Full text: Lübeckische Blätter. 1965 (125)

Dank der Bürgerschaft an Max Wartemann Am 25. März 1965 wählte die Bürgerschaft beste Anerkennung Ihrer unermüdlichen Arbeit für A Yk rUtsu r E J diese Stadt sehen, in die Sie vor fast 6 Jahren neu präsident Gaul sagte aus diesem Anlaß: . kamen und welcher Sie inzwischen längst einer ihrer treuesten Bürger geworden sind. „Die Bürgerschaft hat Ihre Wiederwahl als Bür- Darin liegt zugleich der Dank Ihrer Mitbürger germeister der Hansestadt Lübeck einstimmig und für alles das, was Sie geleistet haben. ohne Stimmenthaltung beschlossen. Ich wünsche Ihnen namens der Bürgerschaft für Gemäß § 64 Absatz 3 der Gemeindeordnung die Weiterführung Ihres Amtes als Bürgermeister habe ich Sie zu fragen, Herr Bürgermeister Warter der Hansestadt Lübeck alles Gute, Erfolg und mann, ob Sie bereit sind, Ihr Amt weiterzuführen. Glück und vor allem Gesundheit. Und ich kann Ich stelle Ihre Bereitschaft hiermit ausdrücklich meinen Glückwunsch an Sie eigentlich nur mit der fest und beglückwünsche Sie sehr herzlich zu Ihrer Feststellung beschließen, daß auch der Hansestadt Wiederwahl. Sie dürfen in der Tatsache, daß die Lübeck zu Ihrer Wiederwahl als Bürgermeister nur Bürgerschaft Sie einstimmig wiedergewählt hat, die gratuliert werden kann.“ „solches Debattiren in einer Kirche das Kirchen- tag, laut Anordnung des Senats in der Katharinen- gebäude nicht entweihen würde“. Im Endeffekt kirche, die damals bereits einen mehr senatsherr- erhob das Ministerium aber keine Einwendungen, lichen denn konfessionellen Versammlungsort dar- wohl aber „Bedenklichkeiten“. stellte, etwa dem reformierten Kirchenraum ver- Mit dieser Entscheidung war dem Grundgedan- sleichbar, der seit dem 1825er Dekret frei von ken, der den Kirchentagen Gehalt und Gestalt gab, obrigkeitlicher Nutzungsgenehmigung war. außerordentlich gedient. Wichern und seine Män- Senior Dr. Lindenberg hielt die Eröffnungs- ner standen, den Kirchentag tragend, im norddeut- reditt.. n §t Marien. Zréär .icbte-sGcihel nicht schen Raum gefestigter da als im süddeutschen; yreugt. Es HE Rz wurde übrigens auf diesem der Entschluß des Lübecker Ministeriums konnte Kirchentag nicht ein einziges Mal erwähnt -, aber zwar die Spannungen nicht verhüllen rund ol lie der erweckende Geist des „lutherischen Reformier- es auch gar nicht u wohl aber bot er die Möslich- ten“ Dr. Pauli und des „reformierten Lutheraners“ keit, dals es nicht einen Zusammenbruch der Kirchen- ywyjchern war diesem Lübecker Kirchentag durchaus tagsstruktur überhaupt gab. Er erfolgte erst nach „ch eigen, d. h., man hatte trotz der im Lauen- seiner 16. Versammlung im Jahre 1872. Pike burgischen, Mecklenburgischen und Holsteinischen Dr. Funk lehnte zwar nicht die innere Mission | dernden Konfessionskämpfke – gerade zwischen Wichernscher Prägung als solche ab, wie auch der J y theranern und Reformierten – die Hoffnung vorhandene Briefwechsel zwischen ihm und Wichern jf die Erreichung der gesetzten Ziele nicht auf- keine profunderen Diskussion zum Inhalt hatte. gegeben. Lindenbergs Predigt erregte sofort neue Aber er sah in ihr nur einen Notbehelk, der Spannungen. Keineswegs wurde das über die Kirche allenfalls in den anomalen Verhältnissen über- ergangene Gericht verschleiert, nach „welchem der- mäßig herangewachsener Städte seine Erklärung und g(.Jhen aufs Neue der Geist mächtig geworden, der Entschuldigung finde, aber nicht als etwas überall chr im Spalten, Trennen und Zerreißen als in Nachzuahmendes hingestellt werden dürke. Das, Jer Einigung das Heil zu suchen scheint“. (FI. Blätter was Pflicht und Aufgabe der Kirche sei, solle man J1gz6 Nr. 10 ff.). Aus Hannover, Lauenburg, Meck- nicht Privatvereinen übertragen, sondern vielmehr lenburg u. a. O. waren nur wenige mitfeiernde Gäste mit aller Entschiedenheit dahin wirken, daß ihr die anwesend. Manche Zuhörer hatten Lindenbergs volle Entfaltung ihrer Kräfte ermöglicht werde, Predigt so ausgedeutet. als sähe Lindenberg darin damit sie jeder ihrer Pflichten nachkommen und cinen Fortschritt und Gewinn ... und és bedurfte zugleich dem vorbeugen könne, dal Zustände ent- iner klaren Richtigstellung, daß er diesen Geist stehen, wie sie die Begründung der Vereine für Jer Zertrennung ein Übel genannt hatte. (Dennoch Innere Mission hervorgerufen haben. Funk be- führte Lindenberg ein Jahr später die lutherische jahte also die temporäre Notwendigkeit der Inneren Feder in der tiefgründigen Auseinandersetzung mit Mission, da sie versuche, den proletarischen Nöten (¿n Reformierten unter Deiß’ und Paulis Leitung; zu steuern, dennoch wäre sie gar nicht erst not- und dieser Konfessionsstreit führte zur Zweiteilung wendig geworden, wenn der Staat der Kirche die Js seit 30 Jahren einheitlich lutherisch und refor- „volle Entfaltung ihrer Kräfte“ erlaubt hätte. In yzjert arbeitenden, bedeutenden Lübecker Heiden- diesen Jahrzehnten erstrebte die Lübecker Kirche ~ iiiszionsvereiis): gleichviel, welchen theologischen Richtungen die einzelnen Pastoren angehörten – die Emanzipation Dr. Funk, der den Kirchentag nicht besuchte, be- vom Staat mit aller Energie. jahte aber, daß solche Kirchentage bedeutende In der Zeit vom 9. bis 12. September 1856 tagte missionierende Elemente für die gastgebende Stadt unter Bethmann-Hollwegs Vorsitz der 8. Kirchen- sein könnten und beantragte deshalb Abendgottes- 1 Z J
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