Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

von eventuellen politischen Folgen, werden ja nicht COMECON Polen und gegebenenfalls auch die SBZ nur der Warenaustausch, sondern auch die Verkehrs- mehr Transitgüter, die bisher über Lübeck und beziehungen + als Funktion des Handels – zu Hamburg umgeschlagen wurden, auf sich ziehen Finnland berührt, falls kein Kompromiß erreicht werden. werden sollte. Das müßte aber die gerade anlau- fende Verdichtung des seewärtigen Verkehrs zu Ausblick einer Fehlinvestition werden lassen. Die weitere politische Integration Europas wird E . b Ciit. j von einer Revision der französischen Haltung und Es. : (u. sammen arb ct: 1.1 den amerikanischen Plänen, eine atlantische Wirt- schaftsgemeinschaft zu errichten, bestimmt werden. Schließlich muß noch auf die wirtschaftliche und Für die Wirtschaft Lübecks wird es entscheidend verkehrliche Zusammenarbeit der im COMECON sein, ob Schweden und Finnland, die beiden be- zusammengeschlossenen Ostblockstaaten einschließ- cdeutendsten Handelspartner, an der Europäischen lich der SBZ als dritten Integrationsfaktor im Ost- Integration teilhaben werden. Bisher ist noch keine seeraum hingewiesen werden. Erst in jüngster Zeit Verlagerung der Warenströme eingetreten, da der attackierte der sowjetische Ministerpräsident den Zollabbau in EWG und EFTA von der herrschenden Gemeinsamen Markt und berief überraschend eine Konjunktur überspielt wurde. Im Gegenteil, durch COMECON-Kontferenz nach Moskau ein. Tangiert die Wirkung der Liberalisierungsmaßnahmen der werden könnten die seewärtigen Eingänge Lübecks OEEC 3. und 4. Grades ist eine Ausweitung des durch den EWG-Zolltarik und die EWG-Agrar- Außenhandels zu verzeichnen. Eine Unterbrechung beschlüsse vom 14. Januar 1962 insbesondere aus dieses aufwärts gerichteten Trends erscheint zu- Polen, da die mengenmäßigen Beschränkungen neben nächst auch deshalb unrealistisch, da es sich aller dem Zoll bzw. der Abschöpfung auf landwirtschaft- Voraussicht nach ja nur um eine kurzfristige Zwi- liche Erzeugnisse gegenüber den östlichen Staats- schenphase bis zur endgültigen Bildung des euro- handelsländern im Zuge einer gemeinsamen Han- päischen Großmarktes handeln kann, so daß es un- delspolitikk der EWG beibehalten werden sollen. vernünftig wäre, nur um des augenblicklichen Vor- Außerdem muß befürchtet werden, daß durch eine teils willen traditionelle Geschäftsbeziehungen auf- weitere Arbeitsteilung auf dem Verkehrssektor im zugeben. Siemann Die Abendmusliken Dietrich Buxtehudes in der Marienkirche zu Lübeck Die sommerlichen Orgelmusiken in der Marien- haben. Die reichen Kaufleute, die zugleich Lieb- kirche, die wir in unserer letzten Nummer ankün- haber der Musik waren, beschenkten den Organisten Üigton, kü hyen zins Ius. ourwircige Tracition. fort. für die besondere Aufwartung mit seiner Kunst, und organist Franz Tunder regelmäßige Orgelkonzerte, so0 wurde es dem Künstler ermöglicht, diese Mittags- und sein Schwiegersohn und Nachfolger Dietrich konzerte durch Hinzuziehung von Sängern und Buxtehude ließ die Lübecker Abendmusiken zu Instrumentalsolisten zu vergrößern. Nun ist diese wichtigen Ereignissen in der Geschichte des öffent- .. ; . : lichen Konzertivesens werden. Quelle rund hunderi Jahre jünger als die Zeit, die Georg Karstädt legt im Band 5 der Ver- sie anführt, und sie gründet sich allein auf das Ge- öffentlichungen der Stadtbibliothek Lübeck eine dächtnis eines alten Mannes, den Ruetz befragte. gründliche und aufschlußreiche Untersuchung über Trotzdem gewinnt sie an Bedeutung, eben durch die r Ursvryps und âis Untwicklung ziesar 1§vscksr gleichlautende Überlieferung dieser Orgelkonzerte, schreibt er besonders das Wirken Buxtehudes die sich allenthalben als freiwillige oder dienstliche und seine Aufführungspraxis in der Marienkirche. Verpflichtung auftun. Natürlich war an eine selbst- Eingehend befaßt er sich mit Buxtehudes „extra- lIose Hingabe an diese Sonderaufgabe nicht zu 1 . . . zen Hyrutmwsiken aus Aus: . fer redes denken, und es mußte dem Organisten irgendwie Josephs I. im Jahre 1705, deren Textbücher zum eine Vergütung für seine Leistung erwachsen, damit erstenmal im Faksimiledruck veröffentlicht werden. er an der Organisation interessiert blieb. Die frei- Mit freundlicher Genehmigung des Verlages Max willigen Zuwendungen, von denen die Quelle Schmidt-Römhild drucken wir aus der Arbeit von spricht. müss ichetid Ein. dak Georg Karstädt das Kapitel über die „Organisation P ? U! en 50 ausre; en gewesen. sein, der Lübecker Abendmusiken“ zur Zeit Buxtehudes ab. €ine Vergrößerung des Aufführungsapparates durch weitere Verpflichtung einiger Solisten möglich wurde. Nach einem Zeugnis des Kantors Kaspar Ruetz Angeregt durch die Börsen- und Mittagskonzerte (1752) hat der Organist der Marienkirche den Kauf- mag T under auch Abendmusiken veranstaltet leuten, die sich zur Börse versammelten, zur haben, jedenfalls spricht er 1646 anläßlich einer Vertreibung der Langeweile etwas auf der Orgel Eingabe an den Rat von „Abendbspielen“. Zugleich vorgespielt. Diese „Mittagskonzerte“ gingen auf sagt uns diese Quelle auch etwas über die Schwierig- Beispiele zurückk, die aus den Nliederlanden keiten, die bei der Vergrößerung der Konzerte auf- (Amsterdam, Leiden, Utrecht) bekannt wurden und getreten sind. Er könne, so heißt es in dem Schrei- möglicherweise auch für Lübeck den Anstoß gegeben ben. mit seinem geringen ,solario“ nicht aus- 1 70
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