Full text: Lübeckische Blätter. 1960 (120)

Im Jahre 1934 wurde der Verein von der seiner- Lauerweg begrüßt. Sie kann sich eines sehr großen zeitigen Regierung aufgelöst und in die NSV über- Leserkreises erfreuen. Von außerordentlichem Wert kührt ist auch der geräumige und ansprechende Leseraum, Am 14. 11. 1950 wurde der Verein neu gegründet der es ermöglicht, Vortragsveranstaltungen mitt- und zwar auf Anregung und durch die beson- leren Umfanges durchzuführen. In diesem Leseraum dere Initiative des damaligen Bürgerschaftsmitglieces wurde bereits im vergangenen Winter eine Vor- Friedrich Wendlandt und des Dipl.-Ing. Karl-Heinz tragsreihe im Rahmen der Volkshochschule durch- Lange, der seit der Wiedergründung als 1. Vor- gteführt. Die Vorträge wurden von unserem Mitglied sitzender mit der Vereinsführung betraut ist. Auch Dr. Weimann, Lübeck, gehalten, der die Zuhörer in die übrigen Vorstandsmitglieder, die Herren Dr. fesselnden Schilderungen durch die jahrhundertalte Burkhardt (2. Vorsitzender), Hans Jansen (Schrift- Geschichte Schlutups führte. Auch für das diesjäh- wart) und Karl L. Nagel (Kassenwart) sind seit inrer rige Wintersemester ist wiederum eine Vortrags- Bestallung ununterbrochen in der Vereinsleitung folge vorgesehen und zwar zu dem Thema „CE- tätig. schichte des Deutschen Ostens“. Vortragender ist Vorstand und Beirat des Vereins haben sich wie Dr. Heinz Neumeyer, Lübeck. ; :. in den Vorjahren so auch im Berichtsjahr im Zu- Da sich der Verein in Zukunft in stärkerem sammenwirken mit dem jetzigen Bürgerschaftsmit. Umfange kulturellen Aufgaben widmen will, wurde glied Herrn H. Bruhn bemüht, mit den vielseitigen Sein diesbezüglicher Arbeitskreis gebildet, dessen Be- Anliegen unseres Stadtteils und seiner Bevölkerung treuung Pastor Dr. Dreyer übernommen hat. Dieser bei unseren Stadtvätern und den zuständigen Ver-. Arbeitskreis wird sich insbesondere auch mit der Wwaltungen Gehör zu finden. Wir dürten feststellen, Fortführung unserer Arbeiten an einer ySchlutuper dal man uns — wie bisher + mit Verständnis ent.. Chronik“ widmen, zu der Dr. Weimann bereits um- gegengekommen ist. kangreiche Vorarbeiten geleistet hat. Als praktische Erfolge unserer Bemühungen dür- tot s t Zt!stizton Wr uns tut kommunsl ken yrir vermerken: Unsere alljährlichen Gemeinschaftsveranstaltun- Neben verschiedenen Straßen- und Wegever- gen wurden wie in den Vorjahren unter reger Be- besserungen wurde die Wesloer Landstraße vom teiligung durchgeführt und fanden allgemeine An- Tiefbauamt in einem weiteren Abschnitt bis zum erkennung. Die Zusammenarbeit mit den uns verbun- Schlutuper Industriegelände ausgebaut. Dadurch gdenen kommunalpolitischen Körperschaften wurde wurde es möglich, daß die langerhoffte Bus-Schnell- weiterhin gepflegt und ausgebaut und die gemein- verbindung über Wesloe seitens der Stadtwerke auf- samen Interessen erörtert. genommen werden konnte. Die Zahl der Mitglieder erhöhte sich auf 143 Mit besonderer Freude wurde auch die Eröff- (einschließlich 7 korporativ angeschlossener Vereine nung der Zweigstelle der Städtischen Bücherei am hzw. Verbände). Vom Burgtor-Friedhok Von alters her bestatteten die Christen ihre Toten höfen“, den Freiflächen um die Kirchen herum, wo zunächst nur innerhalb des geweihten Kirchenrau- jedoch nur ärmere Bürger beerdigt wurden, welche mes, damit die Toten der andächtigen Gemeinde die immer teurer werdenden Grabplätze innerhalb stets recht nahe waren. So war es auch im alten der Kirchen nicht mehr bezahlen konnten. Dies Lübeck. Die zahlreichen und großen Kirchen boten geschah bis zu deren Auflösung i. J. 1832 größten- bei der verhältnismäßig kleinen Einwohnerzahl von teils unter dem dort aus verkehrstechnischen Grün- rd. 10 000 Einwohnern reichlich Platz, um die Toten den notwendigen, ortsüblichen Kopfsteinpflaster. unbedenklich in den Kirchenschiffen zu bestatten. Grabsteine und Gedenksteine waren dort bis zu- Die ersten Beerdigungen in den Kirchen machten letzt nicht üblich, da die Kirchhöfe mit Rücksicht aul sehr wahrscheinlich keinerlei technische Schwierig- die allgemein sehr beengten Verhältnisse innerhalb keiten. Wir müssen uns den Boden der Kirchen der Stadtmauern meist für allgemeine Zwecke der mit Ziegelsteinen bedeckt vorstellen. Der Unter- Bürgerschaft, insbesondere für Wochenmärkte be- grund war überwiegend sandig, so daß bei ge- nutzt wurden. nügend tiefer Beerdigung keine hygienischen Be- Wie aus vorhandenen Strafverfügungen bekannt denken aufzutauchen brauchten. Kirchengestühl war ist, wurden die Kirchhöfe auch zur Ablagerung von noch nicht im Wege, weil noch unbekannt. Auch Ahfällen aller Art benutzt, deren Gestank sich mit Grabsteine waren noch selten. Auch hatten nur die dem der Leichen vermischte, die häufig nur sehr Geistlichen Sonderrechte, im Chor oder im Chor- notdürftig mit Erde bedeckt waren wegen der umgang beerdigt zu werden und eine Grabplatte zu Überfüllung der Gräber, die ihrerseits wiederum erhalten, die zudem wegen der Ortsfremdheit des durch immer größer werdenden Platzmangel auk dafür notwendigen Steinmaterials sehr teuer und den Kirchhöfen bedingt war, denn inzwischen hatte kür die Durchschnittsbürger unerschwinglich waren. sich die Bevölkerung in Lübeck schon etwa seit der Mit dem allgemeinen Auftreten des Gestühls im vierzehnten Jahrhundertwende verdoppelt und An- Mittelschiff seit Einführung der Reformation in fang des vorigen Jahrhunderts sich auf rd. 25 000 Lübeck um das Jahr 1550 mußte notgedrungen erhöht. dieser größte Teil des Kirchen-Fußbodens für die Bei den im Mittelalter häufigen Seuchen mußte Bestattung ausfallen. Dafür häuften sich diese in man auf Bestattung der Leichen in den Kirchen und den Seitenschiffen, Kapellen und auf den meist sehr auf den Kirchhöfen verzichten und die Seuchen- eng bemessenen Beerdigungsflächen auf den „Kirch- opfer meist in Massengräbern vor den Toren der
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