Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

sich als erfahrener Orchesterpraktiker, der auch durch eine so schwierige Partitur wie Regers Hiller- Variationen die Musiker sicher, gewissenhaft und künstlerisch ergiebig zu leiten weiß. Seine Dirigier- weise wirkt gestalterisch noch nicht ausgeglichen – neben distinguierten Gebärden (wie bes. überzeugend im Mittelteil des Andante der 5. von Schubert) stenen solche eines regellosen und unplastischen sporan - dischen Gebrauchs der Linken, während die Rechte alles zugleich betreibt: taktiert, Einsätze gibt, am Ton modelliert. Zwischen dem Zwingenden und und rjahre, deren intensive Geistigkeit in der Er- Überflüssigen, auf das ein Orchester im Spiel nicht innerung stärker haftet als Hunger und materielle mehr reagiert, muß Seibel die künstlerisch verr Bedrängnis jener Epoche. Die Kunst hatte damals dichtete Mitte noch finden. hr mehr §siss Und lpsraliscte Gewalt über gn P§ Anfers des Koreerts il Schuberts 2 spr. LC Wugenummen. Uus jener gcntüumhigen. ung s hz es: : >. Z rostreichen Zustand einer dringlichen Neuorien- aus liebenswürdigen Beitrag. Man hörte das an- tierung am Geist nach dem katastrophalen Zerfall mutig schöne Werk in zarter, durchsichtiger Tönung gjer äußeren Güter. Es kennzeichnet j " n. er!a —— diskret frisch klang der 1. Satz, im 2. trieb Seibel Güter. Ez leent jenes Publikum, n vorerst zu sehr voran, so daß die schwingende pr. gut S us;th: Jusendlichh;sit ss zt Melodie nicht in Ruhe atmen konnte; dem 3. da- sh n L Motict tcrars gemult aueh as y ; f; gegen fehlte die g-moll-Unrast, das Drängende, Ge- Konzerten d N s!guzer 19u wiszrrhoen) sst spannte (die Nähe zum Vorbild, zu Mozarts vor- ts. en. dos gesom! ätcyerK Beethovens is m [etzter One UU âcn Vai kan ters. Libs zziclen „quits. Ges presume © Ie lerisch lockere Grundhaltung zugute. lerisch verfügbar zu machen allein schon von der r Mliit den beiden anderen Werken wurde endlich geistigen Konzentration her eine gewaltige Souve- n, einmal das gängige Repertoire verlassen. Saint- ränität anzeigte. Der Künstler ist auf seinem Weg pt Saens’ 1. Cellokonzert armoll ist selten genug im weitergegangen, wie das Publikum heute vor einem [ Radio zu hören, im Konzertsaal erscheint es fast solchen Anspruch bestenen würde, mag man sich f nie; das ist um so verwunderlicher, als die Cello- nicht vorstellen. § Literatur ohnehin an Begrenztheit leidet und es sich Der Ruf des Beethoven-Interpreten Kraus hat I- hier um ein außerordentlich charaktervolles, für das zich in den Jahrzehnten seither bestätigt. der des [: Cello höchst dankbares Werk handelt, dessen noble Brahms-Spielers scheint mir nach allem 'Gehörten ct wie (auch im Orchester) feinsinnige Anlage überall gzaper noch tiefer begründet. Das erwies auch der kesselt; nur wenige Stellen, die wie verpflanzte Klavierabend vom 31. 1. 67. mit dem Detlef Kraus r Szenen der französischen Oper wirken, fließen als nach seiner reiten, abgeklärten Gestaltung im En- ze hörbarer Tribut an den Zeitgeschmack mit ein. Das Jzempble des Branms-Kammermusikabends vom 4. 2. 