Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

Ich beschränke mich deshalb darauf, einige Schwerr Lübeck steht von den 52 deutschen Großstädten punkte herauszustellen. hinsichtlich der Bevölkerungszahl an 22. Stelle, hin- Die amtsärztliche Abteilung des Ge- sichtlich des Umfangs des Stadtgebietes an 8. Stelle. sundheitsamtes erstattete im Jahre 1961 mehr als Für eine zentrale Wasser- und Abwasserversorgung 6 000 Zeugnisse und Gutachten, dabei erwies sich bedeutet das eine Verlegung von langen Leitungen, die Sozialverwaltung mit mehr als 2 000 Gutachten die besonders durch die Einschaltung von Zwischen- als wichtigster Einzelauftraggeber. pumpwerken sehr teuer sind. Bisher sind infolge- Die Gesundheits fürsorg e geht von der desscn uur dsr Ftzdttery uus die ftiüeesg vor: Beobachtung aus, daß viele Gesundheitsstörungen orte vallkayalisiert. Dis Ftsdtrendgebiete haben lud Kragkhcitctr mit Gchäclen t Ed Uercich weder Wasserleitung noch Sielanschlußk. Sie sind Fckoppelt sind. ze fL ) foztalen ore sowieso schon sozialhygienisch gefährdet, weil sich steht neben den wirtschaftlichen Üchwicri keiten flott teilycise ugch ÿéhr schleclte Wohneugen ut Immer.die. Géfaltt der Vcreinsunitine. Dic usser: . Barackenlager befinden. Das Gesundheitsamt konnte heitsfürsorge betrachtet es als s. tt t16s feststellen, daß viele der im ersten Lebensjahr ver- lichst frühzeitig gefährdete Personen in ärztliche ztorbenen Kinder n Baracken aufgezogen vurdey. EBchandlang iu bringen: sie will durch Förderunss-. Die Stadtrandgebiete sind demnach vom Standpunkt EE. bsc R t r cret. ie J orue us.. der Ortshygiene die schwächsten Punkte. Für eine Eczündheit fördern.. Per. chronische Krätzke. vrirch Sanierung dieser Siedlungen bedarkt das Gesund- unterstützt, indem die Gesundheitsfürsorge die s0- heitsamt in den nächsten Jahren einer erheblichen zialen Hilfen erschließt. Von jeher waren die Groß- gesundheitspolitischen Unterstützung. städte auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge Ich will mit dieser Feststellung nicht behaupten, vorbildlich. Als Besonderheit hat die Hansestadt daß die ortshygienischen Verhältnisse in der Alt- Lübeck eine soziale Kieferorthopädie eingerichtet, stadt ideal sind. Die Ganghäuser bestehen häufig die als mustergültig von anderen Städten übernom- nur aus kleinen Buden mit Kübelaborten ohne men wurde. Auch für die körperbehinderten Kinder Keller und ohne zentrale Wasserleitung. In klarer wurde im Jahre 1962 eine Tagesschule eingerichtet. Erkenntnis der zahlreichen Aufgaben auf dem Ge- die zur Zeit von 18 Schülern besucht wird. Wün- biet der Ortshygiene hat die Gesundheitsverwaltung schenswert wäre eine Einrichtung eines Schulkinder schon vor einigen Jahren einen Arbeitskreis ge- gartens für chron. kranke Kinder. gründet, der unter Beteiligung der stäcltischen Die Überwachung der 10 Lübecker Kranken- Vienststellen versucht, die Sanierung mit aller Kraft häuser, der Apotheken und Drogenhandlungen ist voranzutreiben. eine Aufgabe, die der Vffentlichkeit sehr wenig be- Die Überwachung der Lebensmit- kannt ist. Sie hat neben anderem den Zweck, die t el b etri e b e ist durch das Bundesseuchengesetz Versorgung der Bevölkerung mit einer ausreichen- bei den mehr als 8 000 in Lübeck beschäftigten Per- é Zahl ue. Krankenhausbetten und Heilmitteln ggnen in der Lebensmittelbranche intensiviert wor- sicherzustellen. den. Dem Gesundheitsamt sind zur Zeit 240 Dauer- Die ortshy gienis chen Besichtig un- ausscheider krankmachender Darm-Keime bekannt. g e n sind die Grundlage für eine organisierte Vorr Damit sind nicht alle erfaßt. Die Gefahren, die beugung gegenüber dem Auftreten ansteckender der Gesundheit unserer Bevölkerung drohen, wenn Krankheiten. Eine besondere Beobachtung verdienen ein Dauerausscheider im Lebensmittelbetrieb ar- dabei das Trinkwasser, die Abwasserbeseitigung, die beitet, können nicht überschätzt werden. Es sind Wohnungen und die Lebensmittel. Die Bevölkerung daher seit diesem Jahr regelmäßige Untersuchungen unserer Stadt bezieht zur Zeit ihr Wasser aus vorgeschrieben worden. 6 größeren Wasserwerken und aus zirka 3 000 Ein- e : : ; zelbrunnen. 60% der Lübecker Einwohner werden Di e B e k ämp fung der Infektions- mit Wasser versorgt, das der Wakenitz entnommen krankheiten erfordert andere MakKnahmen als wird. Durch die jetzt schr entwickelte Aufberei- de Behandlung. Letztere ist in keinem Fall Auf- tungstechnik bestehen keinerlei Gefahren für die Sabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Sie ist Gesundheit; immerhin beweisen zahlreiche Be- die Domäne der praktizierenden Arzte und der schwerden, daß das Wasser wegen seines Geschmacks Krankenhäuser. Die Bekämpfung kann aber nur die Verbraucher nicht befriedigt. Ich halte es des- dann Erfolg haben, wenn zwischen den Arzten des halb für richtig, daß ein Weg gefunden wird, das öffentlichen Gesundheitsdienstes und den behan- Oberflächenwasser nach und nach durch Wasser aus delnden Arzten ein enger Kontakt besteht. Tiefbrunnen zu ersetzen. Die öffentlichen Imp fung en haben Die vielen Einzelbrunnen sind häufig in schlech- in den letzten Jahren an Umfang zugenormmen. tem Zustand. Es besteht daher von seiten des Ge- Weitere neuartige Impfstoffe sind in Zukunft zu sundheitsamtes die Tendenz, diese Brunnen zu ber- erwarten. Es ist aber nicht daran gedacht, Zwangs- seitigen und die Häuser an eine zentrale Wasser- impfungen einzuführen. Der einzelne soll sich selbst versorgung anzuschließen. entscheiden müssen. Im engen Zusammenhang mit der Wasserversor- Die gesundheitliche Aufklärung gung steht die Abwasserbeseitigung. Die Hansestadt soll jeden einzelnen Lübecker davon überzeugen. 91 ()
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