Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

Interessenten werden gebeten, der Grenzakademie bewußten Dionysischen Rausch hinaus. Darum Sankelmark mitzuteilen, an welcher Tagung sie rächt sich dessen Welt, die Bachantinnen zerreißen teilnenmen möchten. Sie erhalten dann etwa vier ihn, doch Kopf und Leier schwimmen nach Lesbos Wochen vorher Programm und Anmeldekarte. und erzeugen dort eine neue, Dionysos-freie Dich- Anschrift: 2391 Grensakademie Sankelmark, ts LE c Uh U2 Fr:! ée Wert Flensburg - Land, Telefon: Barderup 227 (0 46 30). . Telefonische Auskünfte: 86f13 und 1518.30 Uhr. Das Buch beginnt mit Adam und Eva, es schließt mit Goethes Zauberlehrling. Den meisten Raum nehmen die Grimmschen Märchen ein. Man muß Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum es aufmerksam lesen, von Kapitel zu Kapitel rundet Schleswig, Schloß Gottorf sich das Bild; aber es ist allgemeinverständlich und für jeden Leser eine Bereicherung. Prof. Karutz Ausstellung vom 13. bis 21. Oktober 1962: wirkt mit ihm über das Grab hinaus als Mysterien- Dänische Kunst der Gegenwart“ lenrer. Indem er den verschollenen Sinn alter ? (Materei und p rst Mythen und Märchen deutet, verkündet er geistige Wirklichkeiten. Er bringt gute Mär. W. Weber Buchbesprechung Ausstellung Rich ard Karutz, Professor Dr.: Die Mär Junge Generation“ in Mythen und Märchen, Geistige Wirklichkeiten. i dar ck-Geseilsehatt 1962, 9,80 DM. Verlag J. Chr. Mellinger, Stuttgart. in der Orerbeck-Gesellschz Mit dem Namen von Prof. Karutz ist auf immer . s §8329 Jahr zeigt Fir Gz zzz!!! die Erinnerung an die Abteilung Völkerkunde im |?) grks eser yeniger vertre öß Ge- alten Museum am Dom verbunden. In 25 Jahren [SCneration, sondern Arbeiten FNr. grosseren UA ehrenamtlicher Tätigkeit hatte er ein Museum ger ftsinsthsft. ler zutsse Zr ui! z8r Sorten ; schaffen, das in der geistigen Durchdringung seines für Bildends Küusts zk am ure. Tech ] ind Materials vorbildlich war. Nachdem er Lübeck ver- Jahrgänge 193538 stellen aus. Die Techniker sac lassen hatte, widmete er sein Le ! ebenfalls zahlreich: Malerei, eichnung, atik, reitung einer neuen en Zee - Keramik, Mletallarbeit, Plastik. und Goethe ihm Leitsterne waren. Die Witwe des Bei den Bildern und Plastiken fallen sofort die 1945 im Alter von 78 Jahren Verstorbenen gibt dies großen Formate auf. Daß diese Arbeiten dennoch Buch aus seinem Nachlasse heraus. Mythen und nicht unbescheiden wirken, liegt an inrem Charakter, Märchen aus aller Welt werden darin – zu Grup- dler sie ohne Titel läßt und als Übungen erkennbar pen zusammengestellt – verglichen und gedeutet. macht, die voller Disziplin durchgearbeitet sind, um Die Übereinstimmung des Sinngehalts erklärt der bildnerische Gesetze zu erfahren und Techniken Verfasser aus ihrer Entstenung zu jener Zeit der zu beherrschen. Gefühle sind vorerst in den Hin- Bewußtseinsentwicklung der Menschheit, als in tergrund gedrängt, der Ausdruck ebenfalls. Unter- einzelnen grundlegende Erkenntnisse aufleuchteten. schiede bestehen in den Variationen von Strukturen In Mysterienschulen wurden sie weitergegeben Das und formalen Elementen. Die Farbe ist zurück- Schwerbegreifliche wurde in