Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

burg und Lüneburg, aus Velzen und Celle. Noch nach Vorfahren mit so guten alten Namen wie Boll weiter aus dem Süden sind Bensheim an der Bergr und Vorbeck, Bünz und Kyber sucht und die Gele- straße und Grötzingen bei Karlsruhe vertreten. So- genheit benutzt, um direkte Nachfrage zu halten. gar aus Kaarst bei Neuß am Niederrhein eilten alte Die Besucherliste, eine Sammlung von recht eigen- Lübecker herbei. ~ Je weiter die Entfernung, desto willigen Autogrammen, beweist, wie eine einzelne, mehr nimmt natürlich die Zahl der Gäste ab. Wer an sich unbedeutende Ausstellung weitreichende hätte aber anzunehmen gewagt, daß aus Island und Wirkung haben kann und geeignet ist, Verbindun- den USA Gäste in der Ausstellung erscheinen wür- gen herzustellen. Und das in einer Zeit, in der den, daß sogar die südliche Halbkugel mit Brasilien Kontakte von Mensch zu Mensch wesentlicher sind (Porto Alegre), Südafrika (Zool) und Neuseeland als je zuvor. (Auckland) vertreten sein würden, daß man dort Dr. Fr. Zeis Schalom Israel! Reise eindrücke am Rande der Politik „Welcome to Jerusalem“ steht wieder auf einem Wer einmal die Mauer in Berlin mit ihren vielen großen Schild am Mandelbaumtor, der ehemaligen kleinlichen und gehässigen Schikanen kennen- Grenze zwischen dem israelischen und jordanischen gelernt hat, kann ermessen, mit welchem Ingrimm Teil der Stadt Davids. Zerschossene Fahrzeuge, die Israelis vorgingen, als sie nach jahrelangen Panzer, Häuserruinen und die immer wieder durch- Demütigungen und Verhöhnungen ihrer tiefsten brochene Mauer der geteilten Stadt erinnern an den religiösen Gefühle durch die Jordanier erfuhren, 47 Stunden währenden Kampf Mann gegen Mann, daß z. B. die Stätte, an der sich die gläubigen den sich Israelis und Jordanier in Jerusalems Alt- Juden jahrelang nur an besonderen Feiertagen stadt mit seinen bedeutenden Heiligtimern der versammeln durften, um das angeblich hinter einem Juden, Christen und Moslems lieferten. Absichtlich roten Seidenvorhang liegende, von jordanischen setzten die Israelis keine schweren Geschütze ein, Soldaten streng bewachte Grab König Davids zu um diese Kultstätten nicht zu zerstören. besuchen, ein vollkommen leerer Raum war, wäh- § : : : . rend sich das Grab tief unten in einem finsteren Nur enge Schritte ron Eingang der Kirche Kellergewölbe befand. Auch muß der Augenblick, sist. flem Grabe Dayids warnt uns ein grellgelbes in dem die Israelis zum erstenmal seit 20 Jahren Schiel vor Minen, Straßenzüge stehen noch y bge- wieder den Platz vor dem Felsendom betraten, schirmt mit Sicherheitsblenden vor jordanischen voller Enttäuschung gewesen sein: neben. dem Scharfschützen. Und doch ist diese Stadt das „be- goldglänzenden Heiligtum der Moslems waren in kreite Jerusalem ?. die nicht mehr geteilte Stadt, pietätloser Unbedenklichkeit öffentliche Latrinen die. Ha uptstadt cines kleinen Landes, das seme gcJebaut worden. Heute pilgern sowohl alte Moslems Freiheit in den 20 Jahren seiner Existenz mit so zum Felsendom, wo ihr Prophet vor 1335 Jahren viel Blut hat bezahlen müssen. von der Spitze eines Felsens aus in den Himmel Noch heute sieht man auf dem Wege von Tel- hineingeritten sein soll, als auch die Juden zu Aviv ins Gebirge jene zerschossenen Panzerautos, ihrem höchsten Heiligtum, der Klagemauer, dicht die 1948 auf der gewundenen Palstrake die neben dem Felsendom. Aber nur wenig blieb vom Lebensmittel- und Wasser-Konvois schützen soll. Tempel des Herodes übrig. Eine 18 Meter hohe ten, die man in dem eingeschlossenen Jerusalem und 48 Meter breite Wand aus Steinquadern, vor so dringend benötigte. Sie werden mit Kränzen der sich die Juden nach alten Riten versammeln. geschmückt und mahnen die Vorüberziehenden. Pt: 2000 Jphes ot ut ttots Fiueliee: Damals sah es hier allerdings anders aus: baume bedeutet den Juden das Symbol ihres Staates, Sam- und strauchlos, vollkommen verkarstet, lag das melpunkt ihres Volkes, Glaubenshalt und Garantie 600 m hohe unbesiedelte Kalksteingebirge da. ihres Lebensrechtes. 20 Jahre war ihnen der Zu- Heute erstrecken sich an derselben Stelle und in gang durch die Teilung der Stadt verwehrt. vielen anderen Teilen Israels weite Nadelwälder. Im Gegensatz zur Andacht an der Klagemauer 85 Millionen Bäume, die der Erosion durch glü- empfängt uns nach einem Gang durch die via dolo- hende Sonne und Wind Einhalt gebieten sollen, rosa vor der Heilig-Grab-Kirche das Hämmern sind von den Israelis bisher gepflanzt worden; und Klopfen der Steinmetze. Sie sind ständig mit 250 Millionen sind ihr Ziel. Schon von weitem dem Ausbessern der Kirche beschäftigt. Trotz der erkennen wir die Grenze zwischen Israel und Jor- mittäglichen Gluthitze hocken sie schwitzend und danien: hier grünen Gärten und Wälder, dort staubverschmiert unter einem Blechdach bei ihrer brennt die Sonne erbarmungslos auf braunes Arbeit und werden von den Touristen gefilmt, Geröll. genau wie die beiden Soldaten, die mit Maschinen- 248
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