Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

Lichtverhältnisse der Räume im Inneren zu ver- ten, die zahlreiche Forderungen auf diesem Gebiet bessern. Wo ein Eingriff inmitten des Quartiers erfüllen. überhaupt vorgenommen werden kann, führt dieser Zufriedenstellende Planlösungen für die Woh- in der Regel zu so umfassenden Schritten, daß der nungen kann man gleichfalls im allgemeinen er- Wert dessen, was von einem Haus nach einem zielen, wenn sie auch in der Regel eine Verschmel- solchen Eingriff übrig bleibt, mit Recht in Frage zung von Wohnungen oder eine auf andere Weise gestellt werden muß. Häufig muß sich dann geänderte Wohnungseinteilung mit sich bringen und zwangsläufig die Frage erheben, ob es nicht zweck- cs in vereinzelten Fällen sogar wünschenswert er- mäßig wäre, ein ganz neues Haus auf veränder- scheinen lassen, Häuser miteinander zu verbinden. ten und zusammengelegten Grundstücken zu er- Als schwieriger hat es sich erwiesen, unter zumut- richten. baren Unkosten überall dort Fahrstühle und Müll- Die Kanzlei hat versucht, mit einer Anzahl scher schlucker einzuplanen, wo solche angebracht wären. matischer Skizzen die Tageslichtverhältnisse einiger Kinderspielplätze können nur innerhalb einiger Stellen des 1. Abschnitts näher zu beleuchten .. . Quartiere geschaffen werden. Bei den sonst allge- Für gewisse Quartiere wurden Zusammenstellun- mein befolgten Forderungen des Gesundheitsamtes gen von Gebäudequerschnitten und Straßenbreiten wie auch in der Frage des Brandschutzes müßte hier gefertigt, wobei die Begrenzungslinien angegeben in vielen Fällen ein Abstrich vorgenommen werden. wurden, die entstehen, wenn man annimmt, dak MWaschküchen können nicht in allen Häusern einge- eine zufriedenstellende Tagesbelichtung bis herun- richtet werden; die Lösung dieser Frage dürfte in ter zu einer Linie vorhanden ist, die von der Trauke der Schaffung einer Zentralwaschküche gefunden des gegenüberliegenden Hauses soweit entfernt wie werden. Das Geschäftsleben bleibt wie bis jetzt an- die Straße breit ist. Entsprechendes gilt für Häuser gewiesen auf kleine Räumlichkeiten. Den Bedürf- mit Fenstern zum Hok oder Lichtschacht ... nissen des Verkehrs kann in keinem größeren Um- In der Tat wirken viele Umstände auf die Licht. 'ang entsprochen werden als es bisher schon ge- verhältnisse ein. Liegt das Haus gerade vor einer Schehen ist, doch sollte eigentlich eine andere Ver- gränd (Gasse), hat es eine bessere Tageslichthe- teilung des Verkehrs mit Vorrechten für den waren- leuchtung als die übrigen entlang der Straße; hat führenden Verkehr zustande gebracht werden kön- das gegenüberliegende Haus eine helle Fassade oder Nen. Die üblichen Ansprüche auf Parkraum kön- ein glatt abschließendes Dach und eine. niedrige Nen mit angemessenen Kosten nicht befriedigt Traufenhöhe, so ergibt dies einen besseren Licht.. Werden. - . G einfall; die Lage der Straße zu den Himmelsrich- Der vorgelegte Sanierungsvorschlag zeigt ein- tungen ist von großer Bedeutung usw. Als allge. deutig, daß „Gamla stan“ trotz der vorstehend an- meine Regel gilt jedoch, daß die Sonnen- ve] gedeuteten Grenzen ein in der Zukunft gut funk- Lichtverhältnisse in den langen schmalen Quartie- tionierender Teil der Hauptstadt werden kann, ren mit zum größten Teil durchgehenden Grund- dessen größter Wert vor allem in dem bewahrten stücken wenig befriedigend sind und nicht ohne Historischen Milieu liegt, das ohne Gegenstück in wesentliche Eingriffe nennenswert verbessert wer. Unserem Land ist und dem nur wenige Gegenstücke den können. Falls dies in dem Umfang geschieht, in anderen Ländern zur Seite gestellt werden wie es die allgemeinen Ansprüche unserer Zeit auf Können. Sonne, Licht und Luft in einer modernen Be- Rückblick auf die Sanierungsfrage und die Auf- bauung fordern, setzen solche Eingriffe augen- stellung der Stadtplanungen scheinlich die kulturhistorischen Werte aufs Spiel, Die Frage eines Eingreifens gegen die Tenden- die das Strakensystem und die Bebauung in „Gamla zen des Verkalls ef der FE tus von ftat; reprärentieren. . „Gamla stan“ läßt sich bis zur Mitte des 18. Jahr- Die Architekten bzw. Architektengruppen, die im hunderts zurückverfolgen. Lange wurden jedoch Auftrage des Ausschusses eine Bestandsaufnahme der nur die Kirchen und ein Teil der Monumental- Quartiere erarbeiten sollten, haben als Resultat gebäude als wertvoll angesehen, während die vielen ihrer Arbeit und der darauf beruhenden Beurtei- Wohnhäuser als „graue und in sich selbst ganz lung des Problems einen Sanierungsvorschlag unter- interesselose“ Bauwerke galten. Noch um die Jahr- breitet, der Übereinstimmung insoweit zeigt, als Hhundertwende wurden daher Stadtplanungen vor- auch sie eine Sanierung unter Beibehaltung alles gelegt, die auf eine völlige Umgestaltung des Wesentlichen der vorhandenen Bebauung voraus- Straßennetzes und der Bebauung im nordwestlichen setzen, wenn dies auch zur Folge hat, daß die Teil von „Gamla stan“ “hzisltkn. Etwas später in Wohnungen und Arbeitsstätten die ncuzeitlichen diesem Jahrhundert wurde vorgeschlagen, die wohnungssozialen und arbeitshygienischen Forde- Västerlänggata zu einer breiten Durchfahrtsstraße rungen nach Sonne, Luft und Licht nicht erfüllen. zu erweitern, und zwar durch Abbruch der langen Dies ist also eine klare Stellungnahme zugunsten schmalen Quartiere, die den Verlauf der ältesten der kulturhistorischen Gesichtspunkte. Die Ermitt- Stadtmauer markieren lungen der Architekten haben andererseits gezeigt, Das erwachende Ercéérsse für die ältere schwe- daß €s im Rahmen der vorhandenen Bebauung gute dische Architektur, das die Zeit vor dem 1. Welt- Mözli chkeiten gibt, „Gebäude mit solchen wärme- krieg charakterisierte brachte es mit sich, daß man technischen und sanitären Einrichtungen auszustat- im allgemeinen Stockkolihs alten Kern l ein in H 8
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