Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

Die mitteldeutschen Werften Die mitteldeutsche Schiffbauindustrie hat 1966 längerer Zeit das Prinzip der Fließfertigung ein- insgesamt 106 Seeschiffe mit 253 887 BRT abge- geführt. 1966 lieferte die Werft die letzten 19 Ein- liefert. Damit wurde das Neubauvolumen von 1965 heiten von 86 Fang- und Gefrierschiffen des Typs ~ 241 000 BRT = wiederum übertroffen. Vom g,Tropik“ an die Sowjetunion ab. Sie war im ver- Stapel liefen im Berichtsjahr 110 Einheiten mit gangenen Jahr gleichzeitig um die Entwicklung des 257 808 BRT. verbesserten „Atlantik“-Typs bemüht. Dieser neue Der Schiffbau zählt zu den ex portori en- Schiffstyp ~ die erste Einheit kam im Juli 1966 tierten Industriezweigen der Sowjetzone. 1966 zur Ablieferung ~ verfügt über eine höhere Ma- gingen 60% des Gesamtproduktionswertes bzw. schinenleistung, über erhöhte Fang- und Verar- 70,2% des Brutto-Neutonnagevolumens ins Aus- beitungskapazitäten und einen größeren Laderaum. land. Empfangsländer waren u. a. die UdSSR, Bul- Im Berichtsjahr hat die Volkswerft Stralsund 20 garien, Rotchina, Dänemark, Norwegen, Schweden, Schiffe mit 48 922 BRT abgeliefert und damit seit die Schweiz, Island, Tansania. Im Gegensatz zu ihrem Bestehen insgesamt 940 Fischereifahrzeuge, früheren Jahren traten die nichtsozialistischen Staa- darunter Kutter, Logger, Kühl- und Transportschikke ten 1966 stärker als Kontrahenten für Neutonnage und Hecktrawler, gebaut. Die jährliche Bauleistung in Erscheinung, allerdings blieb die So wje t- soll bis 1970 auf 30 Einheiten gesteigert werden. union wichtigster Auftraggeber. Die Werft- Die Voraussetzungen hierzu sind durch eine von der industrie – dieser Komplex umfaßt fünk Hochsee- UdSSR kontrahierte Serie von 103 Schiffen gegeben. und sieben Binnenschiffswerften, sechs Zuliefer- Die Mathias-Thes en- W er ft hat in den betriebe und zwei wissenschaftliche Institute – be- letzten Jahren vorwiegend Fahrgast-, Expeditions- schäftigte im Berichtsjahr 40 500 Personen. IM Zuge und «Fischereifkorschungsschiffe, ferner Transport- der Spezialisierung innerhalb des Ostblocks produ- und Verarbeitungsschiffe für die moderne Flottillen- ziert sie vorwiegend Trockenfracht- und Fahrgast- fischerei, gebaut. Die Sowjetunion übernahm 1966 schiffe, Fischerei- und Spezialfahrzeuge bis 20 000 ein Fahrgastschiff mit einer Beförderungskapazität BRT. So waren im Berichtsjahr 59,3% der abger von 750 Personen vom Typ „Iwan Franco“, außer- lieferten Einheiten Trockenfrachter und 28.6% dem zwei Expeditionsschiffe vom Typ „Akademik Fischereifahrzeuge. Kurtschatow“ und zwei Fang- und Verarbeitungs- Die Warnow-W er ft, die größte Werft, schiffe vom Typ 3. Das Bauprogramm der Werkt stellte 1966 12 Seeschiffe von 10 000 bis 12 000 tdw Für 1967 umfaßt zwei Transport- und Verarbei- mit insgesamt 134 170 tdw fertig. Das entspricht tungsschiffe von je 10 000 BRT, neu entwickelte einem Anteil von über 50% an der produzierten Strömlingsfänger kür den Fischfang mit Licht und Frachlertonnage (29 Einheiten mit 198 329 tdw). In Pumpen im Kaspischen Meer und automatisierte diesem Jahr wird die Warnow-Werft 12 Einheiten Stückgutfrachter vom Typ „Afrika“ mit einer Trag- des „Rostock“-Typs (10 130/8130 tdw) für die fähigkeit von 6600/5300 t. Deutsche Seereederei Rostock bauen, die 16 Schitfe Auf den Binnenwerften in Boizenburg, Roßlau, dieses weitgehend automatisierten Typs in Auftrag Magdeburg und Berlin entstehen seegehende Schiffe gegeben hat. Für die UdSSR entstehen 1967 drei his zu 1000 tdw, darunter Fischereifahrzeuge, Werk- Frachter des Typs VI (12 000 tdw). – Neben dem s;tattschiffe, Binneneisbrecher, Kanal- und Strom- Bau von Trockenfrachtern bis 15 000 tdw hat sich gjgchubboote, Schlepper bis 1200 PS, Binnenfahrgast- die Warnow-Werft in jüngster Zeit verstärkt dem gçchiffe und technische Fahrzeuge. Schiffsreparaturgeschäft zugewendet und ihre Re- Für das laufende Jahr 1967 hat sich die Schiff- paraturkapazitäten erweitert. Gründe für diese Ten- hgauindustrie zum Ziel gesetzt, den Automatisierungs- denz sind die Expansion der eigenen Handelsflotte grad des Werkt- und Schiffsbetriebes weiter zu er- und die günstige Lage der Werft zum Überseehafen höhen und den Bau neuer Schiffstypen zu inten- Rostock. Für den Reparaturbetrieb stehen u. a. zwei sivieren. Auch bereitet man – in Anpassung an Schwimmdocks mit einer Hebekapazität von 11 000 Jen Trend im Weltschiffkbau – die Produktion von und 7 540 t zur Verfügung. größeren Schiffen vor. Auf den Bau von vermessungsgünstigen Fracht- X schiffen bis 7 500 tdw von Hebeschiffen, Fähren, Der erste 12 300-tdw-Frachter lief bei der War- Forschungs- und Schulschiffen hat sich die Schiffs- Jow-Werfkt in Rostock vom Stapel, er ist für die werft „N e p t un “ in Rostock spezialisiert. Sie Sowjetunion bestimmt. Einen neuen Schwimmkran, übergab im letzten Jahr 17 Frachtschiffe mit 45 295 der gegenwärtig auf der Warnow-Werkt kertig- BRT bezw. 63 929 tdw an ihre Auftraggeber. In gcstellt wird, erhält der Übersechafen Rostock. Der diesem Jahr wird sie mehrere weiterentwickelle Kk,an hat ine Tragfähigkeit von über 1000 t, er Fracht- und Hebeschiffe für die UdSSR, ferner j;t 40 m lang, 22,6 m breit und hat einen Tiefgang Holz- und Stückgutfrachter für Norwegen und die yon 2.2 m. Er ist vor allem für den Schwergut- Bundesrepublik bauen. surischiäg von Schiff zu Schiff sowie für die Ge- Die Volks werft Stralsund produziert neralreparatur der Kaikrane von Wasser aus vor- ausschließlich Fischereifahrzeuge und hat schon seit gesehen. 1 94
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