Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

Jugend bemerkte man unter den Zuhörern. Sie g,wozu ist der Mensch fähig?“ sient in W o1k dietrich Schnurre einen ihrer Wenn nun die Antworten so lauten: Er ist fähig Sprecher, die die Anliegen der jüngeren Generation Kälber (mit Bier) zu mästen aggressiv vertreten, inre Nöte, Probleme, Wünsche Gänse (mit einer Handorgel) zu nudeln und Vorbehalte dichterisch gestalten. So erwartete Ameisen und Asseln zu rösten . sie wohl auch, daß er sich dieser Seite seines lite- Schlangen zu fressen, ' tritt Lirtten: ta der Lesung zuwendete. – Das Eels. fit ictititein, Stiere mit einem . werthieb zu erschlagen, Der Würde und dem Gedanken des Totensonntags (er ist also den Tieren at cr unmenschlich) k! pre 1 er ZAytor. zzyüchzt se Zeur-. oder: geschichte „Steppenkopp“. Es is ie eschichte q 'r eines Jungen, dessen Welt ein Trümmergeviert Ost- gestorbene Hunde wie Finen verlorenen Sohn herttns hilcst: , Er Usrr zst 1pa jeden Stsin U zr sp uud zu ve. zu trommeln Winkel, jede Pflanze und jedes Tier und den Himme G : f F nes r während tec die Welt draußen nicht sich von Stieren zerqueizchon Ft lassen. verstent und auch von inr – von Uttsrn, Lehrern, V zein Estt yon Alsschinen sbschleiken zu Mitschülern, Spielgefährten – nicht verstanden § ., : : .: D wird. Seinem Reich – den Trümmern, den Ratten, fg. w Alkohol ein sinnloses. Glück anz1 den Wanderfalken, dem gelben Hedrich – meint Lz :; * rf: t,. : uf er sich verbunden, aber es versagt sich ihm, als er zien in unbosreitlichen Kulten in eine bessere dessen Hilfe in dem Augenblick erwartet, da seine e[tZzu träumen, “ . Mitschüler feindlich in diese eifersüchtig gehütete (er ist also sich selbst gegenüber unmenschlich) ~ Sphäre eindringen und ihn tödlich bedrohen. Eine so muß man dazu sagen, daß sich schon die Hörer erregende, meisterhaft komponierte und anspruchsrn der Ochtssse über U Eotorhegen §ttsst-t U t ä i ! wundert naben und daß spätestens seit Herodot di ze re?zuuÄ f rn .tqer lust .; Entstehen abendländische Up. as op wissen sollte, daß jedes begrikkenen Koman Die Gläsernen“. bildete den Volk Sitten übt, die jedem anderen Volk erstaunlich, zweiten Teil der Lesung thematisch ganz dem Ge- wildfremd oder gar widersinnig dünken. Diese Rin- denktag der Toten angepaßt: Ein jüdisches Glaser. sicht ist nicht neu, sie wird hier allenfalls mit bisher chepaar, das in den Jahren 1937/38 in einem men. unerhörter Brutalität vorgetragen. Ebenfalls hat schenunwürdigen Berliner Kellerversteck Häust. Leibniz mit seiner Lehre, daß unsere Welt die beste kann nur nachts diesen ungastlichen Raum ver. Aller denkbaren sei, schon in seinen Tagen wenis lassen, und auch dann noch mit Gefahr. Die beiden Esgeglstt t Katttidsn. gs vor Muri url. s M ts; ; r S alten Leute wagen es, zum Friedhot zu schen, um hgJagte hielten, sicher nicht gering. Es trikkt weder Jang in der Nacht endet mit ihrem eigenen kampf- das eine noch das andere zu. Die Welt ist wandelbar. losen Sterben in der Schneelandschaft der Gräber. Gleichwohl, es gibt hier zweierlei, das in die Fast im Sekundenstil ist dieser mühsame, quälende Mlitte trifft. Das eine ist die Bildfolge über die Tier- letzte Weg geschildert. Die Sprache findet die fein- welt des Bikini-Atolls. Wenn