Full text: Lübeckische Blätter. 1964 (124)

sonderheit ist die Vermietung von Sommerhäusern; touristik in der UdSSR „Intourist“ in ihrem Service ein neuer Begriff der Touristenbauer, dem wir auch die Überwachung der ihnen anvertrauten Touristen in Fit begegnen. .UUUz ô einzubeziehen hat, ist ailgemein bekannt. „Intourist“ Finnland Ist eim einziges Ferienland. Seine soll in Kürze zu einem Ministerium umgebildet und fremdenverkehrliche Erschließung begann bereits in unmittelbar dem Ministerrat unterstellt werden. Es der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts; sein wäre zu wünschen, diese Absicht als Zeichen einer Klima und seine verkehrsgeographische Lage stärkeren Bewertung der wirtschaftlichen Bedeutung brachten ihm jedoch erst in Jungster Zeit eine Be- des Fremdenverkehrs und als Beginn einer gewissen achtung, die i der besonderen Eigenart der Land- Liberalisierung auf diesem Gebiet ansehen zu schaft entspricht. Die Zahl der Notels reicht noch können, deren Trend auch die SBZ folgen sollte. nicht aus. In dem dichtmaschigen Inlandflugverkehr Im gesamten Austausch auf der Welt von Gütern ist Finnland heute noch eines der billigsten Länder und Dienstleistungen sind die Reiseausgaben mehr der Welt, der Tarif der finnischen Staatsbahnen der als zweimal so groß wie der Welthandel mit Chemi- billigste Europas. s kalien oder etwa dreimal so groß wie der Welt- Per Touristenverkehr zwischen der Bund es - handel mit Textilien. Diese Größenordnungen be- re publik D eutschland und den anderen zeichnen die Bedeutung des Tourismus und aller Ostseeanliegern ist in den letzten Jahren intensiver Nebengewerbe, die direkt oder indirekt mit dem geworden. Die Nordländer begannen schon recht Tourismus zusammenhängen. In dieses Geschäst mit bald nach dem letzten Kriege, nach oder durch der Reiselust sind die Verkehrsträger in der Luft, Deutschland zu reisen. Der Strom der aus der aul der Schiene, auf dem Wasser und auf der Straße Bundesrepublik in die nordischen Staaten Reisenden und das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe schwillt an. Das am stärksten vom Fremdenverkehr ebenso einzubeziehen wie der Lebensmitteleinzel- durchdrungene Bundesland ist Schleswig-Holstein; handel, Tankstellen, andere Einzelhandelsbranchen nur mit ihm grenzt die Bundesrepublik an die Ost- und manche Industriezweige. see. Der überwiegende Teil der Veriengäste dieses Das Reisen ist auch im grenzüberschreitenden Bundeslandes kommt aus der nördlichen Hälfte des Fremdenverkehr zu einem Massenbedürfnis ge- Bundesgebietes. Die meist aus Skandinavien kom- worden. Damit die Touristen sich nicht jedesmal menden Ausländer durchreisen weitgehend die Ost- beim Grenzübertritt in ein anderes Land mit den seekremdenverkehrsorte auf dem Wege nach und jeweils einschlägigen Bestimmungen vertraut machen von dem Süden. Der W'ochenendausflugsverkehr an miùssen, sollte eine einheitliche Konvention in zoll- die Ostsee scheint Westdeutschland bis in den Raum rechtlicher Hinsicht für den grenzüberschreitenden von Frankfurt/Main immer mehr in sein Einzugs- Personenverkehr auf der Ebenc der OECD oder gebiet einzubeziehen. Die Vogelfluglinie und die durch die Internationale Handelskammer geschaffen Vielzahl der von und auf Travemünde laufenden werden. Fährverbindungen mit Dänemark, Schweden und Da gleichzeitig die Ferienreisenden zunehmend lFinnland beleben zum T eil den W'ochenendverkehr individuelle Ansprüche stellen, muß das touristische and treiben zum Teil die Intensivierung des Saison- Angebot verbreitert und differenziert werden. Hand and des Jahresverkehrs kräftig an. in Hand mit diesen Erfordernissen steigen die Alle Ostseeanliegerstaaten haben Fremdenverr- Chancen für das Dienstleistungsgewerbe und kehrsorganisationen. Diese haben gemeinsam, daß manchen Industriezweig. sie sich des Fremdenverkehrs annehmen sollen. Sie unterscheiden sich in ihren Methoden und Zielen (Aus dem Jahrbuch „Die Wirtschaft im Ost- in cen autoritär und den nicht autoritär regierten s]] <075 3Wüprlich. von ger Industrie- Staaten. Daß die UVnionsgesellschaft für Auslands- gegeben wird.) Reisenotizen aus Flandern Flandern ist ein Land der Türme. Als Ausdruck die Mittel und Möglichkeiten der Gemeinden -- selbstbewußten Bürgerstolzes, himmelwärts streben- zahlreiche, und gerade die mächtigsten Turmbauten, den Kraftgefühls wuchten sie hoch hinaus über das wie etwa St. Rombouts in Mecheln oder St. Bavo in Häusermeer der Städte, über die endlose Weite des Gent, blieben Torsi. Mit den Kirchtürmen aber wett- Flachlandes. Ihre Vertikalen gleichen überdimen- eifern die Belfriede, die bezeichnenderweise nicht sionalen Ausrufungszeichen, die der Menschenwille den Rathäusern, sondern den Tuchhallen als den dem allbeherrschenden Horizont entgegenstemmte. Quellen des mittelalterlichen städtischen Reichtums Nicht schlanke Kupferhelme oder zierlich durch- zugesellt sind. brochenes Maßwerk charakterisieren die flandrischen Flandern ist aber auch das Land der Glocken- Türme, sondern zyklopisch aufsteilende, stufenweise spiele. Wo immer man sich aufhält: viertelstündlich sich verjüngende Mauersockel, die vielfach in spier klingt's herab von den Türmen im Wechsel geistlicher lerisch auskragenden Ecktürmchen ausklingen. Denn und volksliedhafter Melodien, schwingt sich hin über nur zu oft überstieg die Verwegenheit der Planung behäbige Marktplätze und enge Gassen mit jahr- 219
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.