Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

Schulrat Aa D VW Stier erhielt IO-…COÖOttftaa€onueelÇ2i.._Els eRÇPÇoaee.ti2iietettit| s * Thomas-Mann-Gesellschaft in Lübeck Die Senatsplakette In der ersten Mitgliederversammlung der zum 90. Geburtstags Thomas Manns am 6. Juni 1965 Z § ins Leben gerufenen Thomas-Mann-Gesellschaft in In Würdigung seiner Verdienste um Lübecks Lübeck wurde die Satzung beschlossen und der Heimatkunde wurde Herrn Schulrat a. D. Wilh. Stier ze rs t. r uo E f t Ui g! öréet: die Ehrenplakette des Senats verliehen. In herzlicher pw cu zuuu sturw... tal5s Y rt.»1:15- Mitfreude beglückwünschen wir den Vorsitzenden Zimmermann, Herr Laudien und Frau Staiger. Z unserer Tochtergesellschakt, dem Verein für Heimat- E CHE REE Uos ) Dt Jätrlich schutz. Wir sehen in dieser hohen Ehrung eine An- purriut..x j b va tzlkte-.uvertgni erkennung gemeinnütziger Bestrebungen. Wir wün- N. Hosclrchatt „hittst.g1s. gs Z§ ti utsaben schen Herrn Stier fernerhin Gesundheit und Schaf- Kenntnis des E Ne UAC A S: f J1919 . z Vorträge und Publikationen, 3. Ausgestaltung von fenskraft für die vielen Arbeiten, die auf dem Ge- Gedenktagen) unterstützen wollen, um ihren Bei- biete der Heimatkunde und des Heimatschutzes noch ttt; Nie. §ezchäktsstslle befindet sich in der Buch- getan werden müssen in unseren Tagen. T a iiiiii©óqCchklloiO CD, IIZLLUÜ Walther Jahn + „Schmerz und Klage sind unsere erste, natürliche Von den uns gebliebenen Werken des begabten Antwort auf den Verlust eines geliebten Menschen. Künstlers seien hier genannt: Das schöne kleine Wir sollen sie nicht unterdrücken, sie hellen uns Reliek im Durchgang des Burgtores. Es zeigt Reiter- durch die erste bange Not hindurch, sie genügen kampfszenen aus der Schlacht zwischen der Blücher- aber nicht, um uns mit dem Toten zu verbinden. Da und Napoleonarmee. Gerade die Unauffälligkeit tut auf primitiver Stufe der Totenkult: Opfer, Grabs dieser Bronzeplatte ist so recht typisch für die Be- schmuck, Denkmäler, Blumen. Auf unserer Stuke scheidenheit des feinsinnigen Künstlers. Dasselbe aber muß das Totenopfer in unserer eigenen Seele gilt von dem schönen weiblichen Torso in rotem vollzogen werden, durch Gedenken, durch genaueste Marmor, der sich im Besitz des Behnhauses befindet. Erinnerung, durch sorgfältigen Wiederaufbau des ] . ; § geliebten Wesens in unserm Innern. Vermögen wir Unvergessen bleiben wird die zurückhaltende Mit- dies, dann geht der Tote weiter neben uns, sein arbeit an der Neugestaltung der Renaissancetreppe Bild ist gerettet und hilft uns. den Schmerz fruchtbar am Rathaus. Ornamentale Teile tragen unverkenn- {u machen.“ bar seine meisterliche Handschrift, während die Diese Worts cines auch von derm so jäh uras Leben Vollplastik der Justitia im Giebel eine eigenständige gekommenen Bildhauers Walther Jahn geschätzten Arbeit darstellt, die sich bei aller Eigenwilligkeit Dichters mögen den Weg weisen, persönliche Trauer nahtlos dem Alten einfügt. in dankbaren Abschied Zu wandeln. ; Auch die Inschrift an der Marktseite unter den Jahn hat einige wenige Arbeiten sener Vaterstadt Fenstern der ehemaligen Kriegsstube ist so gelungen, hinterlassen, die immer wieder Zeugnis ablegen wer- daß sie ein Handwerk verrät, das zum Kunstwerk den von der außergewöhnlichen Begabung des Bild- geworden ist. Eine weitere Sgrafittoarbeit sind die hauers und Graphikers. großflächigen Wandbilder an den Innenwänden Vielleicht wird die stille, meist in den Ausmaßen des Ehrenmales der NS-Opfer auf dem Vorwerker kleine Arbeit schnell in Vergessenheit geraten in Friedhof. Die großartig, meisterlich gezeichneten einer lauten, Erfolg heischenden Zeit. Wer in vielen Motive der Notzeit sprechen in ihrer gekonnten Ge- Jahren die altmeisterliche Arbeitsweise des Künst- staltung jeden an, der Mut hat, sich diesem Thema lers erleben durfte, der wird nur schwer verstehen aufzuschließen. In dieser Arbeit hat Jahn besonders können, warum der zeitgebundene Straßentod einem glücklich eine Idee verwirklichen können, die ihn Lübecker Künstler das Werkzeug aus der Hand ger immer wieder bewegte, die Zusammenarbeit am nommen hat. Nicht nach Anerkennung strebend und Bau. Das Mitgestalten des Bauwerkes als schaffender nach finanziellem Erfolg jagend, hat Jahn sich des Künstler und das Arbeiten mit dem Bauhandwerker, persönliche Leben sehr schwer gemacht, ähnlich wie der den zu bearbeitenden frischen Putz antragen sein großes Vorbild, Ernst Barlach, den er Zeit mußte, das war dem gelernten Holzbildhauer- seines Lebens hoch verehrte. In dieser Verehrung gesellen stets ein Herzensanliegen. Möge eine Ge- war er sich ganz einig mit Gerhard Marcks, der dächtnisausstellung noch einmal Gelegenheit geben, Jahns Werk außerordentlich schätzte und ihm per- einige Werke zu betrachten. Viele sind es ohnehin sönlich verbunden war. nicht. denn ein Ausspruch Jahns aus seiner Jugend 21 §
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