Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

sche Partitur auswendig beherrschte, nanm das ,Wie soll ich dich empfangen“ und „Ach, mein herz- Tempo der aus raunender Baßresgion aufsteigenden liebes Jesulein“ durch das langsame Tempo einer Introduktion ungewöhnlich eilend; im Tanz des art Zerreißprobe ausgesetzt, fand aber im Choral Feuervogels vermißte man zwar die scharfen Zur g,@Brich an, o schönes Morgenlicht“ zu einem faszi- spitzungen, die der raffiniert schillernden, virtuos nierenden Höhepunkt und brachte den Schlußchor instrumentierten Musik die sinnbenehmende schneir ohne jede Effekthascherei zu schöner Wirkung. Psnds zyurre Fzhsr loc porrielte fs fich dabei um Orchester und Solisten waren solcher Leistung n. des enis, die Orchesterleistung blieb hicht überall ebenbürtig. So zeigte neben der jubeln- beachtlich; im Reigen der Prinzessinnen war die den Klarheit d _lis. ; dern Gefahr eines zu spannungslosen Musizierens (die und larualt gor e zn rope te; dsr Aris Vr. § von der durchsichtis dünnen Besetzung inmitten |ei Schwäch E d te F oUe uniyste mung des sonst so aufwendigen Orchesterstücks begün- Reinheit en ; S zn OUs Nn. sr besziders dze stigt wird) nicht ganz vermieden. Großartig aber ü ztion r'oultucnd. czünter nh danach in seiner schmetternden Präzision der ron übsrzenss 9r slicm 6 s; v. sen krat- Höllentanz des bösen Zauberers Kastchei und gcetwas an intierer Beziehung er tls. U. cLô not seiner Ungeheuer — hier zog Albrecht alle Re- Reinhard (Alt) kam erst in ihrer zweiten Arie gister des virtuos aufbrandenden Orchesters; und (Nr 19) zu voller Entfaltung, während sie in d auf gleich glanzvoller Höhe der Interpretation fole- gcrsten (Nr. 4) dem Dirigenten im Tem sts In qr ten die Iyrisch zurückflutenden und verebbenden Hans-Jürgen Koeppen (Baß) ist im pg sv ulier. Schlußteile dieses Meisterwerks vom Jahrhundert- hoch etwas begrenzt und wurde deswegen vom Or- beginn (für das gleichwohl die Angabe der Einzel c(hester zu sehr überdeckt sätze im Programm selbstverständlich sein sallte). Schwierig bleibt bei Aer jetzizien Arikstel? di Dann Mozarts instrumentales Vermächtnis aus Akustik. Nur größere er e es HUI é]1uus tis seinen Todesjanr: das schwerelos schwermütige Orchester garantieren einen ausgewogenen Gesamt- und tiefgründig heitere Klarinettenkonzert, von klang. Bei größerer Nähe droht er zu zerbrechen. Es Albrecht mit kleiner Orchesterbesetzung duftis und jg;gt schade. wenn Fähigkeit und guter Wille in ihren in sauberer Zurückhaltung begleitet. Solist war der Auswirkungen dadurch beeinträchtigt dl unübertreffliche Jost Micha els, der dies herr- igt werden. lichste Konzert für sein besinnliches Instrument Saltzwedel mit meditierender Inbrunst vortrug, klanglich ganz zurückgenommen und voller nobelster Dezenz, mit . . gleichsam unmerklich gewordener Geläufigkeit, die Weihnachtssingen der Knaben-Kantorei ganz im Ausdruck aufging. Man hörte so das Kon- Nur sehr wenige Musik-Veranstaltungen des zert wie ins Unwirkliche versetzt, hinter einem Jahres sind derart populär geworden wie gerade das Dunstschleier von Jenseitigkeit und Geheimnis der weihnachtliche Singen der Knaben-Kantorei in der Vollendung. . . Acegidienkirche. Woran das liegt? Nun, es gibt meh- Mit Schumanns 3. Symphonie, der „Rheinischen“ rere Gründe. Die wichtigsten sind, daß erstens die wurden vom ersten Takt an erdhafte Frische und Kantorei sich im Laufe der Jahre einen sehr guten sieghafte Jugendlichkeit in raschem und ener- gRut über die Stadt hinaus erworben