Full text: Lübeckische Blätter. 1960 (120)

keit‘ nennen, taten: nämlich Gehorsam bewußt Wlirtschaftswunder bis ans Grab üben und das auch da, wo man naturgemäß gegen den Menschen, der Gehorsam verlangt, revoltieren Es ist vielleicht kein Zufall, daß in Schweden, möchte. Nur auf diesem Wege wird ja echte Bil. dem Land, das seit den Napoleonischen Kriegen dung möglich. Bildung als Wissen und besonders am Anfang des vorigen Jahrhunderts keine Kriege als Formung der Person. In den Oberklassen muß geführt hat und in dem seit vielen Jahrzehnten dieser doppelte Anspruch von seiten der Erzieher keine Wirtschaftskrisen vorgekommen sind, sich zu- da sein und sich begegnen mit dem bewußten Wil- erst der Gedanke geregt hat, an Stelle eines über- len jedes einzelnen. Da erwächst dann die Bildung, triebenen Aufwandes bei Bestattungen zum An- die untrennbar mit der Autorität verflochten ist. denken an einen Entschlafenen derer zu gedenken, Darf ich nun am Ende im Namen aller Abi- die auf die Hilfe ihrer Mitbürger angewiesen sind. turienten – obgleich gerade dies jeder persönlich Auch in Schweden hatte sich in den Jahrzehnten des tun muß bei denen, die er mit seinem Dank er- Wohlstandes ein übertriebener Luxus bei den keithen . möchte EE zilett Eltern und Erziehern Kranzspenden entwickelt. Da war es im Jahre 1917 danken. und besonders denen unter ihnen,. die uns die Schwester von Sven Hedin, die beim Hinscheiden vorgelebt haben, daß es eine schöne, glaubwürdige ihres 9ljährigen Vaters die Idee hatte, an Stelle Autorität, freie, maßvolle Kritik an Mensch und von Kränzen Spenden für Bedürftige zu erbitten. Sache und daher echte Bildung auch heute noch Auf ihre Veranlassung wurde dann im Jahre 1921 gibt und weiter geben wird. die Gesellschaft „Blomsterkonds“ (Blumenfonds) ge- Gerd Hohmeister gründet. Es würde zu weit führen, über die Ent- wicklung dieser Gesellschaft ausführlich zu berichten. Nur soviel sei erwähnt, daß mit den Mitteln von Zeitgeschichte Z 5% K IEEE § Friedrich Ebert, geboren 1871 + gestorben 1925; wilß sind hierfür auch Hypotheken aufgewandt, aber seit 1919 erster Präsident der Deutschen Republik, der Grundstock ist aus dem Vermögen von von der Weimarer Nationalversammlung gewählt. „Blomsterkonds“ gekommen. Schauplatz: Straße vor einer Schule, ein Reporter, Ich begrüße daher den Vorschlag von Herrn A. viele Schüler. Zeit 1960. in Nr. 6 der „Lübeckischen Blätter“ und hoffe, daß Reporter: (zu Kindern unterschiedlichen Alters, €r Beifall findet. Ein Bedenken möchte ich gleich zwischen 10 und 14 Jahren sprechend) zerstreuen, nämlich das, daß die Blumengeschäfte ., ; t 7.; q« geschädigt werden. Es wird immer so sein, daß die ru »! ;> >u. wer Friedrich Ebcrt.war? Angehörigen den Sarg eines lieben Entschlafenen 2. Schüler: Das war doch der Mann, der den triebenes Luxus zu vermeiden und die Hilfsbedurt- Zeppelin gelenkt hat!?“ tigkeit zu unterstützen, muß unsere Pflicht sein. 3. Schüler: „Nein, ich glaube, das war ein Dichter.“ Mit Herrn A. glaube ich, daß gerade unsere „Ge- 4. Schüler: „Ich weiß + Friedrich Ebert war ein meinnützige“ dazu berufen ist, diesen Gedanken in Lehrer –~ nach dem ist doch eine Schule benannt!‘ die Tat umzusetzen. B. (Dies ist nicht etwa erfunden. sondern eine wahre Begebenheit.) Eine Anregung DAD 0000000 AD 000BD D i tha dtn n 000000 DDD DVD DDD BVO 00008 für unlere Verkehrsbetriebe Gut Da unsere Städtischen Verkehrsbetriebe gerade c ; .. . : einmal wieder ihre Tarife überholen müssen, möchte daß, wie ein Senator erklärt hat, eine viertel ich anregen, bei dieser Gelegenheit mitzuprüfen, Million DM für den Haushalt der Hansestadt (h nicht die früher so beliebten Fahrscheinhefte Lübeck keine Rolle spielen. Diese Summe konnte wieder eingeführt werden können. also für nichts und wieder nichts ausgegeben werden. Ich erinnere mich nicht, wann sie abgeschafft worden sind, aber ich erinnere mich lebhaft, daß sie eigent- Schade lich jedermann benutzte. Sie hatten für den Fahr- gast wie für den Schaffner ihre Vorteile. Der Fahr- daß die Stadt dafür nicht 625 000 Fahrscheine zu gast brauchte nicht nach der Geldtasche zu suchen, 0,40 DM an verdiente Mitbürger verteilt hat, besonders die weiblichen Fahrgäste, die sich nun d. h. an Mitbürger, die in Form von Steuerzahr- einmal damit schwerer tun, der Schaffner kam lungen diese viertel Million DM für die Stadt schneller durch den Wagen, denn er brauchte nur dic t Kali B noch die hingereichten Fahrscheine zu knipsen wie " e § heute die Wochenkarten, Geldhingabe und das cnNnGGBOOIOUO M/ I IIYIYY]ICUIIINIOIOIOIO»=M…—ANNQ2N VB. O 1 M
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.