durch die Strahlung sten Stufungen, um Unmenschlichkeit, Angst, Not, der . Atombombenversuche das natürliche Gleich- Ausweglosigkeit und Verdammtsein zu beschwören. Es! dss fustiatctichens gestört vs. n ue. Für diese Erzählung hat i i kchuldige Tiere sich um unserer coe. NE © 962 des Hauses Westermann empfangen dürfen. Bb Ve antwortung Die Zuhörer wurden von ihr ebenso erregt, bedrückt der Mensch Schuld und unmeßhbare Vera e : und betroffen wie von der ersten. Auch in den Ge. Märe es, schon so kann man fragen, nicht bereits : U.; z moralischer gewesen, statt den Todeskampf einer sichtern der Jüngeren war das zu lesen. Näcke Schildkröte ts filmen, dieses Tier – dieses eine Tier – zu retten?) Das zweite ist die Bildfolge des Schlusses, der Teleblick auf die Höhlenkreaturen Film und der Hinweis auf den neu entstandenen Kult der „Paradies-Flugzeuge“. Wenn wirklich dadurch, daß Mondo Cane Völker magischen Denkens in die undurchschaubare (Regie: G. Jacopetti) Welt weißer Ztsutzstten gerissen srergsr. gin nguer laube entstent, den die gemeine aufgeklärte Ver- Ich bin überzeugt, daß jeder, der diesen Film sah, Flut kür Aberwitz N U Ef dann Fleibt nur der manche Bildfolge nicht wieder vergessen wird. IC Schluß, daß der Mensch einen Mitmenschen grund- glaube nicht, daß man ihn gut nennen darf. Ich sätzlich als ein so fremdes Wesen zu betrachten hat meine, daß vieles daran geradezu bösartig ist. IGN wie den Hund, den Hai, die Schlange, den Stier. halte es für ein Verbrechen, die Welt im Ganzen so Anders gesagt: Wenn keine Hoffnung besteht, auf zu sehen, wie dieser Film im ganzen sie zeigt. dem Weg über die gemeinsame Vernunft einen Weg Gleichwohl, es sind mindestens zwei Episoden da, zu allen Mitmenschen zu finden, dann birgt das die alles Verderbte, Bösartige, Widerwärtige, Peir Aufeinanderprallen ritueller Kulturen mit einer nigende, Traurige, Gemeine aufwiegen und die technologischen Astronautenkultur + das Schicksal bezeugen, daß nur ein starker moralischer Wille unserer Tage + soviel Konfliktstofkfk, daß kein das Recht hat, den Menschen mit seiner eigenen Denken es auszudenken fähig ist. Fratze zu konfrontieren. Ich weiß nicht, warum die Autoren des Streifens Im Vorspann heißt es, daß keine der gezeigten auf den Gedanken kamen, die Welt, die sie sahen, Aufnahmen ,gestellt“ sei. Das trifft sicherlich nict nun gerade eine „hündische“ zu nennen. Mag sein, zu. Es mag sein, daß jede Aufnahme Dinge zeigt, daß (im Italienischen) darin die Nuance liegt: im die nicht für die Kamera geschahen. Trotzdem ist Grunde ist es erbärmlich, daß alles ist, wie es ist. oftmals schon der Standpunkt der Kamera herger Wlan kann dankbar sein für die schonungslose Art, stellt. Der Film gibt vor, Dokument zu sein. In diesen Gedanken zu demonstrieren. Man muß proter- Wahrheit ist er, aus einem Riesenmaterial, bewußt stieren gegen die barbarische Willkür, die in der auf seine These zusammengeschnitten. Auch das ist gezeigten Einseitigkeit zu Tage tritt. Wie ich meine, eine Entstellung. Die These selbst ist simpel. „Wozu“, sollten wir über die Welt nachdenken; damit sie so so scheinen sich die Autoren gefragt zu hnaben, wird, wie sie sein sollte: menschenwürdig. C-:P:; . GE NM6
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