Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

Dienstkraft weiblichen Geschlechts war, war bei den 4842 Kräften allein 1129 oder 23,3% auf den Be- Arbeitern nur jede dritte und bei den Beamten reich der Gesundheitspflege, d. h. auf die Kranken- knapp jede fünfte Dienstkraft eine Frau. Gegen- häuser und sonstigen Einrichtungen des Gesund- über früher fällt auf, daß die Zahl der Frauen bei heitswesens entfallen, zu denen im übrigen auch die den Beamten wie Angestellten besonders gestiegen Sportanlagen und die Sportförderung im weitesten ist. Wesentlich geringer als in der Verwaltung ist Sinne gehören. Weitere 1045 oder 21,6% aller Be- der Anteil der Frauen unter den Beschäftigten der amten, Angestellten und Arbeiter sind bei den Wirtschaftsunternehmen. Er liegt mit 6% relativ öffentlichen Einrichtungen, im Feuerlöschwesen, bei niedrig. Dieses ist aber auf die geringeren Arbeits- der Straßenreinigung und Müllbeseitigung, in den möglichkeiten der Frauen in den Wirtschaftsunter- Schlachthöfen, im Garten- und Friedhofswesen und nehmen zurückzuführen. anderen Einrichtungen tätig. Besonderes Gewicht hat der Frauenanteil unter Schwerpunkte unter den Aufgabenbereichen bil- den Teilbeschäftigten. Das sind Kräfte, die nicht den auch das Bau- und Wohnungswesen mit 580 die volle regelmäßige Arbeitszeit ableisten, aber (12%) und das Sozialwesen mit 577 (11,9%) Be- mehr als 20 Stunden wöchentlich tätig sind. Gegen- schäftigten. Mit jeweils 8,8 bzw. 8,0% nehmen die wärtig sind 95% der Teilbeschäftigten in der Ver- allgemeine Verwaltung, das Schulwesen und die waltung Frauen. Bei den Wirtschaftsunternehmen kulturellen Einrichtungen einen fast gleichhohen liegt der Anteil mit 94% fast gleich hoch. Die teil. Anteil an den Beschäftigten ein. Mit Abstand kolgt beschäftigten Frauen arbeiten hauptsächlich als die Finanz- und Steuerverwaltung (3,5%) und der Raumplflegerinnen. Bereich „Sicherheit und Ordnung“ mit nur 3,1%. Für die Zukunft darf ein allgemeiner Anstieg Unter den Wirtschaftsunternehmen im Sinne der des Frauenanteils im öffentlichen Dienst erwartet Personalstandsstatistik nehmen die Stadtwerke als werden. Das läßt das Überwiegen der Frauen unter kombiniertes Versorgungs- und Verkehrsunterneh- den Nachwuchskräften erkennen. Ihr Anteil an den men eine Sonderstellung ein. Sie beschäftigen 1534 1966 in der Ausbildung stehenden Dienstkräften Dienstkräfte, das sind 94% aller in dieser Gruppe der Hansestadt Lübeck lag mit 65% erstaunlich Tätigen. hoch. Er deutet die „Emanzipation“ der Frau auch Für die Bearbeitung von einmaligen oder zeit- im öfkkentlichen Dienst an. lich begrenzten Aufgaben werden in der öffent- Die Unterscheidung des städtischen Personals nach lichen Verwaltung Bedienstete mit befristetem Ver- Laufbahngruppen und dem Dienstverhältnis zeigt, tragsverhältnis beschäftigt. Die Zahl der Bedienste- daß im höheren Dienst der Beamte und im ge- ten mit solchen Zeitverträgen ist allerdings mit 329 hobenen, mittleren und einfachen Dienst der Ange- oder 5% der Gesamtbeschäftigten relativ niedrig. stellte dominiert. Das hängt mit den unterschied- (Fortsetzung folgt) lichen Funktionen der Laufbahnen zusammen. Das Übergewicht der Beamten im höheren Dienst ergibt sich aus der Zugehörigkeit der Lehrkräfte an den s Gymnasien und berufsbildenden Schulen zu dieser Stefan Zweig und Lübeck Gruppe. Im gehobenen Dienst bestimmt das künst- lerische Personal der Bühnen und im mittleren Aus den Erinnerungen von Friderike Maria Dienst das Kranken- und Pflegepersonal in den Zweig, der Gattin von Stefan Zweig, die unter Heimen und Krankenanstalten das Bild zugunsten dem Titel „Spiegelungen des Lebens“ erschienen, der Angestellten. Die Arbeiter sind schwerpunkt- geht hervor, dak Stefan und Friderike Zweig sich mäßig bei den Einrichtungen der Sozialhilfe, im in Lübeck für ein gemeinsames Leben zusammen- Gesundheitswesen, bei der Straßenreinigung und schlossen. Dort heißt es auf Seite 33 wörtlich: Müllbeseitigung sowie im Garten- und Friedhofs- „In seiner schönen runden Schrift, wie immer mit bereich tätig. lila Tinte, schrieb mir Zweig, er werde nach seiner Die Tatsache, daß Lübeck die Großstadt mit dem Aufführung sehr müde sein, wolle mich aber am höchsten Anteil Vertriebener und Zugewanderter folgenden Abend in Lübeck treffen, das ich zu sehen im Bundesgebiet ist, schlägt sich in dem Anteil der beabsichtigt hatte, und ich müsse dort mit ihm seinen Flüchtlinge unter dem Personal der Stadt und ihrer Geburtstag feiern. Von Lübeck sollten wir, wenn ich Wirtschaftsunternehmen nieder. Der Anteil der gzustimmte, die Rückreise mit Unterbrechung in Neubürger aus Mittel- und Ostdeutschland erreichte Leipzig gemeinsam antreten. In Travemünde sah 1966 den beachtlichen Wert von 34%. ich zum ersten Male das Meer. Wie würde sich nach Bei den Arbeitern lag er mit 56% sogar noch dieser Reise der Alltag ausnehmen? In Lübeck ver- weit höher. Hier wirken sich offenbar die Bemühun- saß ich den Alltag.“ gen der Stadt bei der Eingliederung von Flücht- Und weiter auf Seite 56: lingen in das Erwerbsleben besonders aus. „Alle diese Tage spüre ich da, das Hotel Vier Eine Aufgliederung der Bediensteten der Ver- Jahreszeiten, die Halle, das Theater, den Hafen waltung nach funktional abgegrenzten Aufgaben- die beginnende Seligkeit. Lübeck! Jetzt wird es bereichen läßt erkennen, daß von den insgesamt vier Jahre.“ I d. 1 22
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