Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

Rat und Bürgerschaft in Lübeck im 17. Jahrhundert „Als Band 17 der vom Archiv der Hansestadt Krone gehörten, bis zum Austrag des Streites be- tk Hergursssebenen F sföttentlichunsen S schlagnahmen. Als Gegenleistung versprach Sigis- § cueute Unssrsr s it erzeuer n Las Uf mund, Lübecks Privilegien in Schweden anzuerken- Forschungsarbeit von Jür gen As ch über „Rat nen und darüber hinaus die Stadt mit neuen und und Bürgerschaft in Lübeck 1598-1669“. Auf 186 größeren Privilegien und Freiheiten im Reich Schwe- Seiten werden in 22 übersichtlich gegliederten Ka- hen zu begnaden. piteln die politischen und sozialen Hintergründe der verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen Das Verhältnis der Stadt zu Schweden nach dem zwischen dem Lübecker Rat und der Bürgerschaft : ; Z ; im 17. Jahrhundert dargestellt. Rin ausgiebiges Stettiner Friedensvertrag von 1570 war wenig Quellenstudium und ein sicherer Blick für das glücklich gewesen. Schweden hatte die Privilegien Wesentliche ermöglichten es dem Verfasser, den und Rechte Lübecks oft mißachtet und den Kauf- umfangreichen historischen Stoff anschamlich zu [uten Schwierigkeiten bereitet. Außerdem stand gestalten, so daß auch der historisch nicht vorger . ch die: Zati 75 000 Tal d bildete Laie das Werk mit Interesse und Gewinn 1mmer no 1e Zahlung von 00 Talern aus den lesen kann. Verpflichtungen des Stettiner Vertrages an Lübeck Mit freundlicher Genehmigung werden wir un- JIS. Jetzt versprach König Sigismund durch seine seren Lesern zwei Kapitel des Buches zur Kenntnis Gesandten Lübeck die Zahlung der geschuldeten bringen. Das erste (Kap. IV) beschreibt den Kon- Summe. Der Rat ließ sich durch dieses Angebot flikt Lübecks mit dem schwedischen Herzos Karl gays seiner Neutralität herauslocken. Er verhängte U serysnsns u urs: 1596 zm de zt: über die Schiffe schwedischer und finnischer Kauf- hunderts, das zweite (Kap. XII), das wir im nächsten leute Sach- und Personalarrest, außerdem beschlag- Heft bringen, behandelt die Gegensätze zwischen der nahmte er eine Sendung Kupker, die aus den Bürgerschaft und den landbegüterten Ratsherrn kgniglich-schwedischen Kupferbergwerken stammte und beschreibt die „Bönhasenjagden“ der Bürger i Zit der H Karl in Lübeck Schulden. be- auf den Landgütern der Patrizier. U. uncl mut cer ZVerrsog Karl in luübe Uloen. he: gleichen wollte. Von den militärischen Erfolgen Sigismunds hing . es nun ab, ob die Parteinahme für Lübeck Früchte Der Konflikt Lübecks mit dem tragen sollte. Ein vom I. Juni datierter Brief Herzog Karl von Södermanland und die Herzog Karls an den Rat der Stadt enthielt bereits wirtschaftliche Lage der Stadt am Ende des unverhüllte Drohungen. Falls Lübeck die Zufuhr 16. Jahrhunderts nach Schweden unterbinde, müsse es mit dem Ver- lust sämtlicher Privilegien rechnen. Der Rat sandte Die Zwistigkeiten zwischen dem Rat und der cin längeres Rechtfertigungsschreiben an Karl, in Bürgerschaft im 17. Jahrhundert gliedern sich in dem er sein Verhalten erklärte. Er hätte auf Grund zwei Ereignisketten: zu Beginn des Jahrhunderts geiner Gerichtshoheit die geforderten Arreste aus- die sogenannten Reiserschen Unruhen von 1598 sprechen müssen und stellte es den Geschädigten bis 1605 und in der zweiten Hälfte des Säkulums frei, an den Rat als Gericht zu appellieren, der die Kämpfe der bürgerlichen Korporationen um eine unparteiisch sein richterliches Amt ausüben würde. Neuordnung der städtischen Finanzen und der Rats- Im Herbst fiel die Entscheidung in Schweden. wahl, die im Kassarezeß von 1665 ihren vorläufigen gigismunds militärische Aktionen erwiesen sich als und im Bürgerrezeß von 1669 ihren endgültigen große Mißerfolge. Auf beiden Seiten des Stänge- Abschluß fanden. stroms bei Stängebro in der Nähe Linköpings kam Ein außenpolitischer Konflikt mit Herzog Karl &€s zur Schlacht, in der das königliche Heer völlig von Södermanland brachte 1598 den Stein ins geschlagen wurde. Sigismund mußte Schweden ver- Rollen. Lübeck wurde in den Thronstreit verwickelt, lassen. der zwischen König Sigismund von Schweden uad Herzog Karl war jetzt nicht mehr gewillt, sich die Polen und Herzog Karl, seinem Onkel, ausgebrochen Lübecker Maßnahmen gefallen zu lassen. Schon gar war; König Sigismund, als Sohn des letzten schwe- hicht dachte er daran, sich der Gerichtsbarkeit des dischen Königs rechtmäßiger Thronfolger, scheiterte Lübecker Rats zu unterwerfen. Er beschloß, die an dem Versuch, den Katholizismus in Schweden Lübecker Bürgerschaft gegen den Rat aufzuwiegeln. wieder einzuführen. Herzog Karl gewann den [In einem vom 30. Oktober 1598 datierten, an die schwedischen Reichstag für sich, der ihn zum Reichs- Bürgerschaft gerichteten Schreiben fragte er an, ob Yerweser ernannte. Sigismund wollte nun mit die Arrestierungen mit ihrem Wissen und Willen Waffengewalt seine Herrschaft über Schweden wie- geschehen seien. Das Schreiben wurde den Alter- dergewinnen. Am 1. Mai 1598 erschienen Gesandte leuten der Kaufleutekompanie ausgehändigt. Diese Sigismunds in Lübeck und trugen ihr Ansinnen dem dffneten es, ohne den Rat zu fragen, zogen die Rat vor: Lübeck solle einige Schiffe gegen Herzog übrigen bürgerlichen Kollegien hinzu und berieten Karl ausrüsten, alle Schweden und deren Güter, über den Inhalt. Um den Druck auf die Bürger zu welche in Lübeck angetroffen würden, mit Arrest erhöhen, griff Karl außerdem zu Repressalien. Am belegen, schließlich Herzog Karls Güter, die der 26. November traf die Nachricht ein, daß Herzog 1 O
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