Full text: Lübeckische Blätter. 1961 (121)

realen Notwendigkeiten, um den Boden, oder Ber fälle und Schutz der Landwirtschaft läge durchaus pflanzung, oder Grundwasser usw. zu halten. Eine im Rahmen dieser allgemeinen Bestrebungen. hygienisch einwandfreie Beseitigung unserer Ab- Helmuth Niendorkf! Aus den Lübechkischen Blättern 1861 Der sogenannte Psychologe Bossard. Am vergan- Briefbevörderung in den Vorstädten. Ie mehr von genen Montage hatte sich ein nicht ganz kleines Jahr zu Iahr die Dorstädte bebaut werden, um so Publikum im Saale der gemeinnützigen Gesellscha ft mehr stellt sich das Bedürfniß heraus, den Be- versammelt, um den Vorträgen eines Herrn Bossard wohnern derselben einige Erleichterungen in Rück- zu lauschen, der sich für einen praktischen Psycho- sicht auf die Beförderung ihrer Correspondenzen zu logen ausgegeben hatte. Ist es nun schon zu be- gewähren. Die abzusendenden Briefe müssen be- wundern, daß ein Publikum, wie das am Montage Kanntlich noch alle auf das Stadt-Post-Amt, also dort versammelte, welches durchweg den besseren bis mitten in die Stadt getragen werden, was Bildungssständen angehörte, den Dorträgen eines selbstverständlich häufig nicht ohne Schwierigkeit Mannes, der aller Logik baar, ohne Nachdenken möglich ist; ein Briefkasten an iedem Thor würde und Verstand, in vollendeter Unkenntniß der ein- deßhalb den Thorbewohnern eine höchst erfreuliche fachsten, physiologischen, anatomischen, mathemati-. Erscheinung sein. Noch schlimmer ist es aber mit schen oder ästhetischen Begriffe, reinen, blühenden der Ablieferung der angekommenen Briefe bestellt. Unsinn in unorthographischer Rede von sich gab, Die Briefträger befördern solche allerdings auch ohne weitere böswillige Zeichen, als ein öfteres in die Dorstädte, aber nur in die nächstgelegenen höhnendes Gelächter, in das derselbe, zum Er- Theile derselben; wohnen die Addressaten etwas qötzen der Anwesenden, gottlob! manchmal selbst weiter, als die Gehfähigkeit des Briefträgers reicht, mit einstimmte, ruhig bis zu Ende beigewohnt hat: oder vielleicht die — uns nicht bekannte — Instruc- so giebt doch der Umstand, daß Herr Bossard es hat tion desselben vorschreibt, so werden, wie wir hören, wagen können, an zwei weiteren Abenden noch die betreffenden Briefe irgend einer Gärtnerfrau, Vorträge anzukündigen und den Preis eines der- einem Milchmann oder sonstigen des Weges ge- selben um das anderthalbfache zu erhöhen, mithin lenden Individuen mitgegeben. wodurch mancherlei noch immer hat auf Zuhörer rechnen dürfen, zum Unzuträglichkeiten veranlaßt werden können. So ernsten Nachdenken Veranlassung, und bildet ein t s Fes. uns muuurusr U solches testimonium paupertatis eines Theils der , iesigen Intelli uns Prlicht dieser stunde vom Thor entfernt wohnenden Addressaten htitfer 1gjun, dehtic hiergeger zu proteren. auf sie ange getone Weils betördett Un" tute et damit ni i ie keiner, ; r o K I; mmi ll. . H tut zer err put UIG stattfindende Besorgung der Briefe in die Dorstädte zu thun pflegen, in anderen Städten und Ländern würde sich gewiß leicht einrichten lassen, und er- einen nachtheiligen Gebrauch machen könne. Ein scheint um so mehr gerechtfertigt, ats bereit ferytr nicht minder trauriges Schlaglicht wirft diese An- liegende Theile des Landgebiets bu: Hie t! z: gelegenheit aber auf den Volksboten, der, während richtung der Fußbotenpost die Dorthei s die anderen Blätter sich begnügten, bezahlte Inse- ren prlejerjörderupo geuiehen ch eine qm 7.:Uo0- rate des Herrn Bossard aufzunehmen, oder Referate Benutzung des Tro ore > Fe n l xe aus auswärtigen Blättern zu extrahiren, sich nicht pember 1839 und wiederho fem §t u es für entblödet hat, unter der gewöhnlichen Rubrik seiner leere veisrtuuns 3 é uuterjsßt. tzj ves zur Besprechungen von Concerten, Cheater: Ygrlesungen Schubkarren zu fahren, Waaren oder andere Gegen- tt. z:! Herr Fosgrt . Ft Leite wzcss: stände auf dieselben viederzuteson.oder ie f [ e i e t!!reite"; prlite. y sogenannten Professor nie- B x " 1u hu 1 N y x r ! En . V ? de ! : W .: mals gehört hat, oder daß derselbe sich auf einer és 4 m men. Es ist daher eben so unstatthaft, so niedrigen Bildungsstufe befindet (und dieselbe daß Träger, die Waaren auf Bahren tragen, auf muß allerdings alsdann sehr niedrig sein), daß er dem Trottoir gehen, als daß es von Kindern be- überhaupt nicht im Stande ist, Sinn von Unsinn zu nutt wird, um Stundenlang ihre Wagen in raschem unterscheiden, oder endlich, daß er mit Absicht ver- Laufe darauf hin und her zu fahren. Beides ist sucht hat, dem Publikum Sand in die Augen zu vor Kurzem geschehen, und freundliches, verständiges streuen. Welche der genannten drei einzigen Mög- Zureden hat nicht den Erfolg gehabt, die Ungebühr lichkeiten nun auch die richtige sein möge, wir zu verhindern. Man hat demnach abermals Der- werden es für die Zukunst uns wenigstens ad notam anlassung, den Wunsch auszusprechen, daß die nehmen können, welchen Maaßstab man manchmal Straßenpolizei mit größerer Wachsamkeit und an derartige Beurtheilung des Volksboten zu legen ftrzs- für die Befolgung bestehender Derfügungen hat. orge. 91 5
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