag, dem 14. März 1967, 20 Uhr, Fuuentrobr. h t ESt rtetts re Königstr. 5, von Prof. Dr. G. von Studnitz, Lübeck mentargeister Dryade, Najade und Echo, die zwi- schen beiden Sphären vermitteln. Auf dem durch- Aus der Fülle der von der wissenschaftlichen sichtigen, doch klanggesättigten Fundament des ele- Biologie z. Z. international bearbeiteten Probleme Sant musizierenden Orchesters, das die ausgesparte werden in dem Vortrag einige herausgegriffen, bei Partitur bewundernswert herausbrachte, erlebte man denen allein schon Umfang und Ausmaß der Ber im Zusammenklang von Stimmen, Instrumenten, arbeitung die Bedeutung erkennen lassen, die man Resie und optischen Reizen einen großen Theater- ihnen gerade gegenwärtig beimißt. Dabei handelt abend der Städtischen Bühnen. Wie im Konzert, es sich zunächst um die molekularen Strukturen uad war GMD Klee auch am Opernpult ein berufener Veränderungen der die Erbfaktoren tragenden bzw. Dirigent, der über der Sache stand und auch im bildenden Zellbestandteile, deren Erforschung ber Rausch der Musik stets einen klaren Kopk benielt. reits jetzt einen guten Einblick in die Weitergabe des Von Jacob als erfahrenem Regisseur mit kun- Erbgutes gestattet. Zum zweiten wird ein Einblick diger Hand geführt, stand ein qualifiziertes Ensemble in das Gebiet der Kybernetik gegeben, das mit bereit, das den nohen Ansprüchen des Werkes be- seinen nervösen und zentralnervösen Regelprozessen achtlich gerecht wurde. Großartig setzte sich Klara immer wieder zu Vergleichen mit entsprechenden Barlow als Ariadne ein, man lernte in ihr eine technischen Prozessen herausfordert. Hieran schlier Sopranistin mit imponierender Gestaltungskratft Ben sich Darlegungen über neue Einsichten in die kennen. Auch Tom Swift bewährte sich wieder als Funktion der Nerven und Sinnesorgane wie schlies- ein geschmeidiger, kultivierter Tenor, dem man für lich auch in die des daraus resultierenden Verhnalo die Partie des Bacchus zuweilen noch etwas mehr tens der Tiere. heldischen Glanz wünschen möchte. Sorgfältig waren die Rollen der Komödianten besetzt: Maria Kontou, eine kokette Erscheinung, bestach als Zerbinetta Programm-Anderung im „Lübecker Podium“ durch verblüffende Sicherheit in den berüchtigten " Koloraturen ihrer großen Arie. Neben ihr agierten Der Buchhandlung Weiland ist es gelungen, statt als würdige Kumpanei der alten Stegreifkkomödie des erkrankten Prof. Hans Mayer den Tübinger Rolf Oberste-Brink, Peter Haage, Friedo Meyer- Germanisten Prof. Walter Jens für einen literarin: Wolff und David Williams, deren heiteren Treiben schen Vortrag zu gewinnen. Der Vortrag findet am Strauß Kabinettstücke der Ensemblekunst mitgab. Sonntag, dem 5. März statt. Sehr musikalisch und sauber in der Intonation ger Die für März vorgesehene letzte Veranstaltung uns auch â Y N nt Ter. mt; Zuti sen ts; lutscher Lodiums" .1n jz» Miterhaldianr Im „Vorspiel“ gewann Sylvia Stone als ein um wegen Terminschwierigkeiten ebenfalls geändert Sie] Msi: FZ5ssnssr Eonzronizt mit uren ; : : : b“ [ US § t c Ftstt M U Ust ru g gLrrannts Zuhörer. Ihr leidenschaftliches Bekenntnis zur S u zr zn U uus; eu §: cause. Musik macht sie zur Hauptpartie des Vorspiels, Haus zn Uk. J nntag. dem. 19. neben der Boleslaw Jankowski (Musiklehrer), Ludwigs Beide Veranstaltungen finden in den Kammer- Beger. Faltor Erics. fur North s Iner Sc Gus spielen statt und beginnen jeweils um 11.15 Unr. – Kulissen boten. Dem hohen Niveau der Aufführung Karten sind erhältlich an der Kasse der Buchnand- entsprach der langanhaltende, bis über den eisernen lung Weiland. Vorhang dauernde Beifall.. Dr. Gerhard Hanschke 7 K
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.