Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

Einst Karpatenrand - heute Travestrand Durch Ahnenforschung zu neuem Heimatbewußtsein Im Auslanddeutschtum gehörte das Wissen um den + ein Bild, das einem sonst nirgendwo so die Ahnen zu einem lebendigen Bestandteil der mannigfaltig entgegentrat. Familie. Wenn auch nicht immer wissenschaftlich Auch-3ajr hat.. das: Schicksal. diesen-Westheschic: betrieben, so wurde die Tradition doch durch d ue uur Gs O Icsa d ! k § ich U Überlieferung wachgehalten. Hierbei wurden manch- gen. U n jus» U z. U cken Jun ! !! mal Legenden von entführten Bräuten und adeligen Q Entschlan Fryy! w er do Atenro ch W: 2.1 Nachfahren erzählt, denen nachzugehen sich in Fref: emen. nogu yer eren myes vorschner: 1.9 jeders Falle Tokat land, Belgien, Frankreich waren die Stationen. Neben der Pflege der Familienüberlieferung hy eU uur ut y. hatte die Ahnenforschung einen wichtigen volks- sentimentalem Schwelgen – wachgerufen; gegen- politischen Grund: Das Bemühen, die deutsche Herr über der einheimischen Bevölkerung galt man als kunft der bereits über fünk Generationen im Osten Eindringling. lebenden Kolonisten durch den Nachweis der Es war vor genau 25 Jahren, nach dem Bomben- Ahnenheimat „im Reich“ zu untermauern. angriff auf Fo als ich mit einer Flakeinheit Schon das Lied der Auslanddeutschen „Fern vom nach Lübeck kam und in Schlutup an der Trave Land der Ahnen, ziehn wir durch die Welt, unter Quartier bezog. Fremd das Land, fremd die Men- tausend Fahnen, wie es Gott gefällt; ist uns auch schen, sogar die Sprache, denn „in Platt“ war es entschwunden unser Ahnenland, hält uns fest ver- mir nicht möglich, auch nur ein Wort zu ver- bunden, deutschen Blutes Band“ zeugt von der stehen. Doch man war jung, suchte Gesellschaft und Verbindung mit dem Land der Ahnen, besonders fand Anschluß. Am Strand an der Trave be- verkörpert durch den „deutschen Rhein“. gegnete ich dem Menschen, der meinen Irrfahrten Natärlitk war dic Sipprakande far det Alltigl cin Ende. sstien sollte. Mir kreudeten uw 21 zugeschnitten. Die wenigen Deutschen mußten sich ao wos m k kühlte ich mch. Hücr bj. Le- in der fremden Umwelt behaupten, gegenseitige p qu "o zgr am. Jahren heirateten wir, und ich Hilfe war selbstverständlich, und dann suchte und ez : r 2r daß ich sogar Cirg tieimat fand man fast immer eine Yerrgtditutt ter Far re Ee Der Krieg und sein Ende hatte alle ä ] r 1e zahl- ; ;; slerdwägermng. En Ust. ac r u Uotlkoupses 't ee Rü;khehr sc ty t :crj lungen sich entwickelt hatte und familiäre Gast- hs Äzj E Lübeck ein Hafen der Zuttucht. freundschaft und Nächstenhilke noch ausgeprägter ürigen wurde H § ; in Erscheinung treten liel Langsam fand ich mich zuerst im neuen Ver- Di . V ich die Almen: unc wandtenkreis zurecht; auch in der wiedererstande- CLS O Z§0o hehe s J aM ses Nod cdj. i§ scinst us uu » Familien kannten genau ihre Herkunftsorte in wa c Ôn ue auch Lx. zuteil: wurde V le Deutschland, woher ihre Ahnen als Ansiedler 17850 Ercemden, von ferne Hergekommenen. aus der Pfalz und Hessen, aus Schwaben und Würt- ; ; J Ua Y temberg nach dem österreichischen Estizies sckont: z rt 14 rÔic uch: E Vc hr men waren. Mit dem Ausbruch des Krieges gmg d ; < : ; : ; e Lübecker Bürger in früheren Generationen lebten, itccooo ne . p + i : : ;; an- Register des Stadtarchivs tand ich sauberlich eine tie Feuer V.. gr Mssttests. rhutenl Die Autkstellung bis zu dem Ahnherrn, der um 1800 aus Heimat war verloren; es blieb die Ahnenheimat, Stralsund nach Lübeck kam. Ob er auch so wie ich ful der mur zich fremd vorkam: es tehlte die Um: in der damaligen turbulenten Zeit seine Heimat welt mit dem stolzen, nationalbewußten Polen, dem verließ? Was mag ihn zu der Wanderung ver- in seiner Entwicklung aufstrebenden Ukrainer, den anlaßt hébeu! ' , handeltreibenden Juden, den Armeniern und Tar- Dann die übrigen Vorfahren. Sie stammten aus taren. Er vermißt kérzer die Landschaft Galiziens, Holstein und Mecklenburg, waren Bauern, Hand- das Vorkarpatenland mit seinen weiten Hügeln, werker, Arbeiter ~ ein buntes Bild. ; Bergen und der fruchtbaren weiten Hochebene; die Immer vertrauter ist mir das Land geworden; unterschiedlichen Dörfer, hier nach deutschem Muster . Jeb. über Generationen und halte all pres sr f f" cr Haufendörker der Einheimi- ich. erlebe Nur Kindern, den Lübecker § es sss "§v Prunkbauten in den §tzzter rs die sezt B Sri zu fnterlagzen. — ä on- Et de: vcttutn O 41 tt “t römi- Heute stehe ich am Fenster des 10. Stockwerks c. iechischen und orthodoxen Kirche, dazu im Hochhaus zu Kücknitz und blicke um mich: ben. Erics hslen:; Evangelische und Ju- tier Lsbecs — da Holstein. — dort Mecklenburg, 14:
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