66 as Orchester war durch seinen Dirigenten dem Solo- nun als Solist im VAM-Programm erschien. Kraus’ fr geschehen achtsam, geschmackvoll verhalten und gkRKeethoven-Auffassung ist weit mehr romantisch als Es haargenau eingepaßt. Die Solistin Zar a N e ls o v a klassisch bestimmt und entfernt sich dadurch zu- hs überwältigte durch kräftig konzentriertes, intensives weilen erheblich vom heutigen Beethoven-BUd. Man 18 Spiel, das im 1. Teil trotz der Zurückhaltung des kann der Konzeption des Pianisten jedoch auch da er Orchesters noch tonlich verschlechtert wirkte, sich yyro man ihr nicht mehr unbedingt folgen mag nur 'Es aber beharrlich verdichtete und durchdrang. Man «Größe zusprechen. . bewunderte den ohne Rest gesicherten Einsatz aller . . . k- Spielweisen, den makellosen, bis in die höchste Lage Kraus begann mit der einen Gruppe der Paesiello- tt blühenden Klang, die Verve des Ausdrucks, die Variationen von 1795, die Beethoven noch in der U Nittcißende Ficthnz Ger cus socraräner Ruhe cut. Pverlieferung femsinniger Gesellschaftslaunst zeigen, t. kalteten Darstellung. fz: schlichten Ausdruck Kraus bis in die kleinste endung reif, meisterhaft ausgeformt hatte. An der Zuletzt Resgers Hiller-Variationen: sie übersteigen c-moll-Sonate op .10, 1 betonte er in den Ecksätzen bz U st! Hr Kern 14.219 n ure Ihentgstren Be scurutten watch "12.037: ch kertigt:sit im Hören kaum erfaßbar (die modula- eri S ; von den eigentlich Oc R N- Orische Trance einer überreif-melancholischen Spätr Takten mit den I2er und Ter Notenballungen her 2]1- zr: tut das Ihrige); am ehesten erschließen sich dee ein Element des Improvisatorischen, des vage .] qué von ihren ausgewogenen Kontraststimmun- sSchweifenden, das danach die Auffassung des m gen ner, die klanglich sehr differenziert herausge- [I. Satzes der „Appassionata“ vollends bestimmte. mt. Re t wurden. Die Fuge mit ihrem typisch endlosen Hier wich Kraus am meisten von der hinter aller m- Heger Thon allerdings stellt Ankorderungen an Ger poetischen Versponnenheit gleichwohl festen Klassi- us zetü yr achsicht (mit dem Theaterpathos des laut schen Struktur ab, um eben diese romantischen SR Fsoturm en Endes) = das ist ein Florettfechten mit Stimmungen auszukosten; er tat es mit starken r- schwerer Artillerie und nicht jedermanns Sache. [Lizenzen in der TemporVerbreiterung und einer Trotzdem gebührt Seibel Dank für diese durch- HYerschleierung ornamentaler Bildungen, die sie iat. tstormte Aufführung eines gleichwohl starken Wer- diffus verschweben Iieß. Annlich entrückt klang das es, an dem er zwar nicht Fähigkeiten symphoni- Variationen-Andante. Erst im Finale drängten die schen Gestaltens im großen Gedankenzug, aber doch rein spielerischen Energien kräftig nach vorn und wn Ou kür Nuancch und Orchesterfarbigkeit gzeigten ihre Bindung an das Obiektive. Serch terslsetn kennts. D . Im 2., Brahms gewidmeten Teil wirkten all diese r. Klaus Matthias Eigenschaften des formal überlegen disponierenden wie poetisch verzaubernden Pianisten uneinge- Tn 5. VAM-Konzert: Klavierabend Detlef Kraus schränkt VÜtkherw. U nüpertrekt1ien sie diskrete Jer Detlef Kraus besitzt in Lübeck sein festes Publi- Eltuglichleit v cis we: uh zh eit Zer wier. US- kum seit jener mittlerweile sagenhaft anmutenden da lebten zarte Organismen auf, deren subtilste e kulturellen Hoch-Zeit der ersten Nachkriegsmonate Verästelungen noch erfühlt waren. Und nach diesen ate K1
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.