Full text: Lübeckische Blätter. 1962 (122)

nischer Zeit, die uns in Deutschland erhalten ger theke bestimmt. Noch zu ihren Lebzeiten ging die blieben sind. Und es ist noch heute mit seinen Gier Familie ihrem vollständigen Verfall entgegen. Ihre beln ein Schwerpunkt in der Architektur der Alt- Stiefsöhne, die Söhne des zweiten Ratsherrn Bertram stadt. Stalbuk aus erster Ehe, gingen wirtschaftlich bereits Das Haus wird mit seinen ältesten Teilen in den außerordentlich zurück, und der Enkel hatte das Anfang des 13. Jahrhunderts datiert. Es ist also Letzte, was die Familie besaß, durchgebracht. Da- noch vor den beiden großen Stadtbränden von mit war es mit der Familie zu Ende. Deutlich 1251 und 1276 erbaut. Bauherr war vermutlich läßt sich dieser Vorgang aus den trockenen Ein- Bertram Stalbuk, der einer der mächtigen „Grün- tragungen des Lübecker Grundbuchs ablesen: Zu- derfamilien“ Lübecks entstammte. Denn anders nächst belasten die Söhne und Enkel den alten wie bei den alten deutschen Städten des Südens Grundbesitz der Familie mit hohen Renten + wir und Westens hatte bei der Gründung Lübecks die würden sagen mit Hypothekenschulden + sie ar- Initiative nicht bei Fürsten oder Bischöfen gelegen, beiten nicht mehr, jedenfalls nicht mehr mit wirt- sondern bei einem Konsortium von Kaufleuten. schaftlichem Erfolg, können die Zinsen nicht auf- Diese Unternehmergruppe hatte sich von dem Ober- bringen oder die Renten nicht bezahlen. Als letztes herrn der Stadt, dem Braunschweiger Herzog, mit Wertobjekt wurde das Haus der Löwen-Apotheke sehr weitgehenden Rechten ausstatten Iacscit. In. !312 verpfändet, und als im März 1313 die Schul- ihren Händen befand sich der Grund und Boden, den nicht abgetragen werden können, wird das sie vergaben die Nutzung der wertvollen Markt- Haus verkauft und fällt an die Familie Clendenst. buden, sie bildeten den Rat und waren damit auch Es muß für die alte Matrone, die immer noch in Jie politisch bestimmende Macht. Trotz solch starker dem Hause wohnte, ein betrübendes Gefühl ge- Position konnten sich diese Familien in den folgen- [vesen sein, wenn sie an die Zeiten des Glanzes den Jahrzehnten nur halten, solange sie selber im zurückdachte, an die Zeiten vorhergegangener Ge- Fernhandel erfolgreich täti "waren. Die wirtschaft- nerationen, und nun sehen mußte, wie sie selbst liche Expansion der Stadt t '! Iévart kräftig, daß schließlich unter sehr erniedrigenden Umständen Leute, die aus den Erträgnissen ihres Grundvere. das Haus verlassen mußte.“ mögens ein Herrenleben führen wollten, sehr schnell In den nächsten 50 Jahren gehört unser Haus der absackten und ruiniert waren. Beispielhaft dafür ist Familie Clendenst. Die Frage nach der Alters- das Schicksal der Familie Stalbuk. Fritz Rörig hat bestimmung des Vordergiebels, die hier gestellt wer- ihren Untergang in einem Aufsatz über „Lübecker den muß, kann nicht exakt beantwortet werden. Familien und Persönlichkeiten aus der Frühzeit der Wir müssen davon ausgehen, daß er ursprünglich im Stadt“ geschildert. spätromanischen Stil erbaut ist wie der Hinter- „Sie war aus der Gründungszeit der Stadt eine siebel. Denkbar wäre es, daß der gotische Vorder- der bestbegüterten; 15 Marktbuden mit einer hohen giebel nach dem zweiten großen Stadtbrand, also fliete waren noch regen. Ende des 13. Jahrhunderts s1-tttzList! 44.42. sztalzwd;:: bzs sz: ihr ei : : é ; n ur ie Stalbuks errichtet worden ust. des u sers tin € trete: bf se t Cetiuse K. Staatsmann hält den Beginn des 14. Jahrhunderts vor fs Mühle ey rs ZUraicet Eicher. für wahrscheinlich. Da die Stalbuks zu dieser Zeit Backhäuser zuuu... PE err ue as bereits ys!e Tesäläet “sus: muß w r die berei " I ! ' Zeit nach 1313 denken, an den Ratsherrn Johannes sts yzrzW.rtw. Haulsac. get rst gien al Clendenst oder seinen Sohn Conrad. 1357 verkauft der L O ke tj; fe Lu nur. kunst:[ dessen W h; Hey §5 is In telzr ) § y Juhr. geschichtlich sÖ kostbax.. weil. es eins der wenigen zehnten häu 18 en Besitzer w selt. z1 omm deutsche ; : ; _ es an Gottfried Travelmann. Und in diesem Jahr Lrüguns ist. tel zien.hs “dsr tz! ft pH: ur s st gr! Gate 21 l; ymbol der wirtschaftlichen Kraft und des sozialen aus. Kaiser iv 6s § it Ansehens der Familie, die es geschaffen hat. Ver- dem Haupt der mächtigen Hanse einen ze tztises mutlich geht es ' Uräck Tk den ersten Ratsherrn Staatsbesuch. Der Kaiser nimmt Quartier im aus Be z ; Königstrake – Untere Johannisstraße, die Elisa- r S §t sr t1 JE FELL K heth tegen: im Apeihzkenbause. Her Chronist enügt ej [ û .f .. ; erichtet: „Und es war ein ko r n tz;ts: sn Hüpwss sut die reictihe thut 4°T .,. .. eiten ifo: szih nden. qurr cr sit holt, auch einem Mitgliede einer angesehenen Gran-O Gasse aus dem steter! gemacht, damit vriec r: derfamil; ::; ;; : igituni einander gehen konnten, wann sie wollten. j der r, ten. h ct; s; 15; : t Der kleinere Giebel zur Johannisstraße und mit lest wurde. Aber sehr bald sieht es in der Familie ihm “ (s gust. liegende Ecce :s ug s talb ; I dieser Zeit errichtet sein. Vorher war ieser Tei f! se jide .: tr ser “ctusss: Ests des Grundstücks unbebaut. Es befand sich hier ein schon in vorgerückten Jahren eine zweite Ehe ein- Treppenturm in der Nähe des. Giebels. F Segangen mit einer Frau, die ihn lange überlebte. 1460 kauft der Bürgermeister Bertold Witigk Seiner Witwe hatte er Üie lebenslängliche Nutz- das Haus. Der neue Hausherr erhöht das Dach und nießung an dem Haus der heutigen Löwen-Apor mit ihm die beiden Hauptgiebel. Jetzt erhält der ] 1 ]
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