Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

Thomas Manns Goethe-kernstes Werk »Doktor Faustus« Von Professor Walter A.. B er en.ds.0 h n.. Stockholm j Ostvor pur! Tideström, Uppsala, in der „Entstehung“: „Ich fühlte wohl, daß mein Seminar Übungen ab tibsx, Thomas S Buch selbst das werde sein müssen, wovon es Roman „Doktor Faustus“, an denen, wie be. handelt, nämlich konstruktive Musik“. Daraus ftztet wr§ Gu. eine ganze Anzahl Pro- erwächst im fünften Kapitel der Versuch, das ren zu V tunen teilnahmen. Als letzte musikalische Werk Adrian Leverkühns, Thomas Mann als Themgs, ENU ch d „Dr. Fausti Weheklag“, als chiffrierte Beschreibung von 1957 an auf den Musikerroman snezirtt des ganzen Romans zu deuten. Das letzte Kapitel z Eri! in ihrer Lizentiat-, dann in ihrer diskutiert „Das Problem des Religiösen im Doktor Hortorar hit, hez!stets Prof. Tideström ihre Faustus“. In der zweiten Hälfte der Arbeit ist also stand die gründliche UB.Fs str nicht nur von der technischen, sondern überwiegend handlung Gunilla Bergsstens: Mc von der geistigen Struktur des Romans die Rede, Ments Hbictor Faustus, Untersuchungen zu cine schr eindringliche, vorzügliche Leistung. (stur UD Urs zu ; Frurtur sr Romans Man kann gegen Einzelheiten Einwendungen er- 1963), die der Anlaß zu diesem Kits up Ua heben. Mir scheint z. B. der Vergleich zwischen der ' Komposition „Dr. Fausti Weheklag“ und dem gan- In der Einleitung schildert Gunilla Ueiz;t zen Roman nicht falsch, aber einerseits zu weit- sehr eindringlich, vor allem auf Grund der : ]! sehend und hart durchgeführt und andererseits des Dichters, die äußere Lage Hud tarcre He § nicht ausreichend, worauf ich noch zurückkomme. tung des Emigranten, der dieses t ts a Auch wenn sie und andre den Dozenten Schlepptfuß schuf. Im ersten Kapitel beschäkt; . tts erk und Konzertagenten Fitelberg als Teufelsgestalten sten sich mit den Quellen rsrhst tau Berg- bezeichnen, so scheint mir das allzu bestimmt aus- ausgehend von Üera Begriff der “tor l'avstus.. gedrückt; sie haben gewiß teuflische Züge, aber wir- nik“, den Mann selhst in Ut zart '”üzch. ; ken doch im Roman als Menschen ihres Berufs. Entstehung des Doktor Faustu 2* erläaicrt Us Solche Einwände hängen eng mit der Begrenzung sie dann in elf Abschnitten an Quellen anführt, Jer Arbeit Gunilla Bergstens >usawmen, die ja ist selbst für den, der Manns r fckieu eise »I keine erschöpfende Struktur- und Stilanalyse der kennen glaubt, unerwartet viel und überaus man. Pichtung anstrebt. Ich könnte mir denken, daß die nigfaltig; es setzt sich ZUsa men aus r ztichetles Gegner Thomas Manns unter den Literaturhisto- persönlichen Erfahrungen, den Beiträgen Ut Rafe rikern sagen: „Wir haben es ja immer gesagt, alles schlägen von V ervearidtet UE frase! s i bei diesem Schriftsteller ist Montage-Technik, kom- ihnen Th. W. Adorno für die Altri is F .usn biniert, konstruiert, berechnet. erdacht, nichts intui- allem wörtlichen (oder variierten) hut aus tive, schöpkerische Pichtung.* In der Tat ist alles. fremden und eigenen Schriften. In einem Anhang was Frau Bergsten aus diesem Werk heraushebt, findet sich ein „Nachweis der Git t R de Er die technische und geistige Struktur, eine Abstrak- schiedenen Kapiteln des Romans“. in dem Zur cis M; gewissermaßen das „Knochengerüst . Die Ar- SSCcCGIGOESG GE E G liche Menge, ein dauerhaftes, künftig unentbehr, O!8c Zuuhence Lleisch schucer!. da ß; liches Ergebnis der Untersuchung. über ausgebreitet hat. Eine erschöpfende Charakte- ist B l U daß U Zr sir th set sichtertscken Letzturs. Mut n geen ; ; . . oman wü < E E s Earttgstirgnsgt “es ficht reiche ähtangltys erkgrägrn vie die Gunilla Eets: stofkesind, die im.R .: . _ stens. In einem Aufsatz kann ich nur einige wesent- steine, die ihm U hst teitBr»; licht Eiztheinupgen hertzrkeben. und. durch Bet künk Kapiteln ihrer Arbeit wendet sie sich der spiels znzuchärikitt; nacher. „Struktur des Romans“ zu, geht den ,Voraus- setzungen der Montage-Technik“ nach, wiederum Die Landschafts- und Ortsschilderungen sind recht im Anschluß an eine Außerung Manns in der karg, es sei denn, daß Adrian Leverkühn längere „Entstehung“, wo er von der Gesamtkrise der Zeit in diesen Milieus weilt. Im 40. Kapitel wird Kultur spricht, die ihn zu neuen Prinzipien seiner ein Winterausflug in die bayrischen Alpen dar- dichterischen Arbeit nötigt, schreibt über „Thomas gestellt. S. 651 (der Erstausgabe) heißt es: „Es traf Mann und die deutsche Frage“, erörtert tief. sich natürlich und richtig, daß nach Adrians Hinzu- schürkend das Werk als ,historischen Roman“, kommen die Landschaft draußen sich ins Bedeu- wobei die „verschiedenen zeitlichen Ebenen“, die tendere zu heben und, allerdings aus der Ferne Musikgeschichte, die Theologiegeschichte, die Ge. noch, verschneite Hochwelt hereinzublicken begann. schichtsphilosophie und die „Dämonisierung der .... Die bayrischen Alpen weisen keine Giganten Geschichte“ erörtert werden. Thomas Mann schreibt hehrsten Ranges auf unter ihren Erhebungen. aber 1 TJ 1 0.
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