anschaulichen Bildern haltend eingesetzt, wird hauptsächlich in gebro- dargeboten: Der Mensch ist ein Gedanke Gottes. chenen Tönen verwendet. Es lassen sich individuelle Seine geistgeborene, unsterbliche Seele vereint sich Unterschiede erkennen. Fest und sicher setzt Chri- mit einem erdgeborenen, totverfallenen Teil. Dessen stine Wadephul ihre Bildzeichen, stützt sie durch Trieben und Verlockungen gegenüber hat die Seele schwarze Akzente. Hinnerk Wehberg läßt Szenen sich ihrer Zugehörigkeit zu der geistigen Welt be- aufdämmern, die sakralen Charakter zu haben wulst zu bleiben. Sie wird Versuchungen unter- scheinen und technisch ausgezeichnet durchgeführi worfen, durch Leid geläutert und erzogen. Der sind. Hier und dort erkennt man den Ausgangspunkt leiblicce Tod verliert für sie seinen Schrecken, mancher Bilder: Stilleben sind angedeutet. Sie haben seit sie weiß, daß er für die Seele die Heimkenr in bei Wiebke Schmid etwas sensibel Delikates. So die Welt des Geistigen bedeutet. Auch die Kräfte groß im Format wie die Malereien sind auch die seines irdischen Leibes zu entwickeln, ist dem Men- Holzplastiken. Auch sie sind Auseinandersetzungen schen als Aufgabe gestellt. Er soll seine Sinne mit dem Mlaterial. Frei bearbeitet ist das Holz, schärfen und anwenden, seine Erdenklugheit ger wirkt gewachsen und organisch. Bis jetzt ist es den brauchen, seinen Verstand üben und anwenden. jungen Bildhauern erst einmal gelungen, es in seiner Werfen sich aber die Fähigkeiten des Leibes zu bestehenden Form zu kultivieren. Bis zu einer Alleinherrschern auf, so verdorrt seine Seele. Seine eigenen Schöpfung, die das Material überwindet und Erfolge mögen blenden, aber sie führen nicht zum so selbstverständlich aus inm herauswächst wie die Glück des einzelnen Menschen und zur höheren Sklaven Michelangelos aus dem Stein, ist einst- Entwicklung der Menschheit, sondern zum Unter- weilen noch ein weiter Weg. Auch hier zeigt sich gang wieder große Sorgfalt im Technischen. Man hat den Die Deutung exotischer Märchen und Mythen Eindruck, daß der unbequemste Ves 3vzult g:; hetzt letzer Feratritss der Vöicsrpsychölogis. Y9s E rte, U GO LN tt ircre e Mär I ; hinter bunten ce GE na rait oscar M erf Die kleineren Gefäße, auf der Prohschaihs fngss!- bezaubern. Wir bedürfen für sie eines Schlüssels. liert, sind straffer, in der Lytr tur und einfach. Hören wir die Deutung einer der bekanntesten Die Glasuren vermeiden auffallende Effekte. Mythen des klassischen Altertums durch Prok. Diese Ausstellung demonstriert vor allem fleißige Karutz: „So verliert Orpheus seine Eurydike, seine und intensive Arbeit. Hier bemüht man sich ehrlich alte, träumende, unbewußte seelische Vergangenheit, um das Handwerk. Die Klasse Arno erhebt nicht mag er sie noch so sehr rückwärtsschauend err den Anspruch für sich, bereits fertige Kunst zu sehnen, denn er dart Sie nicht auf die Erde mit- liefern. Ob aus ihr ein Maler, ein Bildnauer von nehmen, sein Weg weist ihn in die Zukunft eines Format hervorgeht, bleibt der Zeit überlassen, wenn neuen. wachen, bewußten Lebens. über allen un- die jungen Leute einmal außerhalb ihrer Gemein- I 4
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