Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

1. Was weiß man zuverlässig von Ansverus? Ein leidlich geschichtskundiger Mensch unserer 2. Warum haben die heidnischen Wenden den Tage wird kaum geneigt sein, die Wenden zur Ansverus erschlagen? Zeit des Ansverus für blutgierig und wilde Bestien, " Wie sind die Legenden um den „Heiligen“ die Christen dagegen für sanftmütig und freundlich AnsvErus entstanden? zu halten. Daß die Heiden auch wiederum keine Was hat das Kreuz bei Einhaus mit Ansverus Enge! arcen, setzen wu als selbstverständlich Nor- f aus. Desgleichen müssen wir bei beiden Parteien 5. Welches sind die Quellen, aus denen wir unser hut prjzutires "d abergläubischen Auschauungen Vliscethöpler. Kürqers siete Eine solche war die Vorstellung von der Die zweite Frage ist zweifellos die wichtigste und Jie UU Utsrn ts belziäis qu Setter reizvollste von den fünfen, doch kann sie nur an- bezeugt ist. In einer um 1100 V z rt Lebens- näherungsweise beantwortet werden. Um hier wei- beschreibung des Adalbert von Prag, – eines Man- terzukoemmen, muß man die viel umfassendere nes, der schon vor 1000 bk. in Ostpreußen Frage stellen: Warum haben sich die Wenden ge- mitzionierte ~ wird der Uchdes fol CU gen die missionierenden Christen erhoben? Damit schuldigung gegen die Missionare i de Mund ge- stellen wir aber zugleich die Frage nach den be- legt: „We §! gen an Mensch s Nser Er wegenden Mächten und Ideen jener 450 Jahre von keine ps tragen.“ (Pro pen zr ct. terra 750 bis gegen 1200, in denen unter Strömen von nostra non ss Mt: kein Zweifel, daß Blut und Tränen das damalige christliche Abend- solche Gedanken und solche Worte auch bei den land seine Rechtsordnungen, Sitten und Lebens- heidnischen Wenden möglich gesetze im Raume nördlich und östlich der Elbe zr Wag q g e o zus Geltung brachte. Der Widerstand der betroffenen ; Us ri fou cen Christen jeier Feit zvissen; Volksstämme äußerte sich in vielfachen Aufständen. fp szstdere yon desu . Geistlichen unc Mönchen, Der von 1066 war nur einer unter vielen. fatsn üiése ft! Uns Hherlistert; zd fir dörfen Um richtig antworten zu können, müßten wir Eren s He viettét ugs böttzttite Yes auch die heidnischen Wenden selber bckragert. Ihre lesen §) Feltuden haber. ett se per st ECCO D gg ges fs: sher. bleihen hs auf vereinzelte Zeugnisse wir Ö sss h Zher irt Esase ur er stumm. Sie wurden besiegt, und ihr Glaube und reichende Antwort auf die F rage nach dem Anlaß, fz? Teer baltet des [ rztftry Liczern ahr uv- der zum Tode des Ansverus geführt haben mag. Helden und Märtyrer dienten. Bei Adam von Bre- Die Jahrhunderte nach der blutigen Beketrung men lesen wir die höchst aufschlußreiche Bemer- fer Fachsen durch Karl den Großen waren eine kung: „Es erscheint sinnlos, den Taten derer nach. kriedlose und wilde Zeit für das Land östlich und zuforschen, die ungläubig waren.“ (iat: Iuatil nördlich der Elbe. Weit über 400 Jahre hindurch videtur acta eorum scrutari qui non crediderunt § kam es nicht zur Ruhe. Hauptakteure waren außer Wir müssen uns vor Augen halten, daß ei § x der schwertgewaltigen Geistesmacht des Christen- nischer römischer Geschichtss chreiher . u r tums die Stämme der Sachsen, Dänen und Wenden. die Götter der Germanen als den eigenen Gst. !. Es Waren, genauer gesagt, die sächsischen und wen- verwandt betrachtete, daß er Wotan mit de r dischen Fürsten, der König von Dänemark sowie der men Mercurius und Ziu mit dem Namen {. s mächtige Erzbischok von Hamburg-Bremen. reichnete. Dem Christentum war solche tolerante Das klassische Zeugnis für den Geist, in dem die Sicht nicht mehr möglich. Christlichen Geschi chti. Macht des christlichen Frankenreiches von Westen schreibern galt alles als höllisch, teuflisch und dä- nach Osten drängte, sind die Gesetze, mit denen monisch, was dem Gott der Bibel, dem Einen“ Karl der Große um 785 das militärisch besiegte und „Einzigen“ als „andere Götter“ GcCeniErerat. Sachsenvolk seinem Szepter und dem christlichen Dieser Zustand hat sich auch heute TUncsäizlick Glauben untertan machte. Der Text lautet in deut- ht zröndert. wenngleich die rl Ä scher Sprache unter anderem wie kolgt: € te }.; ; EERESESEBIRNR GSC Rees der griechischen Götterwelt heißt. gang rchen, die jetzt in Sachsen gebaut wer- ; den und Gott geweiht sind, keine geringere Eitien zu berei ch Ehre genießen sollen, sondern höhere und aus- Mußte Fecher egeue f§zchzetere; als früher die nichtigen Götter- Ob sie wirklich schön war, diese Welt, sei dahin- Wer § tabs ~ Üer Sachsen ungetauft gestellt; nach christlichem Verstande durfte sie ab sich verbergen will und Tauk é nicht schön sein, auch nicht ehrwürdig od : le q ér unterläßt s d psi p zue tr lie: vearde : grunsgizlick e :s E tht s ef. #t aul eide bleiben will, der soll des nicht erst ernsthaft geprüft. Sie war einfach böse j Ö 11. q.; ; und schlecht, weil sie nicht christlich wa- Wenn einer den Leib eines Toten nach heid- . nischem Brauch durch das Feuer verzehren läßt IC)
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