Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

Theater und Musik f Manuel de Falla: Ein kurzes Leben G U T V E R S ] C H E R T Giacomo Puccini: Gianni Schicchi N ATI ON A I Wie Bartok in Ungarn, so forschte Manuel de h Falla in Spanien nach dem alten Volkslied seiner Heimat. Auch er wurde dadurch zu einer Neugestal- tung der Folklore angerest, die seinen Werken, . . von der Oper „Ein kurzes Leben“ an, charakteristin. Seinem Witz und dem Lamento der ganzen Kum- schen Ausdruck verlieh. Durch seinen Aufenthalt Panei habgieriger Verwandter, die den „ormsn in Paris gewinnt de Falla – wie Bartok – durch Buoso“ auf ihre Art ,betrauern“, folgt man mit die Begegnung mit den französischen Impressionir Solchem Vergnügen, daß die köstliche BufforOper sten und dem russischen Ballett neue Anstöße, gie Auch in Melchingers geschickter Inszenierung wieder ihn nicht nur in seiner bisherigen Entwicklung be. Zu einem vallen Erfolg wurde. stärken, sondern seine Musik noch farbiger und Am Pult sorgte Egermann mit vielem Schwung ditferenzierter werden lassen. Daher ist és nicht dafür, daß neben allen Buffo-Akzenten univ gas verwunderlich, daß seine bereits 1905 mit einem lIyrische Element nicht zu kurz kam. Dabei ent- spanischen Preis ausgezeichnete Erstlings-Oper bis ftalteten Barbara Rondelli und Horst Hoff- zu ihrer Vraufführung in Nizza (1913) noch manch m ann so schmelzende Kantilenen, daß der Beifall Umwandlungen erlebt. anche tk stur: Zs z vtrts. uch Evt.: SZ © : Wer bei de Falla ei ien à « lIlse öhler, je ch mädecke, erwartet, dürfte B cht V. F§auien gls „Harter Deck er Wilm W ey el, Reiner Scholze die von Bartok Puszta-Romantik im Stile beliebter Sie seien für alle anderen genannt — waren würdige ungarischer Rhapsodien verlangen. Die herbe. mo- Vertreter dieser tolldreisten Begebenheit, die be- dale Musik de Fallas ist nicht populär Wie’ etwa reits durch Dante unsterblich wurde. Sarasates „Andalusische Tänze“ oder ’,„Zigeuner- Dr. Gerhard Hanschke weisen“, mit denen sie nichts gemein hat. Dabei ist sie nicht weniger temperamentvoll, wie der be- kannte, von Kreisler als Virtuosen-Stück arran- Reise um die Erde in s80 Tagen gierte „Spanische Tanz“ aus „Ein kurzes Leben“ Ein sommerliches Theatervergnügen, leicht und rs‘ K die Menschen dieser Oper sind nicht immer heiter; Jie "crit Uzi zur Äerserztiuns so ausgelassen. Meist geht es ße; ernst und schwer- r sun Es1iczzgss: UuietVermevcsutuz mütig zu und hinter den leisen Klängen einer sss Ns Gr. 2163 Lektü 's. des ersten Weltfahrplanes, rezitativisch ausschwingenden Melismatik spürt g mn r Schiltir. bei Cook’s Reisebüro in man versteckte soziale Anklage, das Leid der armen P hrt ws War. NE s verteilen die Reise- Kreatur. Dieser Unterton begleitet alle Szenen, die büros ihre bunten Prospekte kostenlos, eine Reise Übcrlasven Und und Uisenarüise Vim c gte ura die Welt ist nichts Sensationelles mehr; aber bieten. Mit einigen Strichen und Anderungen er- sas Nzizzuiiet mus 1 im Flyes der. set Leben, und lebte das interessante, fast vergessene Werk durch §?rsgenasten. des Phileas Fogg, die uns Jules Verne Frank FEZ zv (Musikalische Leitung), Nich so dramatisch beschreibt, vermag uns heute, nach elchin g er egie) und I v an Sertic 07 1 ini ie unsere Freun. ff: Us) ua Mf au e z5tun U “PU Z1r1katigiercttwre Für die südländische Atmosphäre mit ihrer reiz- Der tschechische Dichter Pavel Kohout schrieb ein vollen Abendstimmung, aus der (wie in einem Noc- sehr leicht gezimmertes Stück nach Jules Vernes turne von Debussy) von irgendwoher unsichtbare Roman: die Stationen der Reise werden nur ober- Chöre (Hans-J. Brink m a n n) und Stimmen träu- flächlich angedeutet, der kabarettistische Klamauk merisch hineinklingen, fanden Regie und Bühnen- herrscht vor, das ironische Geplänkel, mit dem die bild (Jost B e d n a r) brauchbare Lösungen, während Eigenheiten englischer Snobs karikiert werden F ms! zich tttorssgraphizch glücklichere Ideen vorr ghzper der Reiz des Urbildes schiruhert überali bret: stellen konnte. i ‘amatische Spannung des Romans E Ausdrucksvoll betreute Egermann mit dem gis: dzamstizche: pannung Jules Verne trägt am Orchester die an Feinheiten reiche Partitur. Als Ende den Sieg über seinen Bearbeiter und dessen Salud und Paco wurden Charlotte B ert h o1d und Verfremdungseffekte davon. Peter H a a ge dem oratorischen Charakter ihrer Die Inszenierung Walter Jokischs war dem Stück Partien mit tragenden, vollen Stimmen gerecht. angemessen: kabarettistisch leicht, geistvall pointiert; Neben ihnen behaupteten sich in kleineren Auf- Gag folgte auf Gag (mancher wirkte nett, mancher gaben Inge Decker, Norbert Burger und nwmehr albern). Die vielen Reisestationen deutete Gerhard Sc h mi d t. Aus dem Ballett hoben sich Günter Kupfers Bühnenbild mit wenigen Ferzate: Marjan J a gu s t, Dusanka Duricanin, Chri- stücken an; das war im ganzen eine geschi un. cas Sch w ar z enb er g und Peter Joseph B e il kostensparende Lösung eines schwierigen Problems, hervor, zuverlässige Solisten, die mit ihrer Gruppe wenn man sich auch einige Bilder phantasievoller trotz der problematischen Konzeption das Beste und farbiger hätte depl-en: Küuncy. ; herauszuholen suchten. Cornelis Teeling sitzt hinter einer Schla Z| Autk die Tragödie folgte mit Puccinis „Gianni Batterie neben der Bühne und brilliert mit raffi- Schicchi“ das Satyrspiel. Dieser handfeste Schwank nierten Rhythmen und Geräuschen, die ieder Szene aus der Tradition der alten italienischen Komödie die nötige Spannung und dem ganzen Stück das wurde hier bereits vor einigen Jahren mit starkem straffe Gerüst geben: inm und Gottfried Stramm Erfolg inszeniert, wovon noch manche Leistung in ein besonderes Lob! I [ frischer Erinnerung ist. Wenn man auch diesmal Das Ensemble von 12 Schauspielern, das mit 60 allen Vergleichen zum Trotz einen Heidenspaß an Rollen fertigwerden muß, gibt eine disziplinierte, dieser Geschichte hatte, so spricht das vor allem für technisch befriedigende Leistung; nicht jede Rolle die prachtvolle Gestaltung der Hauptpartie durch allerdings überzeugte, manches erschien doch recht Boleslaw J ank o w s ki, der den Pfiffikus Gianni improvisiert. Hervorragend Franz Trager als Phileas Schicchi mit unwiderstehlicher Komik ausstattete. Fogg: er gab der Figur des weltreisenden, uner- 1 5Z
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