Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

Karl auf freier See ein Lübecker Schiff, das Butter hatt das ansehent obs auff de Tote Nähe mitt uns von Abbo in Finnland nach Stockholm bringen gekommen seie.“ sollte, beschlagnahmt und die Butter boshafterweise Diese Schilderung der wirtschaftlichen Situation scinem Lübecker Gläubiger, einem nach Schweden spiegelt die außerordentliche Nervosität der Bürger- handelnden Kaufmann, dem der Rat das Kupfer schaft über die Komplikationen mit Schweden wider, vorenthalten hatte, zur Bezahlung übergeben habe. Jie cinen erheblichen Ausfall ihrer Einkünfte brin- Als der Rat von dem Schreiben an die Bürger- gen mußten. Zu dem Schreiben des Herzogs Karl schaft und von deren Absicht, „Conventicula“ zu gcrklärten die Bürger in der Supplikation: „Daß wir halten, erfuhr, äußerte er seine Entrüstung dar- yonn einem Erbarn Rathe alß unser vonn Gott äber, daß die Bürgerschaft den Brief nicht unent- pyorordnetenn Obrigkeit unnß zu trennen oder abzu- siegelt an ihn übergeben hätte, forderte, das Schrein cJondernn Im geringsten nicht gemeindt sein.“ Man ben auszuliekern und die Zusammenküntte einzu- dachte also nicht daran, dem Rat durch eine eigene stellen. Die Bürgerschaft antwortete darauf in einer Außenpolitik in den Rücken zu fallen, sondern hielt ausführlichen Supplik am 1. Dezember 1598, einem gn der vom Rat eingeschlagenen Linie gegenüber eindringlichen Zeugnis der großen Erregung, die die Jen auswärtigen Mächten fest, obwohl man sie Stadt ergriffen hatte. Dem Rat machten die Bürger hicht billigte. Damit war Herzog Karls Plan, die den Vorwurf, daß er den interessierten Kaufmann Bürgerschaft vom Rat zu trennen, fehlgeschlagen. bei seiner Entscheidung über die Arreste übergangen Be UE t cr: Pg. skt «urs Aurcii [zb shsleich. z suer § zie Zeit pehor satt gsrsigt LU Ea ges s Karls angefacht. Um ätte. In der Supplik heißt es wörtlich: ; : L o e c au [)r wmächett iz Erh.Rath uud üs Burger oft z xs zj! H k HUser rt ausdrückt ~ riet üunctim und nicht der Rath allein einen standt des der Rat die Alterleute der Korporationen zusammen Reichs und wirtt auß denn Burgeren der Rath er- und informierte sie. Der Rat betonte, er habe die setzett und erkoren, solten derenthalben In so hoch- [O r r ickt cciuez cigenen Vorteils, Regen. al. wichtigen sachen, daran gemeine Burge tschakft so esprochen, sondern er hätte unter Druck gehandelt. hoch und vie] gelegen. hillich nicht ygtbei gegaugen! Lui Sigismund habe mit Repressalien und Sper- worden sein, vornehmblich weill vonn alters hero e s 3r V P r k-Uradels gedroht. Dal die Kan- fist lohlichs brauch abo pehälten ...* : uk zurückginge und Teurung einreiße, sei nicht Die Bürgerschaft wünschte, dals der Rat sie allein in Lübeck s0, sondern auch in den Nachbar- künftig bei derartigen wichtigen Entscheidungen auf &zdten „ja im der ganzen weiten weldt cin das Rathaus fordere und sich dort mit ihr auf lemeine Clage undt seuffzen“. Dies sei offenbar einen Standpunkt einige. Ferner beschwerten sich Jon Gott wegen der vielfältigen Sünden verhängt. die Bürger, daß der Rat sie nicht rechtzeitig unter- Naß die Bürger Hamburg zum Vergleich heran- richtet habe, da sie sonst im Handel mit Schweden gezogen hätten, empfand der Rat als „fast odiose vorsichtiger gewesen wären. Dann geht die Schrift iünndt zumahle impertinenter“. Denn mit Hamburg in eine bittere Klage über den wir ts ch a ft - hape es seine besondere Bewandtnis: es läge an der lichen und politischen Abstieg der Westsehe“ und empfange seine Nahrung „von St a d t über, erschütternd in der Eindringlichkeit Inn fremdenn Nationen, welche aldar non attento der Sprache: waßer Religion sie seinn gelitten werdenn, welches „Es bewehrett auch großgonstige liebe Herren der zich aber dißer Stadt gelegenheitt nach nichtt also unlauchbar augenschein wie dieser gutenn Stadt fugen oder schickenn will“. Narunge so ganz geringe wirtt, und teglich je lenger Gegen die verfassungsrechtliche Begründung der Je mehr abnimb, dar doch andere unsere hs uzch: bürgerlichen Forderungen machte der Rat Einwände. barte Stette dariegen florieren und Reichlich an [rss gab er zu, daß Rat und Bürgerschaft gemein- Nahrunge zunehmen: zu Hamburgk ist Handell sam einen Stand des Reiches bildeten, doch wäre er und wandell de volle, Hie leider ist weinich zu L küchtet sewezen, qie Bürscer zu b utcügeti; thunde und mukenn vast de hunger Potenn sugenn, sintemall diß ein solcher "Actus so administrationen dorthen sein die Heuser Im hogenn Preise, und sustitiae concerniren thutt“. Gerade der von den können aufs teurste vörhürett und außgebracht Bürgern herangezogene „uhralte gebrauch unndt her- werdenn, Hir werden sie wust, und bleiben den pr ie dal qie Bürgerschaft „zich Îes Ütttensr vor de Rente. pestehey. Nie Halt:: iustitien wercks unde des gubernaments genzlich von Siegelen und lauffen allenthalven krey durch. Wir L E ahlicirets: Erbarms Gott, wor wir kommen dar werden wir G “ Ö . geschlagen lau der Westsehe dar nehmen die Die von den Bürgern geforderte „Convocierung Ergcltéeqe. unsere Schiff, bringen sie Inn und ber der ganzen Bürgerschaft lehnte der Rat ab. Als rauben sie, andere lauffenn frey durch, Inn der Gegenvorschlag empfahl er die Bildung eines Bür- Ostsehe in sonderheitt in Schweden, wie es uns dar gerausschusses. Dieser Vorschlag sollte dem Rat noch ergehett, ist menniger diese Zeit hero mitt seinem manche böse Stunde bereiten. Er hatte ihn zweifel- großen Schaden Innen worden, und ist zubesorgen, los für das kleinere Übel angesehen, doch sollte Er wie es sich lest ansehenn, Das wir dieß kunfftige in den Mitgliedern des Ausschusses, den die Bürger Jhar eine unfreie Sehe habenn werden. In der im nächsten sehrs herictes. hartalckite L mer Stadt haben wir große teurunge und armuth und gische Gegner finden, die ihm schwer
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