hat, daß zwei- gischem Einsatz beschworen. Der von den späteren tens gerade Knabenstimmen einen eigenartigen Sätzen kompositorisch nicht wieder erreichte zwin- ywmyusikalischen Reiz haben und daß drittens die gende symphonische FIuB des 1. Satzes fand Or- dwenrzanl der Freunde guter Musik der vertrauten chester und Dirigenten spürbar auf der Höhe inrer ywmelodik und Harmonik gegenüber – und nie stärker Leistung; was später an Wirkung abging, liest an gls in der Adventszeit ~ besonders aufgeschlossen ist. der problematischen, unorchestralen Instrumentie- Das Programm war in diesem Jahre nach Grup- rung und der z. T. geschwächten Substanz. Doch pen gegliedert, wobei die Besetzung und teilweise holte auch hier der Dirigent das Mögliche heraus - gzuch die gedankliche Thematik den Ausschlag ge- seine sehr gelöst gewordene Gestik schmeidiste geben hatten. Dabei nahmen, in geschickter Weise spürbar den schönen Gesamtklang. geordnet, die vollstimmigen Werke im ganzen wie in Dr. Klaus Matthias den Einzelteilen die Außenposition ein und umrahm- ten die „leiseren“ Werke. So wurde zugleich klar, daß es Hans-Jürgen Wille in seiner Programmge- Bachs Weiknachtsoratorium im Yom tstuns zzront srktri. scz 5.1 cn 11:57 Der Bach-Interpret unserer Zeit hat es nicht führen. leicht: Ein großes Angebot hervorragender Wieder- Der Chor zeigte sich dieser Aufgabe gewachsen. gaben auf Platten und Bändern bei einer immer Nach einigen sehr verständlichen Intonationsschwan- noch steigenden Bach-Verenrung macht einen gro- kungen und einer gewissen Heiserkeit im Sopran Ben Teil der Zuhörer zu Pseudo-Kritikern, die in gelang ihm bereits der zweite Gabrieli-Satz sehr gut. einer anderen als der eigenen Auffassung fast schon sIh schröters Chorsatz „In dulci Iubilo“ kam dann der eine Lästerung senen und die nur noch Solisten Doppelchor und die Terrassen-Dynamik zu voller von Weltformat zu loben vermögen. Wenn es KMD djyyirkung. Die anschließende Solo-Kantate Buzte- Erwin Zillin ger bei solchen Voraussetzungen hudes („Singet dem Herrn“) bleibt in der Knaben- gelang, in seiner Teil-Aufführung des Weinnachts- BHesetzung problematisch. Musikalisch-technisch war oratoriums im Dam bei aller musikalischen Differ gjer junge Solist seiner schwierigen Rolle vollauf ge- renzierung den Eindruck eines in sich geschlossenen jyachsen, doch ist zu bedenken, ob einem Jungen Werkes zu vermitteln, so ist das an sich schon ein geines Alters die Interpretation eines solchen Werkes Lob. Es gilt in erster Linie dem Dirigenten, und jperhaupt zuzumuten ist. Die Kantate bildete zu- zwar aus zwei Gründen: Zunächst hat er durch die Jammen mit den dann folgenden Marienliedern den Wahl der Teile (erste und zweite Kantate vollstandis wehr besinnlichen Teil der Abendmusik, zugleich mit angehängtem Schlußchor der sechsten Kantate’ gzuch den schwierigsten, weil hier fast fünf Jahr- die musikalische Abrundung überhaupt erst ermögr hunderte Musizierpraxis von Joh. Eccard bis Gott- licht. Daneben gab er dieser klugen (und unkonven- fried Wolters zu überbrücken waren. Einen Höhe- tionellen) Auswahl durch die ganz auf den Hörer hpunkt brachte dabei Bruckners „Ave Maria“, das im abgestimmte Dynamik eine deutliche Kantur. Ausdruck. stark, in der Behandlung der Dynamik Die Darstellungskrafkt des Domchores entsprach vielleicht ein wenig überteigert geboten wurde. dieser Leitung. Er wurde freilich in den Chorälen Der Sechlußteil bildete noch einmal ein Programm | 7
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.