Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

der Bundes-Acte und Innehaltung der darin ge- Holzfahren aus den Forsten nach der Steckenitz hat botenen Rechte und Derpflichtungen zu sehen, jeden dem Vernehmen nach sistirt werden müsssen, Kinder, Ratzeburger darin beistimmen, wenn er nach un- die ihre Schule nicht in dem eigenen Dorfe haben, gefähr 46 Iahren auch endlich einmal mit der können kaum mehr zu derselben gelangen und die Bundes-Acte Ernst gemacht zu sehen wünscht rec.“. Beschwerden der Schulvorsteher bei den Bauer- Heißt das nicht Vertrauensseligkeit? Darum hat vögten fruchten Nichts, denn diese bessern selbst die uns jene Schrift nur in unserer Überzeugung be- ihnen zugewiesenen Strecken nicht. Da thäte es stärken können, daß nur eine auch nach Innen recht Noth, daß ein verehrliches Landamt einmal zu dieser kräftige Centralgewalt in unsern deutschen Der- Jahreszeit die Wege inspicirte, oder daß der Herr hältnissen eine Besserung hervorrufen kann; daß sie Baudirector, dem die Aufsicht über die Wege zu- allein im Stande ist, hier ungebührliche Zollauf- steht, eine Rundreise durch den Lübeckischen Land- lagen zu verhindern, dort zugesicherte Rechte zu district machte, um mit eigenen Augen zu sehen, in schützen. Darum, wer da wünscht, daß solche über- welchem Zustande die Landstraßen sind. Bei allen griffe künftig wegfallen, muß nach der Errichtung Grenznachbarn sind die Lübeckischen Landwege schon einer solchen CTentralgewalt streben. Vorzüglich aber lange verrufen, und mit um so größerem Rechte, wir Lübecker, die in keiner andern Weise Schuß je besser die Cauenburgischen und Mecklenburgischen gegen die immer engere Umstrickung seitens un- sind, auf die im Allgemeinen ein gegründeter Tadel serer Grenznachbaren zu gewinnen vermögen. nicht zu werfen ist. Uebrigens darf man nicht denken, daß der Zustand der Wege nur in den ent- Brauwesen fernteren Theilen des Cübeckischen Landdistrictes Nach den Mittheilungen des statistischen Dereins ein so schlechter sei. Die Strecke vom Crumesser- betrug die Einfuhr von fremdem Biere im Iahre baum bis zum Dorfe Crumesse gehört unbedingt 1849 31,830 Flaschen, 1855 90,362 Flaschen, ju den schlechtesten Straßen. :. 1850 47,724 Flaschen 1856 107,405 Flaschen, Er boch best VL; zyt derjelven Ur wase ern ; ; after Derkehr, S Ur! Br gute. amm, jo teh men derten Jute er. nitt ish j ; ' eine Pflicht des Staates, 1233 106310 Flachen, 1559 323.727 Flachen h:: U.! ssderr er trage jelbft reic- Aljo in zwölf Jahren hat sich die Einfuhr um fättigste thue. Aber diese Erkenntniß scheint in das Siebenfache vermehrt. Die Zahlen beweisen Ciiheck noch lange nicht hinreichend durchgedrungen deutlich, daß das Publikum anderes Bier, als hier zu sein. Nur eine tüchtige Wegeordnung Kann hier gebraut wird, trinken will. Und doch darf man das helfen; denn eine solche allein ist im Stande, den fremde Bier nicht da kaufen, wo man es zunächst unerquicklichen Derhandlungen über diese oder jene nach seinem Geschmacke haben kann, sondern es Wegestrece und den zeitraubenden Erörterungen, muß —ÿ das schreiben die Gesetze über die Bannmeile 0b man das Geld an ihre Besserung wenden wolle, vor – von einem wenigstens acht Meilen ent- oder nicht, bei denen zuletzt doch nichts Durch- fernten Orte kommen. Wie viel stärker würde die greifendes herauskommt. ein Ende zu machen. Einfuhr noch sein, wenn man es auch in Fackenburg und in Schwartau kaufen dürfte. Ueberall anders- Protocoll der Dersammlung der hiesigen Mitglieder wo, wo die Consumtion so bestimmt angiebt, was des Nationalvereins am 10. März 1862 sie wünscht, würde die Production sich beeilen und ' Ñ ] f ; beeifern, dem Bedürfnisse Befriedigung zu ver- Hierauf hielt Herr Dr. jur. PI it t einen Dor- schaffen. Warum denn in Lübeck nicht? Es ist längst trag über den kurhessischen Derfassungsstreit. nachgewiesen und anerkannt, daß unsere Brauerei- Im Anschlusse an denselben beschloß die Der- einrichtungen nichts taugen, daß sie weder den sammlung auf Antrag des Herrn Professor R a v it Brauern noch dem Publikum frommen, dennnoch einstimmig, an Se. Königliche Hoheit den Groß- hat man eine unüberwindliche Scheu sie zu ändern herzog von Baden eine Adresse zu erlassen, deren und fürchtet, daß durch Verbesserungen die Zu- nachstehende Wortfassung nach einem Entwurfe des stände verschlimmert werden müßten. Als ob das Antragstellers genehmigt wurde. nicht ein Widerspruch in sich selbst wäre. Aber wir Ew. Königliche Hoheit möchten doch fragen, ob es wahr ist, daß die Krüger sind der erste deutsche Fürst, der es laut und offen fremdes Bier nicht ausschenken dür fen, sondern qgnerkannt hat, daß das Streben des deutschen hiesiges ausschenken m ü \ \ e n. Das wäre eine Holkes nach größerer Einigung, um eine seiner ganz abnorme Ausdehnung der Zunftprivilegien, Größe entsprechende Machtstellung nach Außen zu die mit der Gerechtigkeit kaum vereinbar sein grlangen, ein berechtigtes ist. möchte. Ew. Königliche Hoheit sind der erste deutsche Landwege Fürst, der laut und offen z. hie Seite be: j! yyÄs i ü i . Rechten tie ekränkten, zehn Iahre hindur ge- acc. UU. UU Züt:t ht r ert ReEandelten kurhessischen Dolkes getreten t. Zustand der nicht chaussirten Landstraßen. Einzelne Damit haben Sie sich den Dank des deutschen Dörfer sind zu Wagen kaum mehr zu erreichen, das Daterlandes verdient. 1 80
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