Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

zeine erlebte und geformte Gegenwart hinein als Wirklichen seines Lebens noch nicht gelangt war ~ lebendiges Bildungsgut. Jene Goethesche Verschrän- einen Durchbruch zu neuer Lebensform. der ihm kung von Subjekt und geschichtlichem Stoff im Schaf. immer bezeichnend, auszeichnend für echtes Men- fen, die der alte Hesse gewinnt, kann sich so lange schentum erschienen ist. Statt solcher bereits sicht- hei ihm nicht eingewöhnen, wie das Persönliche die baren Abkehr vom Ich gipfelt nun der Steppen- Ströme des Lyrischen und Epischen leitet (~ vielleicht wolf“ das Persönliche so radikal auf “rie es sonst erklärt das auch, von der eingeborenen Anlage abger im Gesamtwerk nicht ein zweites Mal eschieht sehen, daß bei ihm das Drama ganz fehlt). Dark man Das Persönliche dieses Romans hebt t 1ärich darum sagen, daß bei Hesse die Autobiographie als darum s0 überdeutlich ab, weil hier in der Charak- Dichtung vorwalte, die Dichtung als (nur beiläufige) teristik Harry Hallers nur das wiedererscheint, was Autobiographie aber trotz des Alterswerkes weit H. H.s anderes, eigentliches Ich von sich autobio- zurücktrete? Gewiß eine zugespitzte Frage ~ und graphisch in diesen Jahren direkt aussagt. In dem doch muß man sie im letzten bejahen. Ein Blick Nebeneinander von direkter Selbstaussage und auf Thomas Mann lehrt das: auch er hat sein dichterisch verkleidetem Bekenntni i - Iebensproblem, das Spannungsverhältnis zwischen bei sonderbare zu brewrug ttt zh st: Künstlertum und Bürgerwelt, zwischen selbstquäle- grammatisch sich selbst darstellen will, um Ver- rischer Vergeistigung und selbstgewisser, unschuldige ständnis für seinen Weg werbend bei seinen Freun- naiver Natürlichkeit unablässig variiert; aber schon den, wie es in den beiden Stücken der Sammlung früh findet er - gleich Goethe – sein Problem „Traumfährte“ geschieht, da wird ihm die Wirklich- im vorgegebenen Stoff auf, kormt aus dieser Be- keit unversehens, aus eingeborener Neigung zum gegnung mit der Kultur, der Geschichte, mit Legende Romantischen, zu reicher, lockender Dichtung oder und Mythos Werke wie „Fiorenza“. die Joseph- Magie. Im „Steppenwolf“ dagegen verschanzt Hesse T etralogie, „Lotte in Weimar“ oder den ,„Erwähl- sein Ich hinter drei Schutzwehren, den drei Ebenen tent. kin, solcher Vergleich bedeutet gewils kein des Romans: dem Vorwort des Herausgebers, dieser Werturteil. Bewundernswert ist eins wie das andere: schattenhaften Bürgergestalt, die in ihrer über- objektiven Stofk persönlich akzentuieren, bedeutsam liefernden und zugleich Verantwortung abweisenden vergeistigen zu können wie in reich quellender Rolle der späteren Zeitblom-Figur in Th. Manns schöpferlust die Welt des eigenen Innern in bunter „Faustus“ so wesensgleich ist; den Aufzeichnungen Bilderfülle vor sich zu setzen, zum Leben im Geist Hallers selbst und dem eingefügten Steppenwolk- magisch zu wandeln. Tractat. Aber solche Verhüliungen sind wie der In den Schriften der 20er Jahre gibt Hesse unver- Faltenwurk. des Geyandes. he antiken Statuch: zie hüllt wie nie sonst seine Autobiographie, als klare, lassen den Kern, den Leib, die reme. Gestalt im Jirekte Selbstanalyse im „Kurgast“ (1924) und der ahnungsvollen Ungefähr nur desto gewisser hervor- „Nürnberger Reise“ (1927), als wundersame, mär- trstsn: Uyd rom erh ies r wre chenprächtige Beschwörung der seelisch unüber- ou r. zr rs. . E que ct.. Ö trefflich echt nacherlebten „Kindheit des Zauberers“ f su thary-zqsy: R qus . st Maile. ? wie als „Kurzgefalßten Lebenslauf“ (1925, beide in ur. Hinter . meinen use e 211. N erschwin- der Sammlung „Traumfährte“), der in schein-P gen " h umzutaufen und hinter bedeutun T Ichs barem Ernst anhebt und in magisch heiterem Spuk z: Namen zu pw. î russ. des Wirklichkeit und Gegenwart durchbricht, und nur Zauberers“), wenn der .Ste E rrgite damit auch einmal in dünner Verkleidung als Roman im „Stepr dem err ann t 11:10,8 s; dem.:„Glas- penwolf“ (1927). Diese Häufung fällt auf und über- Perlenspiel“ sich einreiht, ha. hebt sich Äcezcs Ver- fsh Venn s, ereignet sich por Jener Wende vom kahren in der Nachbarschaft der autobiographischen iccocCtÑC H. ; i ; erausgebe i irekt lIbstportrait durch- fes H. Zû hz tr qfüminert. du: der “rracat: auch pots: und fte .: ! ft rei Erzählschichten des W erkes im ganzen be- httts bei ut eke Peres rec stte § deuten nur verhüllte Potenzierungen des Autobio- i t, 1 n ; genug differenzierte Persönlichkeit immer weiter Frzphizchen- . «f Qt. Zuszubauen und zu differenzieren, wo statt dessen Überhaupt die Form des „Steppenwolf ! sie ist die Aufgabe sich meldet, d te Ich wieder i moderner, zukünftiger als sonst bei Hesse. In seinem Us U f é zue e. f ' as ver F zt veder . Verhältnis zur Form bewahrte er sich sein Leben set . t grierte en ft assen und si > .rges : f lang eine Gottfried Keller vergleichbare Gelassen- EÜ Cù ergsogitteit. set err und aulerzeitr heit des Fabulierens. Hie! Stelle im Kyrsast". wO ] er seine konzentrierte G ankenarbeit während des Dieses prophetische Bekenntnis entstammt einer Schreibens mit dem steten Blick auf das Ganze eines s'; in îet Ust %: s0 eh éjderzzrüetn Wert und seine Hrspstioteh sarsiellt §§ : „Steppenwolf“ zu bewältigen atte; er nahm hier am Ende, wo er sich wünscht, eine der Musik ab- im ph Bereich “es eine Wandlung, einen gelauschte Literaturkorm zu erzwingen. in der Schritt zu einer neuen Stuke voraus. zu der er im ständig Melodie und Gegenmelodie des Daseins 1 O'
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