Full text: Lübeckische Blätter. 1967 (127)

finanziellen Möglichkeiten der Stadt keiner Er- knappung der Wohnflächen, durch die häufige Er- klärung; daß die Stadterneuerung andererseits aber werbstätigkeit der Hausfrau und aus manchen an- auch nicht aufgeschoben wird, beweisen die zahl- deren Gründen eine völlig neue Wohn- und Lebens- reichen Projekte, die bereits fertiggestellt werden weise herausgebildet. Sie hat bis zu einem bestimm- konnten oder die doch irgendwie im Werden sind. ten Grade zur Auflösung des früher gekannten Da ist ichst die: Seh 2 f k Wohn- Pusammenlebens in einem gemeinsamen Haushalt ra [u . june f zer r ch . DV Kriege e A es geführt, und das ist auch der Grund dafür, daß die Weohnungscinheiten kann eine stolze Bilanz vorge- alten Leute in zunehmendem Maße die Aufnahme 18 legt werden. Aber obgleich schon heute mehr als n Alters- und Pflegeheime bzw. in Altenwohnun- r jede zweite Lübecker Familie in einer Neubaur Sen anstreben. s ] h wohnung lebt, ist die Wohnungsfrage immer noch Die Stadt mußte dieser Entwicklung Rechnung F nicht ganz gelöst. Noch hat das Wohnungsamt etwa tragen und hat in den letzten Jahren durch den 6 500 Wohnungssuchende zu betreuen, von denen Bau von 4 neuen Alters- und Pflege- " ca. 4000 überhaupt noch keine Wohnung besitzen. h € i m en 450 Heimplätze für ihre alten Mitbürger Außerdem drängen Jahr für Jahr einige hundert geschaffen. Darüber hinaus wurden 200 Alten- bzw. . neugegründete Familien auf den Wohnungsmarkt, Rentnerwohnungen gefördert. Erfreulicherweise ha- ] die versorgt sein wollen. Wenn demgegenüber auch ben sich auch die privaten Wohlfahrtsverbände und ein beachtlicher Vorrat von rund 3500 im Bau be- Organisationen der Schaffung neuer Wohnmöglich- , findlichen Wohnungseinheiten vorhanden ist, so keiten für unsere alten Leute tatkräftig angenom-. wird dem Wohnungsbau auch noch in den kommen- wen. 3 fertiggestelle Heime sind jedenfalls ein ' den Jahren besondere Aufmerksamkeit entgegen- schöner Beweis dafür. gebracht werden müssen. Dabei sollten über den Die Sorge um unsere Alten hat nun aber keines- : Umfang der Bautätigkeit neben konjunktur- und falls die Bemühungen um die Jugend in den Hinter- ] sozialpolitischen nicht zuletzt bevölkerungspolitishe grund treten lassen. Dabei waren es neben der it Gesichtspunkte bestimmen, denn die Wohnung ist Schaffung geeigneter Freizeiteinrichtungen vor allem it die Grundlage jeglichen Familienlebens und be- der Schulbau, der im Mittelpunkt aller Über- , einflußt auf weite Sicht entscheidend die Entwick- legungen stand und der Lübeck den Ruf einer schul- ! lung unserer Bevölkerung. Dieser Zusammenhang freudiger Stadt eingebracht hat. zwischen Bevölkerungsentwicklung und Wohnungs- Während in den Jahren der ärgsten Not nach . krage wird leider okt gering geschätzt, er ist aber 1945 kaum daran gedacht werden konnte, alte im Grunde von eminenter Bedeutung. Wenn auch Schulen und Lehreinrichtungen wiederherzustellen, : heute noch größtenteils die Bevölkerungszunahme geschweige denn, neue zu errichten, konnte zu Be- 1 den Wohnungsbedart bestimmt, so hängt doch un- ginn der fünfziger Jahre, als sich die wirtschaft- mittelbar von der Art der quantitativen und quali- Jichen Verhältnisse etwas normalisiert hatten, ein tativen Befriedigung dieses Bedarfs die weitere Be- zügig betriebenes Schulbauprogramm eingeleitet ' völkerungsentwicklung ab. Erfreulicherweise hat cwcrden, dessen Ergebnis sich in 24 neu erbauten t Lübeck dieser Erkenntnis weitgehend Rechnung ge- Schulen manifestiert. Im Rückblick darf heute so- z tragen, und so sind im letzten Jahrzehnt eine Reihe gar gesagt werden, daß der etwas spätere Beginn § vorbildlicher Wohnsiedlungen entstanden, die durch- Jer Schulbautätigkeit den Vorteil gehabt hat, daß E aus das Attribut „familiengerecht“ für sich bean. _ jm Gegensatz zu anderen Städten – Fehl- 18 spruchen dürfen. Schon rein äußerlich ist das sicht- investierungen vermieden werden konnten, weil in Þ bar. Eingebettet in gepflegte Grünflächen und aus- Jen ersten Nachkriegsjahren noch gar nicht abzu- ii: gestattet mit Spiel- und Tummelplätzen bewahren gjcéhen war, wann und wo sich neue Schwerpunkte sie ihre Bewohner vor übermäßigem Verkehrslärm jm Wohnungsbau bilden würden. N und die Kinder vor dem gefahrvollen „Spiel auf Am Schulneubau sind alle Schulgattungen be- rt der Straße“ teiligt, wobei sich infolge der stärkeren Begabten- le Unter den vielen Sozial-Aufgaben, die unsere förderung die Notwendigkeit ergab. Real- und rr Städte heute zu bewältigen haben, ist eine, die in Oberschulen in gleich starkem Maße wie Volks- ;;: Lübeck besonderes Gewicht hat: das ist die Ber schulen zu bauen. h treuung der alten Mitmenschen. Der Anteil der So verfügt Lübeck heute in seinen Schulen und Alten an der Gesamtbevölkerung hat sich nämlich Lehrinstituten über eindrucksvolle Möglichkeiten r gegenüber früher beachtlich erhöht. Während 1939 Jer geistigen Ausbildung. 6 Gymnasien, 1 Wirt- nur 7,9% der Bevölkerung über 65 Jahre alt waren, gschaftsoberschule, 11 Realschulen, 38 Volksschulen, :! beträgt dieser Anteil heute rund 15%. Obgleich die 6 Sonderschulen, darunter 1 für körperbehinderte [ meisten alten Leute durch die wiederholten Renten- Kinder, 10 Berufsschulen, 8 Berufsfachschulen, dar- E aufbesserungen heute keine finanzielle Not mehr unter die Landesausbildungsstätte für den seemän- ft leiden, fehlt ihnen jedoch vielfach noch die wohn- nischen Nachwuchs, 11 Fachschulen einschl. der See- h liche Unterbringung Während in früheren Jah- Lahrtschule und der Schleswig-Holsteinischen Musik- " ren das generationsgebundene Zusammenleben von akademie und Norddeutschen Orgelschule, eine It Eltern und verheirateten Kindern der Regelfall war, Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen und eine st hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die Ver- nach neuzeitlichen Ansprüchen eingerichtete S t a a t-
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