Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

Eriztenz ip der Leets. duet zn âstzys fr einer dem Fleischer- und Fischmarkt (673). Christians lücklic ; t € Geselligkeit. Doch wo Totenschädel-Physiognomie ewinnt jenseits aller die Häuser kein Schicksal bergen für die Familie, naturalisti icli t n es nicht austragen – Grünlichs Villa (173 f., 198 ft.), rc Mt a U| Gt zt; hz iy sgmzn Thomas’ erstes Haus in der Breiten Straße (299/300) Die Jahreszeiten sind bedeutungsvoll eingesetzt: ~ gibt es dagegen nur kurze direkte Beschrein- im Herbst spielt der 1. Teil er gibt dem Ge- bungen. Das große Weihnachtskapitel (VIII 8), samtthema die Richtung; auch die Schlußszene Ausformung der früheren Skizze (91/92), wird (X] 4) gehört dieser Zeit der Auflösung. Tonys situationsgerecht verkürzt und überschattet von den Meorten-Idylle reicht vom Sommer bis in den düsteren Ereignissen variiert (6060608); das Herbst, von der Erfüllung bis zum Abschied. - Weihnachtsmahl (543546) steht im Kontrast zur Und Hintersinn auch im Beiläufigen: Grüänlicks großen Einweihungsmahlzeit und ihrem Optimis- Mund gleicht einem Geldbeutel (151) als er Tonys mus, aber in genauer künstlerischer Analogie (1 4~ Mitgift bis Travemünde nachjagt; Tofss Isolierung 7). Und schließlich, wichtigster Dreitakt in den in Grünlichs Villa illustriert der dichte Nebel vor Erzählsituationen, die großen Travemünde-Ka- den Fenstern (198), ihre Ratlosigkeit wegen einer pitel: Tonys (III 5-12) und Hannos (X 3) Auf- Ehe "mit Permaneder das ums Licht kreisende enthalt und der herbstliche der Brüder Thomas Insekt (336/37). Ahnlich zeigt die befreite Fliege unc Christian (X 6). Tony holt sich hier den wört- Hannos Feriengefühl (630), seine Erlösungssehn- lich geborgenen und im Roman wiederholten Er- sucht die Schlußszene des ,Fidelio“ auf seinem fahrungsschatz für ein ganzes, so wenig in Ein- Theater (537). Thomas’ Abschied von Anna ist sicht reifendes Leben; der Erzähler läßt diese durchtränkt vom Abendrot der Wintersonne und Landschaft ein für allemal im treffenden Wort der erdigen Feuchte der Blumen (170) ~ das ist gerinnen, er spielt das Feststehende in den späteren bereits die Todesstimmung des Endes. (690) Sym- Partien stereotyp wie gültig wieder aus (632 über- holik der Namen ist in diesem Roman selten; im nommen von 137; 633 von 142, 149; 636/37 von Gegensatz etwa zu der künstlichen, ganz stili- 1559157; 671 von 137) + eine rührende Wieder- sierten Welt von „Königliche Hoheit“ mit ihrer kehr des Gleichen, so von Anfang an schmerzlich Häufung travestierender Namen der höfischen gelieht! Aber auch Variation ist da, geistige, see- Sphäre, von vielen anderen Werken abgesehen, lische Verwandlung: für Tony und Hanno dieser ließ sich der Autor hier spürbar vom einheimisch Badeort ein Topos der Sorglosigkeit, der Freiheit Vorgegebenen, Gängigen leiten. Aber wenn an von den Ansprüchen des Lebens, ob sie Grünlich Tonys Aussteuer eine Mamsell Bitterlich näht (162), »der Schule heißen; Tonys Erlebnis einmalig, so ist das ein nicht weniger deutlicher Hinweis menschlich erfüllt, ein Traum, der das Leben hin- auf den traurigen Verlauf ihrer Ehe als der Um- durch andauert, wiederkehrt –} Hannos Sommer- stand, daß Grünlichs Kontore in der Spitalerstraße kerien dagegen geschildert als stehende Ewigkeit, liegen (163), ein solcher auf sein krankes Geschäft. an die der Schmutz des Alltags nicht heranreicht Hintergründiger Verweis auf die Rolle, die nach (das Bild der Sterne in den Quallen, die sich beim Thomas Manns romantisch-wagnerisch bestimmter Trocknen verflüchtigen! ~ 639 von 137); Hanno Auffassung der Musik als einer auflösenden, vom menschlich einsam, aber geborgen in der Natur. aktiven Leben fortziehenden Macht zukommt (ihr Dagegen nun der Aufenthalt der Brüder: eine ins Nächtige, in die Ruhe des Nichtseins gelei- burleske Travestie der früheren, ein makabrer tender Zwang zeigt Hannos am Modell des Reigen ~ das Schöne transponiert in die Herbst- Tristan-Vorspiels nachgezeichnete Klavierphantasie stimmung des Lebens und dieses Familienschicksale. ~ X 2, 141250), ist der Name des Organisten Einstmals die Morten-Idylle Tonys, das ganz Ge- Pfühl, der Hanno den Weg in diese dem Senator sunde. Dazwischen Hannos morbide Melancholie. so feindlich scheinende Macht weist (ab 494). Nun das Bild einer verfallenden Gesellschaft in Die Prosa der „Buddenbrooks“ blitzt und funkelt Auflösung. Und alle drei Vorgänge in den gleichen jüherall von sprachlichen Feinheiten und geheimen Rahmen gespannt. Welch ein Musizieren in der Anspielungen: So wird Thomas erstmals bei sei- Umdeutung des Gleichen! nem Abschiedssang zu Anna mit vollem Namen Man könnte fortfahren mit der S y mb o lik der eingeführt – Zeichen der entsagenden Reife (167); Bilder, der Vorgänge in diesem Roman: mit der so ist Sesemis leitmotivischer Segenswunsch, der Rolle des Dr. Langhals (555, 620/22 u. 752) und der sonst (bei Tony, bei Erika) letztlich so ironisch Schwester Leandra (560, 683) als Todesboten, mit fehlgeht, gegenüber Hanno auf die warme Mlit- der Hannos als eines Psychagogen vor des Senators leidsformel „Du gutes Kend“ sinnschwer verkürzt Tür, der sein Testament macht (662), des buckligen (400) - seinem ernsten, todgeweihten Leben hielte Lehrlings als Unglücksboten (492 u. 662), mit jenem die Ironie jenes Glückckspruches nicht stand. – Satz im 3. Travemünde-Kapitel, der den Todes- Dieses Werk ist stilisiert bis in die letzte Faser, reigen dieser Gesellschaft kontrapunktiert: „Die ohne daß es dadurch jemals ins blok Künstliche Dampfer zogen wie Schatten und Geisterschiffe entartete; vielmehr wächst aus dem scheinbar nur vorüber und verschwanden am verwischten Hori- realistischen Detail die hintergründige Bedeutung. zont“ (666), der hintergründigen Anspielung auf Ein der bloßen Wirklichkeitsschilderung weit das Ende des Senators in der blutigen Szene auf überlegener Künstler ordnet das Leben zu sinn- 2I4 2
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