Full text: Lübeckische Blätter. 1960 (120)

ist. Wenn das Behnhaus sein altes Ansehen wieder- richtige Museumspolitik. Damit mich nicht Unmaß- gewinnen will. fehlen ihm noch mindestens ein gebliche unangefochten kritisieren oder gar „kon- halbes Dutzend Bilder vom Range des erstrebten trollieren“, habe ich mich der Zustimmung der Malß- chmidt-Rottlu ff.. geblichen rechtzeitig versichert. Wie notwendig Das StAniien-Müteum ist ein verhältnismäßig dieses war. beweist nichts besser als der Artikel geschlossenes Ganzes und in seiner Bedeutung all. Herrn Rohbras. Man kennt ja schließlich auch seine gemein anerkannt. Trotzdem soll man es nicht unter- Pappenheimer!n _ j Hasse assen, bei gegebener Gelegenheit die Bestände de | 11. St.- Annen-Museums zu vervollständigen. Solche Ge- . . legenheiten sind freilich verhältnismäßig selten, der Nur mit Befremden und Erstaunen vermag ich Preis der erstrebenswerten Stücke liegt oft noch über auf den Aufsatz über die Neuanschaffungen der Lü- der Summe, die man für das Gemälde Schmidt- hecker Museen in Nr. 11 der „Lübeckischen Blätter: Rottlusfs auszugeben bereit war. Auch das zitierte zu reagieren. . .- Bild Hermen Rodes wäre wesentlich teurer gewesen. Der Verfasser regt sich u. a. darüber auf, daß der ch persönlich trat für den Ankauf ein, mußte aber Museumsleiter die Absicht gehabt hat, ein Bild einräumen, daß der Altar Hermen Rodes, den wir Schmidt-Rottluffs zu erwerben. Er schreibt, es sei besitzen, die angebotene Tafel an Qualität übertriff „ohne Zweikel“ ein unwichtiges Werk aus der Früh- ind der geforderte und nachher von Hamburg ge- geit des Künstlers, und er läßt uns auch gleich wissen. zahlte Betrag sehr hoch war. Die nicht einfach zu weshalb dies „ohne Zweifel“ so ist: „denn die Ham- klärende Frage, ob das Bild ein eigenhändiges Werk burger Kunsthalle, zu deren Besitz das Bild einmal ermen Rodes sei oder nicht, ist von Herrn Dr. gehört hat, lehnt den Wiedererwerb ab“. Wir wissen Schmalenbach und mir verschieden beantwortet wor- zwar nicht, aus welchen Gründen die Hamburger den und Herr Dr. Schmalenbach hat schließlich den Kunsthalle das Bild nicht wiedererworben hat, dal Kauf abgelehnt. Wie man auch zu dieser Entschei- es aber „ohne Zweifel“ die Gründe waren, die der dung stehen mag — und strittige Punkte wird es Verfasser für sicher hält, kann nicht überzeugen. immer geben —, so wird man jedenfalls doch zu- chlielzlich hat die Hamburger Kunsthalle das Bild gestehen, daß ein Bild des Lübecker Meisters in kz einnal für wichtig genug gehalten, um es in ihre einer international geschätzten Galerie wie der Sammlungen aufzunehmen! Warum gerade jetzt Hamburgs ebenso gut am Platz ist, wie in Lübeck xpressionisten kaufen, fragt der Verfasser, sie seien selbst, zumal wir in Lübeck doch einen vollständigen j ode geworden, gehörten zum Wirtschaftswunder und besseren Altar des Meisters besitzen. ie der Mercedes 220. Er unterstellt damit, daß die Im übrigen ist es erstaunlich, wie wenig letztlich Expressionisten von Sammlern aus „modischen die Neuerwerbungen für das St.- Annen-Museum ründen erworben würden, von Sammlern also, die beachtet werden, obwohl sie doch in den Tages- offensichtlich keine echten Sammler wären und nur reitungen bekanntgemacht wurden, während die an- Geld in „Werten“ anlegten. Der fragliche Schmidt- sechtbaren Dinge ~ und was liele sich in irgend- Rottluff war für die Ketterer-Versteigerung mit einem Punkte nicht kritisieren – die Gemüter aufs einem Schätzpreis von 30 000,7 DM angesetzt und eftigste erregen. Der in dem Auksatz zitierte wurde schließlich für 56 000.1 DM von einem Kirchner ist nun sicher über jeden Zweifel erhaben. Sammler ersteigert. Glaubt man wirklich, daß je- Der Kokoschka hat, wie alle späten Kakoschkas, ger mand 56 000,69 Mark für ein Bild bezahlt, ohne sich wil) nicht den Rang seiner für uns unerschwinglich vorher gründlich von Experten beraten zu lassen, gewordenen frühen Werke, hat aber doch über seine wenn er selbst unsicher in de Beurteilung von malerischen Qualitäten hinaus seinen besondere Bildern ist? G R Reiz als Lubecensie. Die fehlende letzte Qualität,. Der Verfasser bemängelt weiter, daß Dr. Schmalen- die Herrn Rohbra angesichts des Lübeckbildes hach versäumt habe, einen Altarflügel des Lübecker okoschkas in Wallung bringt, ist ihm erstaunlicher. Künstlers Hermen Rode für das St.- Annen-Museum weise vor den bei Ketterer angebotenen Zeichnungen zu erwerben. Dr. Schmalenbach habe die Echtheit Feiningers gleichgültig. Weder die Salzspeicher, noch des Bildes angezweifelt. Und trotzdem hätte er es das fast abstrakte Blatt, das sich lediglich durch die erwerben sollen? Das wäre doch aber unverantwort- nterschrift „Lübecker Bucht“ als Lubecensie aus- lich gewesen! Haben wir nicht an einem Malskat- ies, hatten den geforderten höchsten Rang. Da Skandal genug? „Seither ist dieses Werk viel be- Feininger zudem in Amerika geboren wurde, als sprochen und erforscht, aber noch nie angezweifelt Amerikaner gilt. werden seine Arbeiten sogar ber worden“, schreibt der Verfasser triumphierend. Ja; sonders hoch bezahlt. Sollte das Lübecker Museum weshalb wird denn so viel an dem Bild herumge- um zweier sehr teurer Lubecensien willen auf den forscht, wenn an der Echtheit überhaupt nicht der möglichen Ankauf eines repräsentativen Bildes für geringste Zweikel besteht? Und was wäre, wenn nun das Behnhaus verzichten? (Das Bild von Schmidt- eines Tages die Echtheit von einem Fachmann mit Rottluff wurde erst nach den Zeichnungen Fein nwiderleglichen Gründen bestritten würde und wir ningers angeboten.) Man kann nicht alles auf einmal | ätten das Bild in Lübeck? Würde der Verfasser aben wollen. Die beabsichtigte Konzentration auf dann auch noch über den Erwerb begeistert sein? ein einziges großes Bild bezeichnete mir gegenüber ürde er den Erw urch Dr. Schmalenbach ver- in Stuttgart Professor Heise ausdrücklich als eine Virde r d td. ju | ZH
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