Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

tums diese reine Aussage sich herleitet, wie daraus Dann erhob Friedrich W ühr er das Violin- geheimste Meditation nicht weniger aufsteigt als die konzert von Branms zum Glanzstück des Abends. vitalste Kraft scheinbar unreflektiert durchbricht. Während sein Bogen im buchstäblichen Sinne ber- Dieses Konzert entlies einen mit dem Rindruck, denklich „Haare ließ“, faszinierte der strahlende einen der ganz großen Pianisten unserer Epoche ger Klang ebenso wie der grandiose rhythmische hört zu haben. Schwung. Das Orchester, hier von seinem Dirigenten Sein Programm war nahezu ganz in der Romantik E§giUutlics "tn Vorbis Wtisten ‘und an Jer bet una tet z19r. rgr U. zrrhen eren NZ Aufgabe zugleich. Der Applaus war entsprechend Sonate stand am Beginn, gespielt mit Lazar Mischung enthusiastisch. von schlichter, direkter Männlichkeit und halb ver- Die gleiche Höhne war in der abschließenden hehlter romantischer Tönung, womit Haydns herbr 8. Symphonie von Beethoven nicht zu halten. Beh- schlanke Klassik, seine heilsam nüchterne und doch rens’ temperamentvollem Einsatz folgte das Orcher- oft in Nuancen noch poetisch versponnene Musik ster ein bißchen zu hölzern. Der letzte Satz gelang genau getroffen war. Mit Schuberts großangelesgter am besten, und besonders die ausgedehnte Coda ArDur-Sonate OP. posth. trat Puchelt in die Weite brachte noch einmal erstaunliche Geschlossenheit. ., tuizzutiechen kthtens .Fr: pr vetoute 1n : Fate tit Starker, anhaltender Beifall belohnte den Diri- Schuberts Symphonik verweisenden Züge, die zieh AUS genten und das Orchester für diesen neuen Beweis Pp-Ansätzen (wie in der Fortspinnung des Seiten- wachsender Gestaltungskraft. Saltzwedel satzes und am gewaltigsten in der Durchführung) zu voller Kraft entwickelten. Diese dynamisch scharfen Konturen bestimmten auch das innig aus- Schwedischer Chor in St. Katharinen gespielte, in seinem halb rezitativischen Schweiten von schroffer Akkordik beunruhigte Andantino wie Der Chor der Stockholmer Oskarkirche unter das stürmisch hingeworfene Scherzo mit seiner Torsten Nils s on sang auf Einladung des Klangoase im Trio. Metaphysische Wandersenn- Lübecker Sing- und Spielkreises in der Katharinen- sucht spannte sich über das im seligen Hinsingen kirche vorwiegend schwedische und dänische Kir- nicht endende Rondo mit seiner gewaltigen symphor chenmuzsik. nischen Stauung vor der Schlußpartie. Das Ganze Die einleitende Motette „Singet dem Herrn ein eine seelisch großartige Bewältigung einer unausr hyeues Lied“. von Stig Gus ta v Sch ö nb er g war lotbaren Musik. — In der Tempoanlage nahezu als Motto der Abendmusik zu verstehen, dessen sonatenhaft bot Puchelt im 2. Teil vier von Mendelsr JIyterpretation zum Teil schmerzhafte Konsequenz sohns Liedern ohne Worte (Nr. 24, 12, 25, 49 “ gzeigte. Jeder konnte hören: Die jungen skandi- t A, fis, G, C) - daß diese als zu schwärmerisch hayischen Komponisten haben das Lob-Preisen ver- enunzierte Kunst auch uns nicht fernzustenen |ernt; höchstens im „Halleluja“ ist es symbolisch brauchte. zeigte die Wisdorsabe: mig sr in den jrigtattiziort. Has „nCue iss“ ist zum Stachel zo UZ : :. worden, bestimmt zum Stimulans der Seele des in den oft ostinaten Besleitfiguren (s0 unübertretf- gleichgültig gewordenen Christen. Der Däne Leit lich in Nr. 24 das nervös flimmernde und gleich- Thy bo hat dafür in einer manchmal an Orff er- wohl keste Gewebe), diese thematisch gesteigert im innernden Art den Rhythmus zur Hilfe gerufen, Geschwind-Staccato hingetupft in Nv. 45. Grandios noch weiter gehend sein Landsmann Bernhard übertraf Puchelt alles vorher Geleistete zuletzt noch Lewkovitch, der rhythmisches Sprechen und mit Brahms' 3. Sonate fk-moll op. 5. Nur ein SOgar Zischlaute in die Darstellung seiner „Impror- ßour eräner Meister Seine; Formats vermss die peria“ einbezient. Innen gegenüber erwiesen sich engtmen. „technischen Schwierigkeiten dieses Werks die drei hier vertretenen Schweden dem Ton im t Us Ju ten Es cuc;;s " sql ie sz; herkömmlichen Sinn stärker sterpatist. und gt kappten Klavierkonzerts den Konzertsaal randvoll fort- v ra Lors EI g a treter Pe EG er S ug Lines aufs ‘Julerste gcrakkien Künstlers setrichon Hutzvicrunson uud remäcs Itereslsbrüngen ar- [u umsr zz zswrsu. wt: tn) ripais! uhey beitet und dadurch ähnliche Beachtung sucht wie Und dazwischen mit dem Andante der allerreinste, Lewkovitch durch den Sprachrhythmus. keuscheste Ausdruck romantischen Fühlens, das (wie Was diese Komponisten vom Chor verlangen, Schumanns Mondnacht) aus der Seele bis an die grenzt an Artistik. So brachten die Gäste aus Stock- Sterne hinaufreicht. Kein Wunder, daß der Beifall holm in mehrdeutigem Sinne UVnerhörtes. Süß jeden- für Puchelts Meisterschaft nicht enden wallte. falls war die Frucht nicht, die sie boten. Dr. Klaus Matthias Zwischen diesem Wetterleuchten wirkte Buxter- hudes Solokantate „Drei schöne Dinge sind“ wie eine Alkademie-Orchester im Kolosseum 13 1 SGU O OUR E Vuter G üntor B EH r on s' Stabkührung zeigte UN Se rm rtars Une micht recht "piausivie ASí rchester der us1Kkakademle in einem ONnZer ; . ; ; im Kolosseum eine bemerkenswerte Leistung. Strek- Hiztne 34 Hzuztehugs. FV; § t Ms Lozitht > s S §ser a... 531.1: Sattwcäc ein routiniertes Orchester. Freilich war mit Schuberts Ouvertüre im italieni- Geistliche Abendmusik in St. Lorenz schen Stil eine sehr gefährliche Einleitung gewählt worden. Den beiden Gruppen der Bläser fehlte Zum Abschluß der JubilaterWoche vereinigten noch ein Rest der Klangverschmelzung mit den sich zu gemeinsamem Musizieren die Chöre der Trave- Streichern. Trotzdem brach sich das Musikantiscnhe mùünder und der Lübecker St.-Lorenz-Gemeinde samt Bahn zu einem eindrucksvollen Abschluß des kleinen einigen Instrumental- und Vokalsolisten unter der VM erkes. Leitung von Luis e Lahros. 1 74
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