Full text: Lübeckische Blätter. 1959 (119)

mu IG I D G p B 7 "ging. Grabplatte des Hermen Hutterock (+ 1505) in St. Marien (Detail) ungebärdig die Zunftschranken sprengend, fast nie- erwarten. Die nordischen Nationalstaaten erstarkten mals in gutem Einvernehmen mit seiner Umgebung, immer mehr, die Handelskonkurrenz auf der Ost- seltsam aber ist auch seine Kunst: dem Alten ver- see, besonders die der Holländer und Dänen, wurde haftet, dem Neuen zugewandt, in einer Zeit des übermächtig, die untereinander längst nicht mehr Übergangs mächtige, überzeitlich gültige Zeichen des einigen Städte des Hansabundes sanken an Bedeu- Aufbruchs gestaltend. tung hinter den aufstrebenden, reichen Handels- Mit Notke hat die Lübeckische Kunst, die über ein plätzen des deutschen Südens zurück, Lübecks An- Jahrhundert lang den ganzen Norden beherrschte, sehen verblaßte neben dem Augsburgs und Nürn- ihren Höhepunkt erreicht, ihn fast schon über- bergs. Wurden auch im Süden mit dem Beginn der schritten. Noch gab es eine reiche Nachblüte, doch Reformation die großen kirchlichen Aufträge stark erringen Künstler, wie Henning von der Heide, eingeschränkt, so haben dort doch Renaissance und Benedikt Dreyer oder Claus Berg, begrenzter in Humanismus noch außerordentliche Kräfte der Per- ihrem Schaffen und schon mit leicht manieristischen sönlichkeit zu befreien vermocht, die durch Dürer Zügen, kaum mehr als regionale Bedeutung. Was und Holbein Deutschlands größte Meisterwerke ent- die Umwelt an helfenden Kräften zu vergeben hatte, stehen ließen. Im Ostseegebiet aber bedeutete das das war unlöslich verknüpft mit der großen Ver- Ende des Mittelalters zugleich auch für lange Zeit gangenheit. Von der Zukunkt war nichts mehr zu das Ende der Kunst. Der vorstehende Auflatz, erschienen 1957 in „Die großen Deutschen“ Band V (Propuläen-Verlag bei Ullstein/Berlin), wurde uns vom Verkaller mit Einwilligung des Verlags zum Wiederabdruck freundlich zur Verfügung geltellt. Aufnahmen: Wilhelm Caltelli, Lübei> und Johannes Weyh, Kiel
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